HOME

Wutausbruch wegen Nüssen: Tochter von Korean-Air-Chef aus Haft entlassen

Aufgrund von "falsch" servierten Nüsse bekam die Tochter des Chefs von Korean-Air einen extremen Wutausbruch an Bord eines Flugzeuges. Aus der Haft wurde sie jetzt auf Bewährung entlassen.

Bereut ihr Verhalten zutiefst: Cho Hyun Ah, Tochter des Korean-Air-Chefs, bekam einen Tobsuchtsanfall an Bord eines Flugzeugs

Bereut ihr Verhalten zutiefst: Cho Hyun Ah, Tochter des Korean-Air-Chefs, bekam einen Tobsuchtsanfall an Bord eines Flugzeugs

Im Berufungsprozess um die "Nussaffäre" in einem südkoreanischen Flugzeug ist die Tochter des Chefs von Korean Air zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Im Februar war die 40-jährige Cho Hyun Ah unter anderem wegen Verstoßes gegen die Flugsicherheit zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Das Seouler Landgericht sprach Cho am Freitag jedoch von dem Vorwurf frei, eine Änderung der Flugroute veranlasst zu haben, wie die nationale Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Fast fünf Monate nach ihrer Verhaftung wurde sie in die Freiheit entlassen.

Auslöser des Vorfalls, der in dem Land und international hohe Wellen schlug, waren Macademia-Nüsse. Cho war in einer Passagiermaschine von Korean Air in Rage geraten, als ihr eine Flugbegleiterin die Nüsse in einer Tüte und nicht in einer Schale reichte. Als Folge des sich daraus entwickelten Streits wurde das Flugzeug mit Ziel Seoul am 5. Dezember vergangenen Jahres von der Startbahn auf dem Flughafen John F. Kennedy in New York wieder zum Gate gezogen. Cho hatte dafür gesorgt, dass der Chefsteward die Maschine kurz vor dem Start wieder verlassen musste.

Der Geschäftsbehinderung schuldig

Die Tochter des Chefs von Korean Air wurde jetzt in zweiter Instanz zu einer zehnmonatigen Haftstrafe verurteilt, die zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt ist. Cho habe ihre Tat offenbar bereut und über ihre Schäden, die sie bei anderen Menschen angerichtet habe, ernsthaft nachgedacht, wurde der Richter vom Rundfunksender KBS zitiert. Das Gericht befand sie demnach unter anderem wegen Gewaltanwendung und Einschüchterung des Flugzeugpersonals sowie der Geschäftsbehinderung für schuldig. 

Cho hatte während des Berufungsprozesses die Anwendung von Gewalt eingeräumt, doch den Vorwurf zurückgewiesen, die Flugsicherheit gefährdet zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre Haft gefordert.  

Nach der öffentlichen Kritik an ihrem Verhalten war Cho von ihrem Posten als Vizepräsidentin von Korean Air - zuständig für den Kabinenservice - und anderen Funktionen bei der Airline zurückgetreten.

fin/DPA / DPA