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Schülergruppe stirbt bei Germanwings-Absturz: Das Los entschied, wer zum Austausch durfte

Eigentlich hatten viel mehr Schüler aus dem westfälischen Haltern an der verhängnisvollen Reise nach Spanien teilnehmen wollen. Eines der Opfer hätte die Unglücksmaschine beinahe verpasst.

Die Trauer am Joseph-König-Gymnasium in Haltern am See ist groß. Die Schüler stützen und trösten sich gegenseitig.

Die Trauer am Joseph-König-Gymnasium in Haltern am See ist groß. Die Schüler stützen und trösten sich gegenseitig.

Der Andrang auf den deutsch-spanischen Austausch des Joseph-König-Gymnasiums in Haltern am See war groß. Deutlich mehr Schüler wollten daran teilnehmen, als es Plätze gab. Das Los musste entscheiden, wer auf den achttägigen Trip in die Nähe von Barcelona gehen darf, wie eine Sprecherin der Bezirksregierung mit Bezug auf den Schulleiter mitteilte. Bitter: Das Lospech von vor einigen Wochen stellt sich jetzt als großes Glück heraus.

Nach Informationen der "Halterner Zeitung" hatten sich 40 Jugendliche für die Reise beworben - 14 Schülerinnen und zwei Schüler seien ausgewählt worden. Mindestens einer der Schüler soll über die Nachrückliste zu der Reisegruppe dazugestoßen sein.

Insgesamt lernten in der zehnten Jahrgangsstufe des Joseph-König-Gymnasiums 65 Schüler Spanisch. 16 von ihnen und zwei Lehrerinnen waren bei dem Absturz des Germanwings-Fliegers am Dienstag ums Leben gekommen.

Schülerin vergaß Ausweis

Eine Schülerin hätte nach Informationen der spanischen Zeitung "El País" die Unglücksmaschine beinahe verpasst. Wie das Blatt berichtet, hatte das Mädchen seinen Ausweis bei der Familie vergessen, bei der es untergebracht war. Die spanischen Gastgeber seien daraufhin mit dem Auto losgefahren und hätten das Dokument noch gerade rechtzeitig zum Flughafen gebracht. Wenn die Schülerin den Ausweis nicht bekommen hätte, hätte möglicherweise die ganze Gruppe ein anderes Flugzeug genommen, spekulierte die Zeitung.

swd/DPA / DPA
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