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Angeklagter Flüchtling: Prozess um Mord an 19-jähriger Studentin in Freiburg beginnt

Im vergangenen Herbst soll ein junger Flüchtling eine Studentin aus Freiburg vergewaltigt und anschließend getötet haben. Ein Fall, der binnen Stunden durch das Land ging und die Debatte um Flüchtlinge schürte. Nun beginnt der Prozess. 

Außenaufnahme des Landgerichts in Freiburg

Das Landgericht in Freiburg hat für den Mordprozess um Hussein K. 16 Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte im Dezember fallen.

Eine 19 Jahre alte Studentin wird vergewaltigt und anschließend ermordet - knapp elf Monate nach der Tat beginnt vor dem Freiburger Landgericht am Dienstag der Prozess gegen einen jungen Flüchtling. Hussein K. ist nach Angaben des Gerichts wegen Mordes in Tateinheit mit besonders schwerer Vergewaltigng angeklagt.

Ihm wird vorgeworfen, im Oktober vergangenen Jahres Maria L., die mit dem Fahrrad nachts alleine auf dem Weg von einer Studenten-Party nach Hause war, überfallen und vergewaltigt zu haben. Danach soll der Tatverdächtige die junge Frau im knietiefen Wasser des Flusses Dreisam abgelegt haben. Die 19-Jährige ertrank, eine Joggerin fand sie am Morgen.

45 Zeugen sollen in Freiburg gehört werden

Hussein K. wurde rund sieben Wochen nach der Tat Anfang Dezember festgenommen. Die Polizei hatte DNA-Spuren von ihm am Tatort gefunden, über Videoaufnahmen in einer Straßenbahn kamen ihm die Ermittler auf die Spur. Er selbst hat behauptet, zur Tatzeit 17 Jahre alt gewesen zu sein. Altersgutachten sind aber zu dem Ergebnis gekommen, dass er damals mindestens 21 Jahre war. Die Frage, ob bei einer Verurteilung Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht gilt, muss nun das Gericht klären.

Für den Prozess vor der Jugendkammer des Gerichts sind den Angaben zufolge 16 Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte demnach im Dezember gesprochen werden. Gehört werden sollen den Planungen zufolge 45 Zeugen sowie zehn Sachverständige.

Hussein K. wurde in Griechenland verurteilt

Hussein K. war nach Angaben deutscher Behörden im November 2015 ohne Papiere nach Deutschland gekommen. Was die Behörden damals nicht wussten: Wegen einer Gewalttat an einer jungen Frau auf der griechischen Insel Korfu war Hussein K. in Griechenland zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt und im Oktober 2015 unter Auflagen vorzeitig entlassen worden. Er tauchte unter und kam als Flüchtling nach Deutschland. Nach eigenen Angaben kommt der Mann aus Afghanistan. 

sve / AFP / DPA