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Sondertreffen zum Dioxinskandal: Härtere Strafen für "Scharlatane der Branche" gefordert

Im Skandal um giftiges Dioxin im Tierfutter werden die Rufe nach schnellen Konsequenzen lauter. Thüringens Landwirtschaftsminister Jürgen Reinholz forderte härtere Strafen für die "Scharlatane der Branche".

Die Agrarminister der Länder wollen noch im Januar über Konsequenzen aus dem Skandal um giftiges Dioxin in Tierfutter beraten. Die Ressortchefs planten ein Treffen am Rande der bevorstehenden Grünen Woche in Berlin, sagte Thüringens Landwirtschaftsminister Jürgen Reinholz der "Neuen Osnabrücker Zeitung" am Mittwoch. Reinholz ist derzeit Vorsitzender der Agrarministerkonferenz der Länder. "Es bedarf in erster Linie deutlich schärferer Strafen bei Verstößen gegen das Lebens- und Futtermittelrecht", sagte Reinholz. Nur mit harten, abschreckenden Sanktionen seien die "Scharlatane der Branche" zu beeindrucken.

Der Deutsche Bauernverband unterstützt den Plan von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, die Regeln für die Zulassung von Futtermittel-Lieferanten zu überprüfen. "Betriebe, die technische Fette herstellen, müssen vollständig ausgeschlossen werden von Lieferungen in den Futter- und Nahrungsmittelbereich", sagte Helmut Born, Generalsekretär des Verbandes der "Passauer Neuen Presse" am Mittwoch.

Das Dioxin ist bei einem Hersteller aus Emden in das Tierfutter geraten und wurde von dort aus an tausende deutsche Bauernhöfe vertrieben. Das Gift ist krebserregend.

Reuters/AFP/DPA / DPA / Reuters