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Schnee und Sturm: Europa steckt im Winterchaos

Dichtes Schneetreiben und heftiger Sturm haben in einigen Ländern Europas den Verkehr zu Lande und in der Luft lahmgelegt. Die Pariser Flughäfen wurden geschlossen, in Teilen Großbritanniens sind Tausende Haushalte ohne Strom. Und auf den deutschen Autobahnen sind die Streufahrzeuge im Dauereinsatz.

Ein Wintereinbruch hat in Teilen Deutschlands am Dienstagmorgen zu Verkehrsbehinderungen und Unfällen geführt. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt, meist blieb es aber bei Blechschäden. Bis zu zehn Zentimeter Neuschnee fielen in den frühen Morgenstunden allein im Norden. Bundesweit rückten Streufahrzeuge aus, um ein Verkehrschaos im Berufsverkehr zu verhindern.

Besonders in

Hessen

kehrte der Winter mit Macht zurück. Heftige Schneefälle behinderten vor allem in Osthessen den Verkehr auf den Autobahnen. Wie die Autobahnpolizei Bad Hersfeld mitteilte, führten Schneefälle auf den Autobahnen A 4, A 5 und A 7 in kürzester Zeit zu schneebedeckten Fahrbahnen. Der Schwerverkehr kam größtenteils zum Erliegen, Lastzüge blockierten die Fahrspuren. Auf der A 7 kippten drei Lastwagenanhänger um, dabei kamen die Fahrer mit kleineren Verletzungen davon. In beiden Richtungen kam es zu Behinderungen.

Zu einem schweren Unfall kam es auf schneebedeckter Straße an der Landesgrenze zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz. Acht Menschen wurden dabei in der Nähe des rheinland-pfälzischen Ortes Irmtraut zum Teil schwer verletzt, als ein Lastwagen in einen Autounfall hineinfuhr. Im Saarland führten Schneematsch und Glätte in den Morgenstunden zu knapp 40 Unfällen. Dabei wurden sieben Menschen leicht verletzt, wie die Polizei in Saarbrücken berichtete. Meist blieb es aber bei Blechschäden. Auch in Ost- und Süddeutschland meldeten Leitstellen für einige Regionen Schnee und zum Teil glatte Straßen, aber nur geringe Blechschäden. Im schwäbischen Donauwörth stürzte ein Lastwagen auf glatter Straße um, der Fahrer blieb aber unverletzt.

Pariser Flughäfen geschlossen

Ein Sturmtief mit Böen bis 148 Stundenkilometern hat für 14 Stunden den Flugverkehr in Frankreich zum Erliegen gebracht. In Paris mussten 3.000 Passagiere in Hotels übernachten. Rund 600.000 Haushalte an der Atlantikküste waren ohne Strom, wie die Energieversorger mitteilten. Der Sturm "Quinten" zog in der Nacht zum Dienstag über die Nordhälfte des Landes und wurde in abgeschwächter Form auch in Deutschland erwartet. Über Opfer war zunächst nichts bekannt. Der Betrieb an den drei Pariser Flughäfen Charles de Gaulle, Orly und Le Bourget war von Montagabend bis zum späten Dienstagmorgen eingestellt, zum ersten Mal seit mehr als 30 Jahren. Allein Air France musste 210 Flüge streichen. In Frankfurt am Main fielen zwei Flüge aus, die am Morgen aus Paris ankommen sollten, wie die Verkehrsleitung mitteilte. Von verheerenden Schäden blieb Frankreich aber diesmal verschont, der Sturm war nicht so stark wie vorhergesagt. Im Landesinneren erreichten die Böen nur vereinzelt eine Geschwindigkeit von 120 Kilometern in der Stunde, wie der Wetterdienst Météo-France mitteilte.

Tausende Briten ohne Strom

Heftige Regen- und Schneefälle haben Teile von Großbritannien erneut lahmgelegt. In 3000 Haushalten im Westen Englands, wo es in der Nacht bis zu zwölf Zentimeter geschneit hatte, fiel der Strom aus, nachdem Äste unter der Schneelast auf Strommasten fielen. In London und Südengland regnete es in 24 Stunden so viel wie sonst im ganzen Februar. Autobahnen und Straßen sind wegen Hochwassers gesperrt worden. Etwa 30 Menschen steckten mit ihren Autos auf überfluteten Straßen fest und mussten von der Feuerwehr befreit werden. Wegen des orkanartigen Sturms war der Flughafen Bristol über Nacht geschlossen. Außerdem kam es im Zugverkehr zwischen London und Mittelengland zu erheblichen Verspätungen. Der Winter hat Großbritannien seit gut einer Woche im Griff. Am Montag vergangener Woche waren nach den stärksten Schneefällen seit 18 Jahren landesweit über sechs Millionen Menschen nicht zur Arbeit erschienen.

DPA/AP / AP / DPA