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Ermittlungen Nach mutmaßlichem Messerangriff: Polizei Dortmund erschießt Teenager

Polizei in Dortmund
Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot in den Dortmunder Stadtbezirk Innenstadt-Nord aus
© Markus Wüllner / Videoline TV / DPA
Tödliches Ende eines Polizeieinsatzes in Dortmund. Ein 16-Jähriger ist von mindestens einer Kugel aus der Dienstwaffe getroffen worden und im Krankenhaus gestorben. Die Ermittlungen laufen.

In Dortmund hat die Polizei am späten Montagnachmittag einen 16-Jährigen erschossen. Nach Angaben der Polizei soll der Jugendliche Einsatzkräfte mit einem Messer angegriffen haben, worauf mindestens ein Beamter oder eine Beamtin zur Dienstwaffe griff. Nach derzeitigen Erkenntnissen der Dortmunder Staatsanwaltschaft fielen mehrere Schüsse. Der Teenager sei schwer verletzt worden und wenig später bei einer Notoperation im Krankenhaus gestorben, so die Polizei.

Polizei erschießt 16-Jährigen in Dortmund

Der Vorfall habe sich gegen 16.20 Uhr in der Holsteiner Straße im Stadtbezirk Innenstadt-Nord ereignet. Ein Anwohner habe den Notruf gewählt, weil er den 16-Jährigen in der Nähe einer Jugendeinrichtung mit einem Messer gesehen habe, sagte der zuständige Dortmunder Oberstaatsanwalt Carsten Dombert der Nachrichtenagentur AFP. Dort habe der junge Mann übernachten wollen.

Warum die Situation anschließend  derart eskalierte, ist vollkommen unbekannt. "Aus Neutralitätsgründen hat das Polizeipräsidium Recklinghausen die Ermittlungen übernommen", teilte die Dortmunder Polizei mit. Unter anderem sollen die beteiligten Beamtinnen und Beamten vernommen und der Leichnam des Getöteten in der Rechtsmedizin untersucht werden.

"Wir verstehen, dass der Einsatz an der Holsteiner Straße bei vielen Emotionen auslöst", schrieb die Polizei bei Twitter und bat darum "vor Abschluss der Ermittlung (...) von Spekulationen abzusehen".

Dass Polizistinnen oder Polizisten in Deutschland Menschen erschießen, kommt selten vor. Für 2020 registrierte das Bundesinnenministerium 15 solcher Fälle, die meisten davon in Notwehr- oder Nothilfesituationen. Gleichwohl sorgten in jüngster Zeit gleich mehrere tödliche Schüsse aus Dienstwaffen für Aufsehen: Am Dienstag vergangener Woche war bei einem Einsatz im Bahnhofsviertel von Frankfurt am Main ein obdachloser 23-Jähriger durch einen Schuss eines Polizisten tödlich verletzt. Einen Tag später wurde bei der Zwangsräumung einer Wohnung in Köln der 48 Jahre alte Mieter durch die Polizei erschossen.

Quellen: Polizeipräsidium Dortmund, Bundesministerium des Innern, Nachrichtenagenturen DPA und AFP


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