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Polizeigewalt in Spanien: Polizisten prügeln auf Demonstrantinnen ein

Die spanische Regierung hat das Abtreibungsgesetz verschärft. Bei den Protesten dagegen haben Polizisten auf Demonstrantinnen eingeschlagen. Ein Video der Gewaltorgie sorgt im Netz für Aufregung.

Die Demonstrantiinnen sind zwar von zierlicher Gestalt, lassen sich aber nichts gefallen.

Die Demonstrantiinnen sind zwar von zierlicher Gestalt, lassen sich aber nichts gefallen.

Im Internet sorgt ein Video der Gruppe "Periodismo Humano" für Aufsehen, das Polizeigewalt gegen Frauen nach einer Demonstration in Madrid zeigt. Vor dem Justizministerium in Madrid hatten rund tausend Menschen gegen die am Freitag beschlossene Verschärfung des Abtreibungsgesetzes demonstriert.

Nach Ende der Proteste blieben nach Angaben von "Periodismo Humano" Demonstranten auf der Plaza Jacinto Benavente. Das fünfminütige Video zeigt, wie es zu Tumulten kam. Offenbar schrie eine Demonstranten einen Polizisten an: "Hurensohn, wage es nicht, mich anzufassen!", woraufhin sie der Polizist schubst, ein anderer sie mit einem Schlagstock schlägt und die Demonstrantin zu Boden bringt. Daraufhin entwickeln sich weitere Scharmützel zwischen Demonstrantinnen und Polizei. Am Ende wurden nach Medienberichten drei Frauen wegen Bedrohung eines Polizisten, Ungehorsams und Widerstands festgenommen.

Am Ende prügeln die Polizisten auch auf Passanten ein, die das Geschehen filmen.

Am Ende prügeln die Polizisten auch auf Passanten ein, die das Geschehen filmen.

Verschärfung des Abtreibungsgesetzes

Auslöser der Demonstrationen war eine umstrittene Verschärfung des Abtreibungsgesetzes, die die die spanische Regierung beschlossen hat und damit große Empörung auch unter Konservativen auslöste. Nach dem Reformentwurf, der am Freitag auf einer Kabinettssitzung in Madrid gebilligt wurde, sollen Abtreibungen künftig nur noch in Fällen von Vergewaltigung oder bei schweren gesundheitlichen Risiken für die Mutter zulässig sein. Wie die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy weiter mitteilte, sollen Abtreibungen nur noch bis zur 14. Schwangerschaftswoche legal durchgeführt werden dürfen.

Das seit 2010 in Spanien geltende Recht gestattet Frauen bisher eine Abtreibung bis zur 14. Schwangerschaftswoche ohne jedwede Angabe von Gründen. Nur Mädchen unter 16 Jahren müssen eine Einverständnis-Erklärung ihrer Eltern vorlegen. Falls eine Missbildung des Fötus vorliegt und auch bei physischen oder psychologischen Risiken für die Mutter darf ein Abbruch sogar bis zur 22. Woche erfolgen.

Die Reformpläne, die vom Parlament noch abgesegnet werden müssen, werden seit Monaten von linken Parteien, von Frauenverbänden und Menschenrechtsgruppen scharf angeprangert.

tkr mit DPA
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