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Schock im Essen: Kot in Pralinen, Würmer im Fisch

Lebensmittelkontrolleure haben erschreckende Funde auf der Suche nach nicht essbaren Inhalten von industriell gefertigten Lebensmitteln gemacht. Nicht selten finden sich Insekten, Krankheitserreger oder sogar Metallstücke in unserem Essen.

Läuse, Motten, Kot, Würmer und Metallteile haben Lebensmittelkontrolleure im Essen einiger Menschen in Hamburg gefunden. Jede achte von insgesamt 19 000 Proben im vergangenen Jahr wurde beanstandet, sagte Thomas Kühn vom Institut für Hygiene und Umwelt am Donnerstag. Diese waren fehlerhaft gekennzeichnet, enthielten unerlaubte Stoffe oder entsprachen nicht der vorgeschriebenen Qualität. Lediglich 13 dieser Proben wurden 2005 als gesundheitsgefährdend eingestuft.

Unfreiwillige Fleischbeilage

Dazu gehörten besonders unappetitliche Bespiele wie Blattläuse im Broccoli-Auflauf eines Lieferservices, eine Packung Pralinen mit Kot, Larven und einer toten Motte sowie fünf Zentimeter lange Würmer in einem Rotbarschfilet. Mehrere Proben Nussschokolade waren mit lebenden Schädlingen befallen, in einer Packung Freilandeier wurde ein abgestorbener Hühnerembryo gefunden. Ein Brot enthielt eine verrostete Eisendrahtklammer, in einer Zuckerprobe wurden Glaskügelchen entdeckt und in einer Portion Geflügelsalat versteckte sich ein Stück Gummi.

Insgesamt rund 350 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes wie Lebensmittelkontrolleure und -chemiker, Mikrobiologen, Human- und Veterinärmediziner sind in der Hansestadt für die Lebensmittelsicherheit im Einsatz. Während sich die Zahl der Kontrollen gegenüber dem Vorjahr kaum erhöht hat, sei der Umfang der einzelnen Untersuchungen allerdings um 25 Prozent gestiegen. Grund sind laut Kühn verschärfte gesetzliche Bestimmungen, vermehrte Einfuhrkontrollen und bessere Analysegeräte.

Im laufenden Jahr wurden im Institut bereits 400 Proben Fleisch und Fleischerzeugnisse mikrobiologisch untersucht. Davon wurde etwa ein Viertel beanstandet. Aktuell analysieren die Experten des Instituts für Hygiene und Umwelt Reis und Reisnudeln auf die in der EU nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Linien LL601 und BT. Von bisher 36 untersuchten Proben waren 13 positiv.

DPA / DPA