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Russlands Spione: Wenn's geheim sein soll: Schreibmaschine

Sie steigt wieder, die Nachfrage nach der guten alten Triumph-Adler: Im Kampf gegen die ausufernde Computerspionage setzen russische Geheimdienste auf eine bewährte Waffe: die Schreibmaschine.

Zum Schutz streng geheimer Informationen vor Computerspionage setzen russische Sicherheitsdienste verstärkt wieder auf die Schreibmaschine. Der Föderale Schutzdienst (FSO), der als einer der russischen Geheimdienste für die Sicherheit des Präsidenten und der Regierung zuständig ist, bestellte nach einem Bericht der Zeitung "Iswestija" nun 20 Schreibmaschinen. Besonders heikle Dokumente würden demnach nur auf Papier und nicht auf elektronischen Datenträgern archiviert, um sie zu schützen.

Üblich sei diese Praxis in Russland nicht nur in den Geheimdiensten, sondern auch im Verteidigungs- und im Zivilschutzministerium. Der frühere Chef des Inlandsgeheimdienstes FSB, Nikolai Kowaljow, sagte der Zeitung, dass auch die handschriftliche Aufzeichnung geheimer Informationen üblich sei. Dem Bericht zufolge ist besonders das deutsche Schreibmaschinen-Modell Triumph-Adler Twen 180 bei den russischen Geheimdiensten beliebt.

Auch alte Telefonleitungen in Betrieb

Wichtig sei für die Sicherheitsdienste, dass jede Schreibmaschine ihre eigene Signatur habe - anders als etwa in Serienproduktion hergestellte Drucker. So könne jedes Dokument einer bestimmten Maschine zugeordnet werden.

Der Sprecher des russischen Staatsschutzes FSO, Sergej Dewjatow, sagte der Agentur Itar-Tass, dass auch alte abhörsichere Telefonleitungen weiter genutzt würden für vertrauliche Gespräche zwischen den Staatsführungen. Die erste Leitung zwischen der Sowjetunion und den USA sei vor gut 50 Jahren am 20. Juni 1963 eingerichtet worden, sagte er.

dho/DPA / DPA
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