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Festnahme in U-Bahn: Schwedische Polizisten zeigen schießwütigen Cops, wie es anders geht

Vier Polizisten aus Schweden werden in einer New Yorker U-Bahn zu einer Schlägerei gerufen. Ihr Verhalten beeindruckt nicht nur ihre amerikanischen Kollegen. Die Stadt feiert sie jetzt als Helden.

Die vier Polizisten aus Schweden waren gerade auf dem Weg zum Broadway, als sie in einer New Yorker U-Bahn über Lautsprecher zu Hilfe gerufen wurden

Die vier Polizisten aus Schweden waren gerade auf dem Weg zum Broadway, als sie in einer New Yorker U-Bahn über Lautsprecher zu Hilfe gerufen wurden

Dass Polizisten in den USA nicht immer mit aller Härte durchgreifen müssen, haben vier junge schwedische Cops bewiesen, die in einer New Yorker U-Bahn zufällig zu einer Prügelei gerufen wurden. Für ihren gewaltfreien Einsatz werden sie in der US-Metropole als Helden gefeiert.

Laut "New York Post" waren Erik Nauslund, 26, Samuel Kvarzell, 25, Markus Åsberg, 25, und Eric Jansberger, 28, gerade auf dem Weg zu einer Aufführung von "Les Misérables" am New Yorker Broadway, als sie in der U-Bahn eine Lautsprecherdurchsage hörten. "Sind hier Polizisten im Zug?", schrie der Lokführer. "Wir dachten, vielleicht braucht jemand Hilfe", erzählt Samuel Kvarzell, ein Berufsanfänger aus einer Polizeiwache in Stockholm dem Blatt.

Passanten flüchteten aus dem Abteil

Als die vier schwedischen Touristen an der Spitze des Zuges ankamen, hätten sie gesehen, wie zwei Obdachlose aufeinander einprügelten. An der Haltestelle Bleecker Street Station seien deshalb schon die ersten Passanten aus dem Abteil geflüchtet. Die vier Männer hätten die beiden Schläger dann voneinander getrennt.

Während einer von ihnen das "Opfer" abschirmte, hätten die anderen den "Angreifer" in Schach gehalten. Dieser hätte heftigen Widerstand geleistet und laut geschrien. Dies bestätigte auch ein Zeuge dem Blatt: "Er machte jede Menge Lärm, schrie im Zug einfach nur herum. Der andere tat nichts." Schließlich sei es den drei Polizisten gelungen, einen Arm des Unruhestifters auf dessen Rücken zu fixieren und ihn so lange am Boden zu halten, bis die New Yorker Polizei eintraf.

Besonders beeindruckt schien der Augenzeuge laut Bericht von der Art und Weise, wie die Polizisten mit der Situation umgingen. "Sie fragten beide Männer mehrere Male, ob sie okay seien." In einem auf der Internetseite der "New York Post" veröffentlichten Video ist deutlich zu sehen, wie der von dem Blatt als "Angreifer" dargestellte Mann sich heftig gegen die drei schwedischen Cops wehrt. "Beruhigen Sie sich. Alles wird gut", sagen die Beamten, klopfen dem Mann beruhigend auf den Rücken. Dann fragen sie die beiden, ob sie verletzt seien. Beide verneinen. Kurz darauf kommt ein Mann, um den Zug zu evakuieren. Hier endet das Video.

"Wir sind keine Helden, nur Touristen"

Seit ihrem beherzten Einsatz in der U-Bahn werden die vier schwedischen Polizisten als Helden gefeiert. Selbst ranghohe Polizeibeamte hätten um ein Treffen mit ihnen gebeten. Ein Foto zeigt die vier jungen schwedischen Beamten zusammen mit New Yorks Polizeipräsidenten William Bratton.

Trotzdem geben sich die vier jungen Männer, die es nach dem Vorfall doch noch rechtzeitig zur Broadway-Aufführung schafften, bescheiden. "Wir wollten nur sicher gehen, dass niemand verletzt wird", so Åsberg. "Wir sind keine Helden, sondern nur Touristen."

jek