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News des Tages: Irak verkündet Ende des IS-"Kalifats"

Irakischer Ministerpräsident erklärt Ende des IS-"Kalifats" +++ Streit um Ikea-Bett "Malm" +++ Fast 30 Verletzte nach Straßenbahn-Unfall in Berlin +++ Die Nachrichten des Tages im stern-Newsticker.

Die zerstörte Al-Nuri-Moschee in Mossul

Die zerstörte Al-Nuri-Moschee in Mossul

Die Nachrichten des Tages im stern-Newsticker:

+++ 18.59 Uhr: May gewinnt Vertrauensabstimmung im britischen Parlament +++

Die britische Premierministerin Theresa May hat am Donnerstag die Vertrauensabstimmung im Unterhaus gewonnen. 323 Abgeordnete billigten das Regierungsprogramm der konservativen Premierministerin, 309 Parlamentarier stimmten dagegen. May, die bei der Parlamentswahl am 8. Juni eine herbe Niederlage erlitten hatte, gewann die Abstimmung dank der Unterstützung der erzkonservativen Abgeordneten der nordirischen DUP.

+++ 18.06 Uhr: Jugendliche demolieren neue Schule: Hunderttausende Euro Schaden +++

Zwei etwa 13 bis 15 Jahre alte Jungen haben in einer neu gebauten Schule im westfälischen Hamm randaliert und 350.000 Euro Schaden angerichtet. Es war nicht der erste Vorfall dieser Art in der angehenden Förderschule. Im jüngsten Fall brachen die unbekannten Jugendlichen am Mittwochabend eine Tür auf und zogen marodierend durch das Gebäude. Sie kippten sämtliche Farbeimer um, beschmierten Wände, zerstörten Scheiben, Server und Schaltkästen und ließen elektronische Geräte mitgehen, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Zeugen beobachteten die Jungs auf der Flucht. In den vergangenen Monaten war der Neubau mehrfach Ziel von Randalierern gewesen. Mal wurde gezündelt, mal zerstört. Die Schäden seien aber vergleichsweise gering ausgefallen, sagte ein Polizeisprecher.

+++ 18.05 Uhr: Irak verkündet Ende des IS-"Kalifats" +++

Drei Jahre nach Ausrufung des "Kalifats" der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi dessen Ende verkündet. "Wir erleben das Ende des falschen Staats von Daesch (IS)", erklärte al-Abadi. Die IS-Miliz hatte vor drei Jahren ein "Kalifat" in Teilen Syriens und des Iraks ausgerufen, kurz darauf war ihr Anführer in der Al-Nuri-Moschee in Mossul erstmals öffentlich aufgetreten.

Die irakische Armee erklärte am Donnerstag, die Anti-Terror-Kräfte hätten die symbolträchtige Moschee und das Minarett al-Hadba unter ihre Kontrolle gebracht. Die Dschihadisten hatten das berühmte schiefe Minarett vergangene Woche gesprengt - offenbar um zu verhindern, dass die irakischen Streitkräfte darauf ihre Flagge hissen. Die irakische Armee wertete dies als Eingeständnis der Niederlage der IS-Miliz.

+++ 16.55 Uhr: Neueinhalb Jahre Haft nach Gesichtsverstümmelung +++

Weil er einem jungen Mann das Gesicht verstümmelt hat, ist ein Angeklagter vom Hanauer Landgericht zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht verhängte die Strafe am Donnerstag wegen versuchten Totschlags sowie schwerer und gefährlicher Körperverletzung. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Flüchtling aus Eritrea einen befreundeten Flüchtling (18) aus Somalia bei einem Besuch in dessen Wohnung im Oktober 2016 in Schlüchtern attackiert hat. 

Er habe ihm mit zwei Messern in den Hals gestochen und anschließend die Augenlider und Teile der Ohren abgetrennt. Das Opfer ist seither nahezu blind. Richterin Susanne Wetzel sprach von einer "brutalen und bizarren Tat". Den ursprünglichen Vorwurf des versuchten Mordes sah das Gericht nicht bestätigt. Heimtücke und Grausamkeit seien durch den angenommen Tathergang juristisch nicht gedeckt. Das Motiv blieb bis zuletzt unklar.

+++ 16.41 Uhr: Polizei landet größten Marihuana-Einzelfund seit Jahrzehnten +++

Der Polizei in Berlin ist ein großer Schlag gegen den Drogenhandel gelungen: Ermittler entdeckten 256 Kilo Marihuana bei einem 27-Jährigen aus der Hauptstadt. "Das ist der größte Einzelfund von Marihuana in Berlin seit Jahrzehnten", sagte Polizeidirektor Olaf Schremm am Donnerstag. Mindestens seit 1980 habe die Polizei keine so große Menge sichergestellt. Im gesamten Jahr 2015 hatten Fahnder 240 Kilo Marihuana beschlagnahmt, 2016 waren es insgesamt 340 Kilo. 

Neben dem Cannabis fanden die Ermittler 16 Kilo Amphetamine, 5000 Pillen Ecstasy, 117 Gramm Kokain, sechs Pistolen, eine AK47, eine Pumpgun sowie Munition und Chemikalien zur Herstellung von Amphetaminen. Der Straßenverkaufswert der Drogen und Waffen liegt bei insgesamt etwa drei Millionen Euro. Ein Richter erließ Haftbefehl. 

+++ 16.30 Uhr: Streit um Ikea-Bett "Malm" +++

Dem Möbelkonzern Ikea droht auf dem deutschen Markt Ärger wegen seines Bettenmodells "Malm". Ein Designer aus Frankfurt hat möglicherweise die älteren Rechte an dem Entwurf. Vor dem Bundesgerichtshof (BGH) erzielte der 47-Jährige am Donnerstag einen wichtigen Erfolg. Nach Niederlagen in den Vorinstanzen muss seine Klage gegen Ikea in Düsseldorf neu verhandelt werden. Damit ist der Prozess aber nicht gewonnen, entscheidende Fragen sind noch offen.

Setzt sich das Designerbüro e15 am Ende durch, dürfte ihm Schadenersatz von Ikea zustehen. Im äußersten Fall könnte das kleine Unternehmen auch durchzufechten versuchen, dass "Malm" ganz aus den deutschen Ikea-Filialen verschwindet. In der Kollektion von e15 gibt es ein nahezu identisches, aber deutlich teureres Massivholz-Bett namens "Mo". Das Design ist seit 2002 beim Patentamt geschützt. Ikea vertreibt "Malm" seit 2003 in Deutschland.

+++ 16.28 Uhr: Heftiger Regen in Berlin - vielbefahrene Autobahn gesperrt +++

Heftiger Regen hat eine der meistbefahrenen Autobahnen Deutschlands, die A100 in Berlin, zeitweise blockiert. Die Stadtautobahn war nahe dem Dreieck Funkturm wegen einer Überschwemmung in einer Richtung vorübergehend voll gesperrt, wie die Feuerwehr mitteilte. Auf Twitter vermeldeten die Einsatzkräfte, dass ein Auto im Wasser eingeschlossen worden sein soll. Die A100 an dieser Stelle gehört mit mehr als 160 000 Fahrzeugen pro Tag zu den fünf Autobahnen im Bundesgebiet mit dem stärksten Verkehr. 

+++ 15.48 Uhr: Zehn Jahre Gefängnis für preisgekrönte Bloggerin in Vietnam +++

Eine prominente Bloggerin ist in Vietnam wegen staatsfeindlicher Propaganda am Donnerstag zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Die 38-jährige Nguyen Ngoc Nhu Quynh, hatte die Regierung für ihren Umgang mit einer Umweltkatastrophe des Stahlkonzerns Formosa Ha Tinh Steel kritisiert, dabei waren im Frühjahr 2016 an der Nordküste des Landes giftige Abwässer ins Meer gelangt und hatten ein massenhaftes Fischsterben verursacht. Die als "Mother Mushroom" bekannte Bloggerin war im Oktober verhaftet worden.

+++ 15.25 Uhr: Geschworene befinden Angeklagte im Nemzow-Mordprozess für schuldig +++

Im Prozess um die Ermordung des prominenten russischen Oppositionellen Boris Nemzow im Februar 2015 sind die fünf Angeklagten für schuldig befunden worden. Zu dieser Entscheidung kamen die zwölf Geschworenen am Donnerstag im Moskauer Militärgericht. Über ein Strafmaß ist noch nicht entschieden. Die aus Tschetschenien stammenden Angeklagten hatten sich für unschuldig erklärt.

+++ 15.21 Uhr: Türkei verurteilt Auftrittsverbot für Erdogan in Deutschland +++

Nach dem angekündigten Auftrittsverbot für Präsident Recep Tayyip Erdogan in Deutschland hat die türkische Regierung sich empört über "inakzeptable Äußerungen" deutscher Politiker gezeigt. "Es ist bedauernswert, dass deutsche Politiker inakzeptable Äußerungen machen, die offenbar durch politische Erwägungen motiviert sind", erklärte das türkische Außenministerium.

Das Ministerium griff besonders den SPD-Vorsitzenden Martin Schulz scharf an, der ein Auftrittsverbot für Erdogan gefordert hatte. "Wir verurteilen die inakzeptablen Äußerungen dieser Person über unseren Präsidenten und weisen sie entschieden zurück", erklärte das Ministerium. Es warf Schulz vor, die "Meinungs- und Versammlungsfreiheit" einschränken zu wollen und "mit zweierlei Maß" zu messen.

+++ 14.53 Uhr: Richter drängt auf Ende der Beweisaufnahme im NSU-Prozess +++

Im NSU-Prozess gegen die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe und vier weitere Angeklagte drängt das Gericht auf ein Ende der Beweisaufnahme. "Nach nunmehr über vier Jahren kommt dem Beschleunigungsgebot besondere Bedeutung zu", sagte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl. Das Oberlandesgericht München habe schon vor mehreren Monaten mitgeteilt, dass seine Fragen beantwortet seien. Die Beweisaufnahme werde inzwischen "nur noch von Verfahrensbeteiligten gesteuert".

Die Verteidigung des mitangeklagten Ralf Wohlleben kündigte erneut einen Befangenheitsantrag gegen Richter des Münchner Staatsschutzsenats an. Die Sitzung wurde daraufhin für mehrere Stunden unterbrochen. Das Gericht hatte zuvor einen Beweisantrag Wohllebens abgelehnt.

Auch am Donnerstag gab es wieder neue Beweisanträge. Gestellt wurden sie erneut von Wohllebens Verteidigern und von den Anwälten der Hinterbliebenen des Kasseler NSU-Mordopfers Halit Yozgat.

+++ 14.31 Uhr: Polizist über Terroristen an der London Bridge: "Wie ein Rudel Wölfe" +++

Ein britischer Polizist, der sich drei Terroristen beim Anschlag auf der London Bridge am 3. Juni entgegenstellte, hat sich erstmals öffentlich zu dem Vorfall geäußert. "Die drei standen Schulter an Schulter wie ein Rudel Wölfe und starrten mich an", sagte Wayne Marques mehreren britischen Medien in einem Videointerview. Der 38-Jährige hatte sich den Attentätern nur mit einem Schlagstock in den Weg gestellt und wurde anschließend als Held gefeiert. Er wurde selbst durch mehrere Messerstiche schwer verletzt.

Die Attentäter waren zunächst mit einem Transporter in Fußgänger auf der London Bridge gerast, bevor sie mit Messern wahllos auf Menschen auf der Brücke und dem nahen Borough Market einstachen. Bei den Attacken wurden acht Menschen getötet. Die Angreifer konnten von der Polizei erschossen wurden. Dutzende Menschen wurden verletzt.

+++ 14.25 Uhr: Hamburger Verwaltungsgericht verbietet Pro-Erdogan-Mahnwache +++

Das Verwaltungsgericht Hamburg hat eine Mahnwache von Unterstützern des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan während des G20-Gipfels verboten. Ein Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz des Veranstalters gegen die Demonstrationsverbotszone wurde abgelehnt, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte.

Die Mahnwache unter dem Motto "Pro-Erdogan-Demo!" sollte vom 7. Juli 20.00 Uhr bis zum 8. Juli 6.00 Uhr vor einem Hotel nahe dem Hamburger Rathaus stattfinden. In dem Hotel seien Schutzpersonen der Gefährdungsstufe 1 und 2 untergebracht, hieß es in der Mitteilung. Nach Medienberichten will Erdogan dort übernachten.

Die Allgemeinverfügung, mit der die Hamburger Polizei in Teilen der Innenstadt Demonstrationen untersagt hat, sei rechtmäßig, erklärte das Gericht. Die Mahnwache blockiere trotz ihres friedlichen Charakters die Rettungs- und Evakuierungswege zum Hotel. Außerdem rechtfertige die Gesamtgefahrenlage das zeitlich und räumlich begrenzte Versammlungsverbot.


+++ 14.12 Uhr: Berliner Feuerwehr verhängt vorsorglich Ausnahmezustand +++ 

Die Berliner Feuerwehr hat nach heftigem Regen vorsorglich den Ausnahmezustand angeordnet. Eingehende Anrufe etwa zu überfluteten Kellern werden dadurch gewichtet und geordnet. "Wir haben schon 200 wetterbedingte Einsätze, zahlreiche Freiwillige Feuerwehren werden alarmiert", twitterte die Behörde. Sie empfahl: "Bekämpfen Sie kleinere Wasserschäden selbst."

+++ 13.20 Uhr: Fast 30 Verletzte bei Zusammenstoß zweier Straßenbahnen in Berlin +++

Bei einem Zusammenstoß zweier Straßenbahnen sind in Berlin am Donnerstag fast 30 Menschen verletzt worden. Nach Angaben der Feuerwehr in der Hauptstadt wurden die meisten der 27 Opfer leicht verletzt. Lediglich zwei Menschen müssten stationär behandelt werden.


Der Unfall ereignete sich den Angaben zufolge an einer Kreuzung zweier großer Straßen im Stadtteil Prenzlauer Berg. Feuerwehr und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Unglücksursache war unklar. Die Polizei leitete Ermittlungen ein.


+++ 13.10 Uhr: Bundestag beschließt höhere Strafen für Raser +++

Teilnehmer und Veranstalter illegaler Autorennen müssen sich auf deutlich härtere Strafen einstellen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf verabschiedete der Bundestag am Donnerstag. Er sieht auch vor, die Fahrzeuge der Beteiligten einzuziehen. 

Wer illegale Autorennen veranstaltet oder daran teilnimmt, soll künftig mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden - und mit bis zu zehn Jahren, wenn jemand dabei schwer verletzt oder getötet wird. Bisher wird die Teilnahme an solchen Rennen mit 400 Euro Bußgeld und einem Monat Fahrverbot geahndet. 

+++ 12.36 Uhr: Reuiger Räuber gibt Opfer drei Jahre nach der Tat 20.000 Euro zurück +++

Ein reuiger Räuber hat seinem Opfer in Südfrankreich mehr als drei Jahre nach der Tat 20.000 Euro zurückgegeben. Der 27-Jährige brachte der alten Frau einen Blumenstrauß und das damals geraubte Geld, wie die Polizei der Hafenstadt Marseille am Donnerstag mitteilte. Der Mann und ein Komplize hatten die Frau kurz vor Weihnachten 2013 überfallen, nachdem sie in einer Bank 20.000 Euro abgehoben hatte. Das Opfer erlitt einen Schock, blieb aber unverletzt.

Im vergangenen März dann fand die Frau zu ihrer Überraschung einen großen Blumenstrauß vor ihrer Wohnung - ohne jeden Hinweis. Einige Tage später klingelte ein Mann und brachte ihr einen Blumenstrauß und einen Umschlag mit 20.000 Euro. Die Polizei konnte den Mann einige Wochen später ausfindig machen. Er räumte den Raub ein, sprach von einer "Jugendsünde" und bedauerte die Tat. Den Namen seines Komplizen gab er aber nicht Preis. Vor einem Prozess wird ihn seine Reue nicht bewahren - er muss bald vor Gericht erscheinen.

+++ 12.10 Uhr: Zehn Tote bei Absturz eines Lifts zwischen zwei Dörfern in Pakistan +++

Beim Absturz einer Transportgondel zwischen zwei Dörfern in den Bergen im Nordosten Pakistans sind zehn Menschen ums Leben gekommen. Zwei seien verletzt worden, sagte ein Polizeibeamter aus der nächstgrößeren Stadt Murree nahe der Hauptstadt Islamabad am Donnerstag. Der horizontale Lift verband zwei Dörfer, die durch eine Schlucht und einen Gebirgsbach voneinander getrennt sind. Solche Transportgondeln, die an Seilen über Flüsse und Schluchten hin- und hergezogen werden, sind in Pakistan recht üblich. Die sogenannten Dolis ersetzen in ländlichen oder gebirgigen Gegenden oft Brücken.

+++ 11.31 Uhr: Türkische Gemeinde will keinen Erdogan-Auftritt in Deutschland +++

Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) will nicht, dass der geplante Auftritt des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan für den Bundestagswahlkampf ausgeschlachtet wird. "Ich wünsche mir eine klare Haltung, dass man eine solche Großveranstaltung hier in Deutschland nicht zulässt", sagte der TGD-Bundesvorsitzende Gökay Sofuoglu am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Schließlich habe Erdogan das Verhältnis zu Deutschland durch Nazi-Vergleiche und das Besuchsverbot für den Stützpunkt Incirlik massiv belastet. "Er muss auch spüren, dass er sich nicht alles erlauben kann", sagte der Vorsitzende des Dachverbandes.

+++ 11.27 Uhr: Die deutsche Sprache hat jetzt auch ein großes Eszett +++

Das Eszett, das "scharfe S", gibt es jetzt auch offiziell als Großbuchstaben. Es sieht aus wie ein Mittelding zwischen dem bisherigen, klein geschriebenen "ß" und einem groß geschrieben "B". Vor allem für die korrekte Schreibung von Eigennamen in Pässen und Ausweisen sei dies wichtig, teilte der Rat für deutsche Rechtschreibung am Donnerstag in Mannheim mit.

Bisher hatten zum Beispiel Menschen mit dem Nachnamen Oßner ein Problem: Wenn in einem Ausweisdokument wegen der Großschreibung der Buchstaben anstelle des "ß" ein Doppel-"S" steht, bleibt unklar, ob sie "Ossner" oder "Oßner" heißen.

+++ 11.19 Uhr: Polizei entschärft offenbar Sprengsatz in Berliner Schnellrestaurant +++

In einem Schnellrestaurant in Berlin-Kreuzberg haben Unbekannte offenbar einen Sprengsatz deponiert. Wie die Polizei in der Hauptstadt am Donnerstag mitteilte, entdeckten Zeugen am Morgen eine Gasflasche mit Kabeln daran. Nach ersten Einschätzungen von Experten habe es sich dabei "offenbar um eine Gasflasche mit Zündvorrichtung" und somit "möglicherweise um einen Sprengsatz" gehandelt.

+++ 11.11 Uhr: Oppermann: G20 muss Trump isolieren +++

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann erwartet vom G20-Gipfel in Hamburg eine klare Abgrenzung von US-Präsident Donald Trump. Kanzlerin Angela Merkel müsse eine "19:1-Allianz" gegen Trump in der Klimapolitik zustande bringen, sagte Oppermann am Donnerstag im Bundestag. Er warf Trump vor, den Westen zu spalten und internationale Verträge und Institutionen schwächen zu wollen. Die Kündigung des Pariser Klimaabkommens sei "eine Zäsur für unsere Weltgemeinschaft in einer existenziellen Frage", sagte er.

+++ 11 Uhr: Trotz Brexit: Oettinger gegen Kahlschlag bei EU-Agrarfinanzierung +++

EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger will trotz des Brexits und zusätzlicher europäischer Aufgaben keine größeren Einschnitte bei der Agrarfinanzierung. "Den Konflikt sollten wir nicht eingehen, dass man sinnvollerweise neue Aufgaben finanziert, aber einen Kahlschlag bei bestehenden Aufgaben in Kauf nimmt oder gar anstrebt", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag beim Bauerntag in Berlin. "Nicht mit mir." Hintergrund ist ein Finanzbedarf von rund 20 Milliarden Euro jährlich ab 2020 durch den EU-Austritt Großbritanniens und neue gemeinsame Aufgaben etwa in der Flüchtlings- und Verteidigungspolitik.

+++ 10.20 Uhr: Flüge in die USA - Kontrollen sollen massiv verschärft werden +++

Die US-Regierung verzichtet vorerst auf das geplante Verbot für Laptops und Tablets im Handgepäck bei Flügen aus der EU in die USA. Wegen der Terrorbedrohung würden die Sicherheitskontrollen für alle Fluggesellschaften mit dem Ziel USA jedoch massiv verschärft, kündigte US-Heimatschutzminister John Kelly in Washington an. Bereits an den Startflughäfen soll schärfer kontrolliert werden.

Wegen der Befürchtung, islamistische Attentäter könnten in den Geräten Sprengsätze verstecken, hatten die USA im März ein Kabinen-Verbot für größere elektronische Geräte auf Flügen aus acht muslimischen Ländern verhängt.


+++ 10.14 Uhr: 43 Prozent aller Schwangerschaften in Entwicklungsländern sind ungewollt +++

In Entwicklungsländern sind 89 Millionen Schwangerschaften ungewollt - das sind 43 Prozent aller Schwangerschaften. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass jede vierte Frau dort nicht verhüten kann, auch wenn sie das gerne möchte. Diese Zahlen gehen aus der heute veröffentlichten Studie "Adding it up" des US-amerikanischen Guttmacher Instituts hervor. Der größte Handlungsbedarf besteht in Afrika südlich der Sahara. Hier kann jede zweite nicht Frau verhüten.

+++ 9.11 Uhr: Erdogan beantragt offiziell Auftritt in Deutschland +++

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat offiziell einen Auftritt in Deutschland am Rande des G20-Gipfels beantragt. "Wir haben seit gestern eine offizielle Anfrage der Türkei, die uns mitgeteilt hat, dass der türkische Staatspräsident Erdogan rund um den G20-Gipfel ... zu seinen Landsleuten sprechen möchte", sagte Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) bei seinem Russland-Besuch in Krasnodar.

+++ 08.50 Uhr: Missbrauchs-Vorwurf: Ranghoher Kardinal im Vatikan legt Amt nieder +++

Einer der ranghöchsten Kardinäle im Vatikan, Finanzchef George Pell, will angesichts von Missbrauchsvorwürfen in seiner Heimat Australien sein Amt vorübergehend niederlegen. Er habe Papst Franziskus darum gebeten, um in Australien seine Unschuld zu beweisen, gab der Papst-Vertraute in Rom bekannt.

Gegen Kardinal George Pell, Finanzchef im Vatikan, wird wegen mutmaßlichen Kindesmissbrauchs ermittelt

Gegen Kardinal George Pell, Finanzchef im Vatikan, wird wegen mutmaßlichen Kindesmissbrauchs ermittelt


+++ 08.39 Uhr: ADAC-Vizepräsident rät vorerst vom Kauf von Diesel-Autos ab +++

Der ADAC rät bis auf Weiteres vom Kauf neuer Diesel-Autos ab. "Unsere Empfehlung ist, mit einem Neuwagenkauf eventuell noch zu warten, bis im Herbst Modelle mit dem Standard Euro 6D auf den Markt kommen", sagte ADAC-Vizepräsident Ulrich Klaus Becker der Wochenzeitung "Die Zeit". Hintergrund sind die Debatten um Entschädigungen wegen manipulierter Abgaswerte sowie um Fahrverbote in Städten wegen hoher Stickoxid- und Feinstaubwerte.

Becker forderte von den Herstellern zudem im Streit um die Abgas-Manipulationen "eine verbindliche Garantie, dass eine fehlgeschlagene Nachrüstung zu einer einklagbaren Haftung führt". Dazu sind die Hersteller in Deutschland bisher nicht bereit.

+++ 08.02 Uhr: Spanische Region legalisiert Kiffer-Clubs +++

In der spanischen Region Katalonien sind Kiffer-Clubs künftig legal. Das Regionalparlament stimmte mit überwältigender Mehrheit für die Legalisierung solcher Clubs. Gemäß dem verabschiedeten Gesetz dürfen Mitglieder nicht jünger als 18 sein, in den Clubs dürfen weder Alkohol noch Tabak verkauft werden und für den Verkauf von Cannabis gibt es Mengenbegrenzungen.

In Spanien ist Kiffen in der Öffentlichkeit verboten, der Konsum von Haschisch im privaten Bereich wird jedoch toleriert. In den vergangenen Jahren hatten sich zahlreiche Clubs gebildet, in denen Mitglieder Haschisch rauchen können.

+++ 07.57 Uhr: Seehofer: SPD-Vorgehen bei Ehe für alle normalerweise Koalitionsbruch +++ 

Das Vorgehen der SPD beim Thema Ehe für alle sorgt weiter für heftigen Streit in der großen Koalition. "Normalerweise ist das ein Koalitionsbruch", sagte CSU-Chef Horst Seehofer der "Augsburger Allgemeinen". Die SPD hatte gemeinsam mit Grünen und Linken gegen den Willen der Union eine Bundestagsabstimmung über das Thema für diesen Freitag angesetzt.


+++ 6.16 Uhr: Europol-Chef warnt vor noch schwereren Cyber-Attacken +++ 

Nach der erneuten weltweiten Cyber-Attacke hat der Chef der europäischen Polizeibehörde Europol, Rob Wainwright, die Nachlässigkeit vieler Konzerne weltweit kritisiert. "Viele internationale Konzerne haben ihre Computersysteme noch nicht einmal grundlegend gesichert", sagte Wainwright der "Neuen Osnabrücker Zeitung" .

Der Europol-Chef hob hervor, schon der Angriff mit der Schadsoftware "WannaCry" vor sechs Wochen sei ein Beispiel dafür gewesen, wie Konzerne digital erpresst wurden. Dies sei durchaus vermeidbar gewesen. "'WannaCry' war kein High-Tech-Angriff", sagte Wainwright der "NOZ". Wainwright rechnet künftig mit noch aggressiveren weltweiten Hackerattacken auf Firmen: "Das könnte jederzeit wieder passieren. Und auch noch schlimmer als bisher."


+++ 4.04 Uhr: Südafrika erlaubt trotz Kritik Export von Löwenskeletten +++

Trotz scharfer Kritik von Tierschützern hat Südafrika den Export von bis zu 800 Löwenskeletten erlaubt. Der internationale Handel von einzelnen Knochen hingegen sei nicht zulässig, erklärte das Umweltministerium am Mittwoch. Die Erlaubnis bezieht sich demnach auch nur auf Skelette, die von in Gefangenschaft aufgewachsenen Löwen stammen. Damit soll sichergestellt werden, dass Wilderer nicht verstärkt in freier Wildbahn lebende Tiere töten.

Artenschützer fürchten jedoch um die bereits stark dezimierten Löwenbestände in Afrika. Löwenknochen werden unter anderem in der traditionellen asiatischen Medizin als Ersatz für verbotene Tigerknochen eingesetzt. Südafrikas Umweltministerium vertritt die Ansicht, dass ein weiteres Verbot des Handels mit Skeletten von Zuchttieren zu mehr Wilderei führen würde.

+++ 02.15 Uhr: Ermittlungsverfahren gegen Vatikan-Finanzchef Pell wegen Kindesmissbrauchs +++

Gegen einen der mächtigsten Männer im Vatikan ist ein Ermittlungsverfahren wegen Kindesmissbrauchs eingeleitet worden: Dem Finanzchef des Vatikan, Kardinal George Pell, werden mehrere sexuelle Vergehen vorgeworfen, wie die Polizei in seinem Heimatland Australien mitteilte. Der 76-Jährige soll Mitte Juli zu einer Anhörung nach Melbourne kommen. Pell sagte sein Erscheinen vor Gericht zu und wies zugleich die Vorwürfe "energisch" zurück.

Es gebe "mehrere Beschwerdeführer" gegen Pell, sagte Shane Patton von der Polizei des australischen Bundesstaates Victoria vor Journalisten in Melbourne. Australischen Medienberichten zufolge wird Pell von zwei Männern bezichtigt, sie Ende der 70er Jahre missbraucht zu haben. Zudem soll er sich in den 80er Jahren nackt vor drei Jungen gezeigt haben.

+++ 23.56 Uhr: Weltverband untersucht Vettel-Rempler +++

Der Wut-Rempler gegen Lewis Hamilton hat für Sebastian Vettel ein Nachspiel. Der Automobil-Weltverband FIA untersucht offiziell den Ausraster des Ferrari-Stars in Aserbaidschan. Der Weltverband will demnach prüfen, ob mögliche weitere Schritte gegen Vettel ergriffen werden müssen.

Am kommenden Montag - ausgerechnet dem 30. Geburtstag des Hessen - soll es dazu eine Verhandlung geben. Eine endgültige Entscheidung über den Vorfall soll damit noch vor dem nächsten Grand Prix am 9.
Juli in Österreich gefällt werden. Im äußersten Fall könnte Vettel eine Sperre für ein Formel-1-Rennen drohen.

Vettel war am Sonntag beim Grand Prix in Baku in der 19. Runde aus Wut über ein vermeintliches Bremsmanöver von Hamilton hinter dem Safety-Car absichtlich ans linke Vorderrad des Silberpfeil-Stars gefahren. Der viermalige Weltmeister wurde anschließend mit einer Zehn-Sekunden-Strafe belegt. Trotz der Sanktion kam Vettel als Vierter vor Hamilton ins Ziel, weil der Brite wegen einer lockeren Nackenstütze einen Zusatzstopp einlegen musste.  


+++ 23.41 Uhr: Italien droht mit Hafensperre für ausländische Flüchtlingsschiffe +++

Italien erhöht angesichts steigender Flüchtlingszahlen den Druck auf die anderen EU-Staaten: Wie italienische Medien berichteten, hat die Regierung in Rom der EU damit gedroht, ausländischen Schiffen mit geretteten Flüchtlingen künftig die Einfahrt in italienische Häfen zu verbieten. Regierungskreise bestätigten der Nachrichtenagentur AFP die Angaben. "Es kann so nicht weitergehen", sagte ein Regierungsvertreter. Den Berichten zufolge übergab der italienische EU-Botschafter Maurizio Massari bei einem Treffen in Brüssel einen Brief an EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos. Die zuletzt stark gestiegenen Flüchtlingszahlen hätten Italien an seine "Schmerzgrenze" gebracht, klagt die Regierung darin.

pg/AFP/DPA