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Muammar el Gaddafi: Her mit den kleinen Italienerinnen!

Libyens Staatschef Muammar el Gaddafi hat auf dem Welt-Ernährungsgipfel einen ganz besonderen Appetit durchblicken lassen: Über eine Agentur ließ er 500 junge Italienerinnen suchen, die ihm die abendlichen Gala-Empfänge optisch versüßen sollen. Bedingung: niedlich, gut angezogen, keine Miniröcke!

Während des dreitägigen Welternährungsgipfels in Rom hat Libyens Staatschef Muammar el Gaddafi ein abendliches Kontrastprogramm ganz nach seinem Geschmack angeordnet. Für insgesamt drei Gala-Abende suchte eine Agentur insgesamt 500 "hübsche Mädchen aus ganz Italien", wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Gaddafi will nur "Ideen austauschen"

"500 Mädchen gesucht, niedlich, zwischen 18 und 35 Jahre alt, mindestens 1,70 Meter groß, gut angezogen. Keine Miniröcke oder tiefen Halsausschnitte", zitierte Ansa aus einer Anzeige. Gaddafi wollte mit ihnen "Ideen austauschen" und ihnen nach libyscher Art "Ehre erweisen".

Für Sonntagabend rekrutierte die Agentur 200 junge Frauen. Für die beiden darauffolgenden Abende wurden insgesamt 250 weitere Italienerinnen engagiert. Ihr Lohn: 50 Euro und ein Koran.

Eine Milliarde Hungernde auf der Welt nicht akzeptieren

Gaddafis Appetit auf junge Frauen ist aber nur eine Randnotiz des dreitägigen UN-Gipfels zur Welternährungskrise, der am Montag in Anwesenheit von Benedikt XVI. in Rom begonnen hat. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) forderte ein weltweites Recht auf Nahrung. Im Deutschlandfunk sagte die Ministerin: "Dass jedes Land dieses anerkennt, ist das wichtigste Ziel. Das müssen auch die Regierungen vor Ort mittragen."

Die Vorsitzende der Welthungerhilfe, Bärbel Diekmann, forderte eine stärkere Beteiligung von Nicht-Regierungsorganisationen am Kampf gegen den Hunger: "Wir können eine Milliarde Hungernde auf der Welt nicht akzeptieren", sagte sie im "ZDF-Morgenmaganzin".

Außer dem gastgebenden italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi nimmt von den acht führenden Industriestaaten kein Staats- oder Regierungschef an dem Gipfeltreffen teil. Besonders stark vertreten sind hingegen Spitzenpolitiker aus Afrika, Asien und Lateinamerika.

Die mehr als tausend Delegierten wollen nach Lösungen im Kampf gegen den Hunger suchen, unter dem weltweit mehr als eine Milliarde Menschen leiden. Die internationale Gemeinschaft will die Zahl der Hungernden bis zum Jahr 2015 halbieren.

AFP/DPA / DPA