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Nazis hatten mündliche Prüfung verboten Diese Frau hat mit 102 (!) ihre Promotion nachgeholt


Eigentlich wollte sie ihren Doktor bereits 1937 machen, doch die Nazis verwehrten ihr die Zulassung zur mündlichen Prüfung. 78 Jahre später hat sie mit stolzen 102 Jahren nachträglich promoviert.

Im Alter von 102 Jahren hat eine Kinderärztin ihre mündliche Promotionsprüfung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) erfolgreich abgelegt. Wie die Klinik mitteilte, hatte Ingeborg Syllm-Rapoport ihre Dissertationsschrift über Diphtherie bereits 1937/38 angefertigt. Damals arbeitete sie als Assistenzärztin am Israelitischen Krankenhaus Hamburg. Die Zulassung zur mündlichen Prüfung war ihr wegen ihrer jüdischen Abstammung von den nationalsozialistischen Hochschulbehörden verwehrt worden.

"Mit dieser nachträglichen Promotion können wir geschehenes Unrecht nicht wiedergutmachen. Aber wir tragen damit zur Aufarbeitung der dunkelsten Seiten deutscher Geschichte an den Universitäten und Hochschulen bei", erklärte der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Uwe Koch-Gromus. Die Prüfung wurde nach Angaben der Klinik nach der neuesten Promotionsordnung abgenommen.

Syllm-Rapoport war 1952 nach der Rückkehr aus dem Exil in den USA zusammen mit ihrem Mann Samuel Mitja Rapoport in die DDR gegangen. Dort war sie eine hochdekorierte Professorin für Neugeborenenheilkunde an der Berliner Charité. Bei einer Feierstunde am 9. Juni soll sie ihre Promotionsurkunde überreicht bekommen. Dann darf sie sich "Prof. Dr. Dr." nennen.

yps/DPA DPA

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