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Protest gegen neue Gebührenordnung: Berlins Taxifahrer boykottieren Flughäfen und Hauptbahnhof

Wer am Montag ein Taxi an einem Berliner Flughafen oder am Hauptbahnhof nehmen wollte, wurde enttäuscht: Statt Fahrgäste zu befördern, nehmen viele Taxifahrer an einer Sternfahrt zum Brandenburger Tor teil und legten den Verkehr zeitweise lahm. Hintergrund ist ein Streit um die Gebührenpolitik am neuen Hauptstadtflughafen.

Verkehrschaos in Berlin: Mit Sternfahrten und Boykottaktionen haben am Montag rund 2500 Berliner Taxifahrer gegen die unterschiedlichen Fahrpreise von und zum neuen Hauptstadtflughafen protestiert. Am Hauptbahnhof und an den Flughäfen Tegel und Schönefeld nahmen die Fahrer stundenlang keine Fahrgäste auf. Eine Sternfahrt quer durch die Stadt zu einer zentralen Kundgebung am Brandenburger Tor brachte den Verkehr zeitweise zum Erliegen. Signalstörungen und Bauarbeiten bei der S-Bahn sollten das Chaos noch verschärfen: Auf mehreren Linien kam es zu Verspätungen und Ausfällen.

Der Taxi-Protest richtet sich gegen eine Service-Gebühr von 1,50 Euro, die von Juni an am neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld pro Fahrgast fällig sein soll. Zudem beklagen die Fahrer unterschiedliche Tarifpreise auf dem Hin- und Rückweg zum Schönefelder Flughafen. Nach einem Kompromiss zwischen Berlin und dem Landkreis Dahme-Spreewald gilt von Berlin nach Schönefeld der Berliner Tarif, vom Flughafen in die Stadt der teurere des Landkreises.

"Keine unterschiedlichen Tarife für gleiche Wegstrecken. Ein Preis für ein und dieselbe Leistung," forderten dagegen die Berliner Taxiverbände. Richard Leipold, der Vorsitzende der Berliner Taxivereinigung, kritisierte, die Kollegen würden einem Monopolisten ausgeliefert und ihre Fahrgäste auf dem Umweg der Servicepauschale an der Flughafenfinanzierung beteiligt. Zudem bringe der unterschiedliche Tarif vom und zum Flughafen die Fahrer in Erklärungsnöte, sagte Leipold. Das sei Gästen aus Rom, Paris und New York nicht zu erklären.

jwi/DPA / DPA