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THG-Quote Mit dem eigenen Elektroauto Geld verdienen – Wie das ab 2022 geht

Elektroauto Ladesäule
Ein Elektroauto kann seinem Halter ab dem Jahr 2022 dank einer neuen Prämie bares Geld einbringen (Symbolbild)
© Michael Gstettenbauer / Imago Images
Daten zu Person und Fahrzeug melden und Geld kassieren: Halter von Elektroautos können ab dem kommenden Jahr von einer neuen Prämie für ihr Fahrzeug profitieren. Mit ein wenig Aufwand winken dreistellige Beträge.

Zusätzlich zu der Kaufprämie der Bundesregierung profitieren Halter von Elektroautos künftig von einer weiteren Prämie: Zum neuen Jahr tritt das im Mai 2021 verabschiedete Gesetz der Treibhausgas-Minderungsquote (THG-Quote) in Kraft. Halter eines Elektroautos können dann praktisch das eingesparte CO2 etwa an Kraftstoffanbieter verkaufen. Denn diese werden durch die THG-Quote gesetzlich dazu verpflichtet, den CO2-Ausstoß zu verringern – im kommenden Jahr gilt für Unternehmen eine Reduktion um sieben Prozent.

Wer CO2-emittierende Kraftstoffe in den Verkehr bringt und den vorgeschriebenen Maximalwert überschreitet, der muss dafür Strafen zahlen. Kraftstoffanbieter können allerdings Unternehmen oder eben private Autofahrer fördern, die erneuerbare Energien in den Verkehr bringen. Im Gegenzug sollen die finanziell profitieren. Hier kommen also die Halter von Elektroautos ins Spiel: Mineralölkonzerne können die CO2-Einsparung von Elektroautos kaufen und in ihre Quote einfließen lassen. Pro Elektroauto werden pauschal rund 2000 Kilowattstunden Energie jährlich und die CO2-Differenz im Vergleich zum Benzin angerechnet. Halter eines Elektroautos erhalten damit ab dem Jahr 2022 rund 250 Euro pro Jahr und Elektrofahrzeug. Dafür sind Kontaktdaten und der Fahrzeugschein erforderlich.

Start-ups verkaufen Quoten von Elektroautos

Die THG-Quote wurde zum Jahr 2015 eingeführt und begann mit einer verpflichtenden Reduzierung von 3,5 Prozent. Sie nimmt schrittweise zu, sodass Kraftstoffanbieter bis zum Jahr 2030 den CO2-Ausstoß um mindestens 25 Prozent runterschrauben müssen. Die in den kommenden Jahren weiter steigende Quote lässt Halter von Elektroautos demnach zunehmend profitieren.

Der Prozess ist für Autofahrer und Kraftstoffanbieter aber nicht ganz leicht. Diese Situation nutzen Start-ups und sammeln die Anträge von Elektroauto-Fahrern, welche sie online stellen können. Die Start-ups leiten diese dann an das Umweltbundesamt weiter und lassen sich eine Bescheinigung über die Strommengen sowie deren verminderten CO2-Emmissionen ausstellen. Währenddessen verkaufen sie die Quoten an Mineralölkonzerne – dafür winkt bares Geld. Neben dem Anteil, den das Start-up kassiert, fließt ein Teil des Gesamterlöses außerdem in den Bau etwa von Solaranlagen oder Ladestationen.

Erlöspotenzial je Fahrzeug deutlich gestiegen

Die Start-ups Green Trax und Emovy berichteten gegenüber dem "Handelsblatt" von einem aktuell starken Interesse am Quotenhandel. Durch verschiedene regulatorische Maßnahmen und Marktentwicklungen in den vergangenen Wochen seien die THG-Quotenpreise sehr stark gestiegen, was das Erlöspotenzial je Fahrzeug deutlich angehoben habe. "Damit ist es neben Firmenkunden auch für Privatkunden deutlich attraktiver geworden, hier über einen geeigneten Dienstleister am THG-Quotenhandel teilzunehmen", sagt Matthias Kerner, Geschäftsführer von Emovy.

Ob der genutzte Ladestrom aus erneuerbaren Energiequellen stammt, oder aus fossilen Brennstoffen erzeugt wird, spielt dabei bislang keine Rolle. Vielmehr will die Bundesregierung mit der eingeführten THG-Quote die Elektromobilität ausbauen und Produktionskapazitäten für grünen Wasserstoff und fortschrittliche Biokraftstoffe voranbringen. Neben Fahrern von Elektroauto profitieren ab kommendem Jahr auch Ladesäulenbetreiber von der Geldprämie.

Quellen: Bundesregierung, BMUZeit, Der Aktionär, Handelsblatt Print


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