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Massenkarambolage auf der Autobahn Lkw brennt bis zum Morgen


Es ist eine der schlimmsten Massenkarambolagen seit Jahren. 80 Autos rasten am Freitagmittag bei Rostock auf der A19 ineinander. Bislang wurden acht Tote geborgen. Am Morgen nach dem Massenchrash brannte noch immer ein Lastwagen.

Rund 18 Stunden nach dem Massencrash auf der Autobahn 19 südlich von Rostock brannte noch immer ein Lastwagen. Ob es sich dabei um den verunglückten Gefahrguttransporter handelt, konnte der Polizeisprecher am Samstagmorgen nicht sagen. Inzwischen seien alle knapp 30 ausgebrannten Autos geräumt, die Beseitigung der vier Lastwagen werde aber noch dauern.

Bei dem Unfall waren acht Menschen getötet und 131 verletzt worden - zunächst war von 139 Verletzten die Rede gewesen. 44 davon mussten in Krankenhäuser gebracht werden. Ursache für den Massencrash war ein Sandsturm, der den Autofahrern plötzlich die Sicht nahm.

Wie der Polizeisprecher weiter sagte, werde die Autobahnmeisterei versuchen, im Laufe des Tages die Fahrbahn Richtung Berlin wieder zu öffnen. Dann könne dort jeweils einspurig der Verkehr an der Unfallstelle vorbeigeführt werden kann. Die Reparatur der anderen Fahrbahn könne noch mehrere Tage dauern, sagte er. Laut Autobahnmeisterei sei der Beton der Fahrbahn unter dem ausgebrannten Gefahrguttransporter bis zu fünf Zentimeter völlig zerstört, er sei "thermisch zersetzt."

Bergungsarbeit in der Nacht

Die ganze Nacht über gingen unterdessen die Rettungsarbeiten weiter. Das Technische Hilfswerk (THW) leuchtete den Unfallort aus, Feuerwehrleute zogen die verkeilten Wracks auseinander. 20 davon waren in Flammen aufgegangen, darunter ein Gefahrguttransporter und zwei weitere Lastwagen. Dadurch sei auch die Fahrbahn beschädigt worden, sagte der Sprecher. Abschleppfirmen brachten die Unfallfahrzeuge weg. Gegen 04.00 Uhr konnten alle Autos geborgen werden. Die in den Unfall verwickelten Lastwagen stünden noch auf der Fahrbahn, sagte der Sprecher.

Bis in den späten Abend hinein waren mehr als 250 Kräfte von Polizei, Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz und Rettungsdiensten am Unfallort im Einsatz. In der Nacht arbeiteten noch knapp 30 Helfer von Feuerwehr und THW. Die Rettungskräfte hatten befürchtet, dass sich die Zahl der Toten noch erhöhen werde, da unter anderem ein Auto unter einem ausgebrannten Lastwagen lag. In der Nacht sei der Laster angehoben worden und man habe niemand darunter gefunden, sagte der Sprecher. Zur Identität der bisher geborgenen Opfer machten die Behörden keine Angaben.

Die Massenkarambolage hatte sich im Anschluss an ein Waldstück ereignet, wo der starke Wind trockenen Sand und Erde von angrenzenden Feldern auf die Fahrbahn wehte. Die Polizei sprach von Sichtweiten unter zehn Metern. Zusammenstöße gab es in beiden Fahrtrichtungen, besonders schlimm aber war es in Richtung Rostock. Dort kam es auch zu dem Feuer.

Schlimmste Verkehrsunfall in Mecklenburg-Vorpommern

"Das ist der schlimmste Verkehrsunfall, den Mecklenburg-Vorpommern je erlebt hat", sagte Polizeisprecherin Yvonne Burand. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) zeigte sich schockiert über die Massenkarambolage. Er sprach den Opfern und ihren Angehörigen sein Beileid und tiefes Mitgefühl aus und erklärte mit Blick auf die Unglücksursache: "Das zeigt, selbst höchsten Anstrengungen bei der Verkehrssicherheit werden durch solche extremen Naturgewalten Grenzen gesetzt."

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) dankte den Rettungskräften für ihren Einsatz. Auch die Bundesvorsitzenden der Linkspartei, Klaus Ernst und Gesine Lötzsch, reagierten erschüttert auf die Nachricht von dem Unglück. Es müsse jetzt ohne Tabus über Konsequenzen wie ein allgemeines Tempolimit auf Autobahnen diskutiert werden, um das Risiko solcher Massenunfälle zu senken.

DPA DPA

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