Polizeigewalt in China Falschparker löst stundenlange Prügelei aus

Als die chinesische Polizei gegenüber einem Mann handgreiflich wird, eskaliert die Situation: Dutzende umstehende Bürger prügeln auf die Polizisten ein, werfen Einsatzfahrzeuge um. 13 Stunden dauerten die Ausschreitungen. Auslöser der Krawalle: ein falsch geparktes Motorrad.

Ein Falschparker hat im Südwesten Chinas eine stundenlange Keilerei zwischen dutzenden Bürgern und der Polizei ausgelöst. Die Auseinandersetzung habe 13 Stunden gedauert und 10.000 Schaulustige angezogen, sagte ein Bewohner des Bezirks Weiyuan in der Provinz Sichuan am Donnerstag. Mehr als zehn Menschen seien verletzt worden. Auslöser sei am Dienstag der Versuch der Polizei gewesen, ein falsch geparktes Motorrad zu entfernen, gab der Mann an. Dabei sei der Besitzer von den Polizisten geschlagen worden.

Staatliche Nachrichtenagentur verschwieg Schläge

Eine Sprecherin der Behörden von Weiyuan bestätigte die Krawalle, wollte aber keine Details nennen. Die staatliche Nachrichtenagentur China News Service berichtete, Auslöser sei das Motorrad gewesen, erwähnte aber nicht, dass der Besitzer geschlagen worden sei. Die Lage sei eskaliert, als ein vorbeikommender Bergarbeiter die Beamten beschuldigt habe, Bürger zu verprügeln, hieß es in dem Bericht. Die umstehende Menge habe darauf "die Polizei verprügelt und Einsatzfahrzeuge umgeworfen". Als sich mehrere Beamte in eine Polizeistation geflüchtet hätten, sei auch diese angegriffen worden. Die Zahl der Menschen, die der Vorfall anzog, gab die Agentur mit mehr als tausend an.

In China kommt es jedes Jahr zu tausenden Gewaltausbrüchen, die häufig durch Proteste gegen Enteignungen oder brutale Polizeimethoden ausgelöst werden. Die Regierung in Peking sieht die Unruhen mit Sorge. Die Behörden in China gehen davon aus, dass sie eine Gefahr für die Stabilität Chinas darstellen.

gro/AFP AFP

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