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Skunk Riot Control Copter: Diese Drohne geht gegen Demonstranten vor

Pfefferspray, Gummigeschosse und blendende Laser: Eine südafrikanische Firma hat eine Drohne entwickelt, um protestierende Menschenmengen aus der Luft kontrollieren zu können. 25 sind schon verkauft.

Von Matthias Kahrs

Eine südafrikanische Firma bietet eine ungewöhnliche Lösung für unliebsame Proteste: Das Technologie-Unternehmen Desert Wolf hat eine Drohne entwickelt, die aus der Luft Pfefferspray und Paintballkugeln verschießen kann, um Menschenmengen zu kontrollieren. Einsatzziel des Fluggerätes "Skunk Riot Control Copter" sei es, Aufstände zu unterbinden, ohne Leben von Protestierenden oder Sicherheitskräften zu gefährden. Es gebe auch schon Interessenten für das Produkt, berichtet die BBC. 25 Drohnen seien bereits an eine Bergbaufirma verkauft worden. Den Namen wollte Desert Wolf nicht preisgeben.

Die Drohne ist mit vier Läufen ausgestattet und kann pro Sekunde 20 Paintballkugeln oder 80 Ladungen Pfefferspray verschießen. Auch harte Gummigeschosse kann sie abfeuern. In das Magazin sollen 4000 Kugeln passen. Außerdem verfügt Skunk über blendende Laser, Stroboskoplicht und Lautsprecher mit denen eine Menschenmenge gewarnt werden soll. Als Auge fungiert eine HD-Kamera, durch eine weitere Wärmekamera sind auch Einsätze in der Dunkelheit möglich. Durch acht Rotoren soll das UAV (Unmanned Aerial Vehicle) bis zu 45 Kilo Gewicht heben können. Mehrere Drohnen sollen in gemeinsamer Formation fliegen können – gesteuert von nur einem Piloten.

Gewerkschafter sind schockiert

Der Internationale Gewerkschaftsbund zeigte sich entsetzt von dem Vorhaben die Drohne einzusetzen. "Dies ist eine verstörende und sehr abstoßende Entwicklung und wir sind davon überzeugt, dass jede vernünftige Regierung schnell Schritte unternehmen wird, um den Einsatz von moderner Militärtechnik gegen Arbeiter oder das Volk in legitimen Protesten und Demonstrationen zu verhindern", sagte Sprecher Tim Noonan.

Auf der Seite von Sicherheitsunternehmen und der Polizei gebe es jedoch Interesse an der Drohne, gab ein Manager von Desert Wolf an. Mehrere Bergbaufirmen in Südafrika, Sicherheitsfirmen und auch die Polizei im Ausland hätten das Gerät bestellt. Für die Bergbaufirmen sei Skunk eine "nicht-letale" Lösung, um dem Sicherheitsrisiko bei häufig wiederkehrenden Streiks von Minenarbeitern zu begegnen. Bei einem Protest von Arbeitern des Bergwerks Marikana im Jahr 2012 verloren 44 Menschen ihr Leben. Darunter waren auch mehrere Polizisten.

Noel Sharkey vom International Committee for Robot Arms Control sieht die Entwicklung kritisch. Der Einsatz der Kampfdrohne sei ein "schleichender Autoritarismus" und würde Proteste immer mehr unterdrücken. Solche Geschosse aus der Luft abzufeuern, könne Menschen zu Krüppeln machen oder gar töten. "Pfefferspray gegen eine protestierende Menschenmenge einzusetzen ist eine Form von Folter und sollte nicht erlaubt sein", sagt Sharkey.