VG-Wort Pixel

Corona Meldepflicht für Haustiere kommt – Was tun, wenn die Katze schnupft?

Wenn das Haustier Corona hat: Die Meldepflicht kommt
Eine Meldepflicht soll der Erforschung des Corona-Virus bei Haustieren dienen
© martin-dm / Getty Images
Das Corona-Virus trifft nicht nur Menschen, es kann auch Haustiere wie Katzen und Hunde krank machen. Um der Wissenschaft zu helfen, sollen Tierärzte infizierte Tiere bald melden. Was Sie als Halter tun müssen, erfahren Sie hier. 

Wenn eine Katze niest, denken die meisten an einen gewöhnlichen Katzenschnupfen. In diesen Tagen könnte es allerdings auch Corona sein. Dass Haustiere wie Katzen und Hunde, aber auch Zootiere, sich mit dem Virus infizieren, geschieht nicht oft – dennoch soll die Übertragbarkeit und der Verlauf des Virus bei Tieren nun besser erforscht werden. Dafür setzt Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) auf eine Meldepflicht für Corona-Fälle bei Tieren, die am 3. Juli durch den Bundesrat bewilligt werden soll. Das heiße aber nicht, dass Hunde- oder Katzenbesitzer mit ihren Lieblingen gleich zum Tierarzt müssen. Es gebe auch keine Hinweise, dass Haustiere ihre Halter anstecken, betonte Klöckner.

"Man muss die Lage auch bei Tieren im Blick haben"

Die Pandemie werde getrieben durch die Übertragung von Mensch zu Mensch, sagte auch Thomas Mettenleiter, Leiter des Friedrich-Loeffler-Instituts, des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit. Dennoch müsse man auch die Lage bei Tieren im Blick haben. Die Meldepflicht sieht vor, dass Tierärzte Fälle bei den Behörden anzeigen müssen. Das soll für alle vom Menschen gehaltenen Tiere gelten, auch für Zootiere. Bekannt sind vor allem Fälle von Katzen, die sich mit Corona infiziert haben. In einem New Yorker Zoo haben sich auch Löwen und Tiger angesteckt.

Infektionen gebe es auch bei Hunden, sagte Mettenleiter. Diese seien aber weniger empfänglich für das Virus und zeigten meist keinerlei Symptome. In Experimenten ließen sich Frettchen hingegen gut anstecken. In den Niederlanden gebe es Fälle bei Nerzen, die für Pelze gezüchtet wurden - dort gebe es auch Hinweise darauf, dass Menschen sich bei den Tieren angesteckt haben könnten. Die Bundesregierung plant keine Test-Pflicht für die rund 31 Millionen Haustiere in Deutschland. Sinnvoll könne es aber sein, Katzen testen zu lassen, die in Haushalten mit Corona-Infizierten leben, sagte Klöckner. Nur, wenn ein Veterinäramt den Test anordnet, werden die Kosten übernommen. Wer sein Haustier freiwillig testen lassen will, muss das selbst bezahlen - die Kosten lägen "im unteren zweistelligen Bereich", sagte Mettenleiter. Antikörper-Tests, die eine überstandene Infektion anzeigen, seien etwas teuerer.

Was tun, wenn mein Haustier Corona hat?

Ähnlich wie bei Menschen verlaufen Mettenleiter zufolge viele Corona-Infektionen bei Tieren komplett ohne Symptome. Es könne aber auch zu Atemwegserkrankungen kommen - für Katzenbesitzer sei das nicht von einem normalen Katzenschnupfen zu unterscheiden. Natürlich infizierte Tiere seien nach bisherigen Erkenntnissen noch nicht an der Erkrankung gestorben. In Experimenten sei das aber schon vorgekommen, gerade bei jüngeren Katzen, die Studien in China zufolge schwerer erkrankten als ältere. Eine spezielle Behandlung gebe es nicht, so Mettenleiter.

Sinnvoll könne es in bestimmten Fällen sein, "den Kontakt zum Haustier möglichst zu unterbrechen, so gut es geht" - etwa durch eine Art Quarantäne in einem bestimmten Zimmer oder auf einer Quarantänestation in einem Veterinäramt. Die Quarantänezeit liege ähnlich wie beim Menschen bei etwa zwei Wochen. Entwarnung gibt es für Tierfreunde, die sich Ratten oder Mäuse halten: Sie seien nach bisherigem Kenntnisstand nicht infizierbar, sagte Mettenleiter. Sein Institut testet auch, wie es bei Nutztieren aussieht. Schweine und Hühner stecken sich demnach nicht an. Versuche mit Wiederkäuern wie Rindern sollen folgen.

sve DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker