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Mexiko Journalist kurz nach Facebook-Kommentar über verschwundene Studenten ermordet

Polizisten untersuchen den Tatort in Chilpancingo
Der Journalist Fredid Román wurde nach einem Kommentar auf Facebook in Chilpancingo erschossen 
© Jesus Guerrero / AFP
Der Journalist Fredid Román ist am Montag ermordet im Süden Mexikos aufgefunden worden. Kurz zuvor hatte er auf Facebook einen Kommentar über das Verschwinden von 43 Studenten vor acht Jahren veröffentlicht.

Kurz nach seinem Online-Kommentar über das Verschwinden von 43 Studenten vor acht Jahren in Mexiko ist ein Journalist im Süden des Landes erschossen worden. Die Leiche von Fredid Román sei am Nachmittag in seinem Auto in der Hauptstadt des Bundesstaats Guerrero, Chilpancingo, gefunden worden, teilte die Staatsanwaltschaft am späten Montagabend mit. Kurz zuvor hatte Román auf Facebook Stellung zu den jüngsten Entwicklungen in dem Fall genommen.

Unter dem Titel "Staatsverbrechen ohne Anklage gegen den Boss" erwähnte der Journalist auch ein angebliches Treffen von vier Regierungsvertretern zum Zeitpunkt des Verschwindens der Studenten. Unter ihnen war demnach auch der damalige Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam, der nach einem neuen Bericht einer Wahrheitskommission in der vergangenen Woche festgenommen worden war.

Die Staatsanwaltschaft erließ zudem Haftbefehle gegen 44 Polizisten, 20 Angehörige der Streitkräfte sowie 14 Mitglieder der Drogenbande Guerreros Unidos bekannt. Ihnen wird eine Verwicklung in das Verschwinden der linksgerichteten Studenten im Jahr 2014 zur Last gelegt, das weltweit für Schlagzeilen und Entsetzen gesorgt hatte. Die Wahrheitskommission sprach in ihrem Bericht von einem "Staatsverbrechen".

Mexiko gilt als gefährlichstes Land für Journalisten

Ob Román für seinen Facebook-Beitrag getötet wurde oder andere journalistische Arbeiten, war zunächst allerdings unklar. Er schrieb für eine Lokalzeitung und veröffentlichte seine Recherchen auch auf mehreren Online-Netzwerken.

Nach Angaben der Regierung wurden seit Jahresbeginn bereits zwölf Journalisten in Mexiko getötet, einige Medien sprechen von 15 bis 16 Toten. Mit rund 150 seit dem Jahr 2000 ermordeten Journalisten gilt Mexiko laut der Organisation Reporter ohne Grenzen zu den für Medienvertreter gefährlichsten Länder der Welt. Die meisten der Morde wurden nie aufgeklärt.

jus AFP

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