Gesundheitssystem
Merz will Rückkehr der Syrer. Deutsche Krankenhausgesellschaft warnt davor

Friedrich Merz mit Ahmed al-Sharaa
Friedrich Merz drängte bei einer Pressekonferenz mit dem syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa auf die Rückkehr seiner Landsleute. Die Folgen seien nicht absehbar, wird der Kanzler heute kritisiert.
© Michele Tantussi/ dpa
Friedrich Merz wünscht sich, dass eine Mehrheit der Syrer Deutschland wieder verlässt. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnt vor den Folgen für die Gesundheitsversorgung.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) sieht die von Bundeskanzler Friedrich Merz angestrebte Rückkehr einer Mehrheit der in Deutschland lebenden Syrerinnen und Syrer skeptisch. Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG, Henriette Neumeyer, sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND): „Syrische Ärzte stellen die größte Gruppe unter den ausländischen Ärzten in Deutschland dar.“ Und weiter: „Sie haben damit eine erhebliche Bedeutung für die Gesundheitsversorgung.“

Laut Neumeyer hätten Ende 2024 in deutschen Krankenhäusern 5745 syrische Ärztinnen und Ärzte gearbeitet. Auch in der Krankenpflege seien syrische Fachkräfte von größter Bedeutung. Die DKG gehe von mehr als 2000 syrischen Pflegekräften in deutschen Krankenhäusern aus. „Würden diese Fachkräfte wieder das Land verlassen, hätte das spürbare Auswirkungen auf die Versorgung“, warnte Neumeyer. „Eine Rückkehr zu erzwingen, wäre aus Sicht der Gesundheitsversorgung nicht produktiv.“

Laut Merz sollen viele Syrer bald in ihr Heimatland zurückkehren

In einer Pressekonferenz mit dem syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa hatte Merz am Montag in Berlin gesagt, in den nächsten drei Jahren sollten „rund 80 Prozent“ der derzeit in Deutschland lebenden Syrer in ihr Heimatland zurückkehren. Auch die Grünen hatten Merz bereits für sein Drängen auf eine Rückkehr syrischer Geflüchteter kritisiert. Parteichefin Franziska Brantner wies darauf hin, dass viele der Geflüchteten „inzwischen tief bei uns verankert sind“. Auch würden „überdurchschnittlich viele in systemrelevanten Berufen arbeiten“. Insofern sei es „wohlfeil, wenn Herr Merz sagt, 80 Prozent müssen wieder zurückgehen“.

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