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McCanns: Hotline für Maddies Entführer

Auch ein Jahr nach dem Verschwinden ihrer Tochter aus einer Ferienanlage in Portugal haben die McCanns die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Madeleine noch lebt. Sie appellierten erneut an die Entführer sich zu melden und richteten dafür eine anonyme Hotline ein.

"Wenn Sie Madeleine haben, können Sie diese Nummer anrufen. Wir sind nur daran interessiert, Madeleine zurückzubekommen", sagte Gerry McCann in einem Fernsehinterview in Richtung der Entführer. Anrufe bei der internationalen Hotline seien anonym möglich. "Sie können aus dieser Situation herauskommen. Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf", bat Gerry McCann. Seine Frau Kate erklärte, es gebe "triftige Gründe" anzunehmen, dass Madeleine am Leben sei, "und wir brauchen jemanden, der uns hilft".

Ein Jahr nach dem Verschwinden der damals vierjährigen Maddie aus einer Ferienanlage in Südportugal machen sich die Eltern immer noch schwere Vorwürfe, das Mädchen alleine gelassen zu haben. "Wenn wir an dem Abend bei ihr gewesen wären, dann wäre alles möglicherweise nicht passiert", sagte Gerry McCann in einer TV-Dokumentation. "Wir müssen mit der Tatsache leben, dass wir nicht da waren." Das schlimmste sei, dass sie beinahe nicht ohne die Kinder zum Abendessen gegangen wären, es aber dann dennoch getan haben.

"Mitten in einem Horrorfilm"

Die Eltern wurden von der portugiesischen Polizei im vergangenen September selbst als Verdächtige genannt. Gerry McCann betonte, sie hätten sich wie "mitten in einem Horrorfilm, einem Alptraum" gefühlt, als die Polizei sie offiziell verdächtigte. Dass sie immer noch nicht wüssten, wo ihre vier Jahre alte Tochter ist, sei, als wäre man im "Fegefeuer".

Die McCanns hatten auf der Suche nach Maddie eine unvergleichliche Öffentlichkeitskampagne gestartet und weltweit für Aufsehen gesorgt. Sie hätten deshalb über die Zeit auch derbe Schmähpost bekommen, erzählten sie in der Dokumentation. Unter anderem seien sie als "Abschaum", "Psychopathen" und "verblödet" bezeichnet worden. In einer Postkarte, die Gerry McCann in der Dokumentation vorlas, stand: "Ihr verdammten diebischen Schweine. Eure Göre ist verschwunden, weil ihr trunken vor Arroganz seid." Die McCanns waren immer wieder beschuldigt worden, das Geld aus dem Fond für die Suche von Madeleine für die Zahlung ihrer Hypothek benutzt zu haben.

AP/DPA / AP / DPA
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