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Selbstmorde in Bridgend: Ermittler verfolgen neue Spur

Ein Todespakt oder Verabredungen via Internet sollen Gründe für mehrere Selbstmorde von Jugendlichen im walisischen Bridgend sein. Nun hat die Polizei neue Erkenntnisse, was einige Jugendliche in den Selbstmord getrieben haben könnte.

Von Cornelia Fuchs

Während der gerichtlichen Untersuchung zum Tode zweier Jugendlicher im walisischen Landkreis Bridgend sind Details zu den Hintergründen der vermuteten Selbstmorde bekannt geworden. Sie verstärken weiter die Aussage der Polizei, dass hinter der Reihe von Selbsttötungen weder geheimnisvolle Verabredungen noch böser Einfluss aus dem Internet stecken.

Der 15-jährige Nathaniel Pritchard hatte danach am vergangenen Wochenende seiner Freundin gedroht, er werde sich aufhängen und "dies sei dann alles ihre Schuld". Das Mädchen hatte ihm während einer Unterhaltung über den Internet-Dienst MSN Messenger mitgeteilt, dass sie sich von ihm trennen werde, weil sie mit einem anderen Jungen gehen wolle.

Selbstmord aus Liebeskummer

Inspektor Jason Redrup sagte dem zuständigen Untersuchungsrichter Philip Walters, dass Nathaniel acht Monate lang mit dem Mädchen zusammen gewesen war, bevor es am Wochenende zu dem Streit gekommen sei. Der Junge ging nach seiner Drohung hinauf in den ausgebauten Speicher seines Elternhauses. Als seine Freundin wenige Minuten später anrief und ihn nochmals sprechen wollte, trug Nathaniels Bruder das Telefon die Treppe hinauf. Da atmete Nathaniel schon nicht mehr. Seine Eltern mussten ihn von einem Seil befreien, er starb zwei Tage später im Krankenhaus.

Auch beim Selbstmord der 16-jährigen Jenna Parry, die am Dienstagmorgen tot aufgefunden worden war, scheint eine Trennung der Anlass für die Tat gewesen zu sein. Inspektor Redrup sagte: "Jenna Parry hatte sich erst kürzlich von ihrem Freund getrennt und hatte Schwierigkeiten, mit der Situation umzugehen. Sie kämpfte darum, die Beziehung wieder aufleben zu lassen." Das Mädchen hatte schon zuvor zweimal versucht, sich das Leben zu nehmen. Ihr waren bereits Psychopharmaka verschrieben worden und sie soll regelmäßig Cannabis geraucht haben.

Beide Anhörungen wurden nach Aufnahme dieser neuen Aussagen vertagt.

Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?