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Hochstapler enttarnt Falscher Anwalt in England aufgeflogen – er hatte 18 Klienten vertreten

Ein falscher Anwalt sorgte in Großbritannien für Aufsehen
Ein falscher Analt sorgte in Großbritannien für Aufsehen
© Hunters Race / Unsplash
Der 27-jährige Scott Willey hatte mit gefälschten Unterlagen einen guten Job ergattert und dort mehr als 18.000 Euro verdient. Bis seine Scheinidentität platzte – und der listige Betrüger sich mit den Konsequenzen seiner Taten auseinandersetzen musste.

Er hatte sich enorme Mühe gegeben und auf nahezu alle Details geachtet, und doch ging es am Ende nicht gut für ihn aus: Ein Hochstapler hatte sich in England als Anwalt ausgegeben und in dieser Funktion in 18 Fällen vor Gericht gestanden. Der erste dieser Fälle musste nach dem Auffliegen des falschen Juristen nun bereits neu verhandelt werden.

Er wirkt wie ein strebsamer Aufsteiger

Scott Willey wirkt jung und energisch, er hat ein blasses Gesicht und einen entschlossenen Blick. Er strahlt Seriösität aus. Das allerdings täuscht: Der 27-Jährige ist ein Lügner und Betrüger, der vor keinem Trick zurückschreckte, um einen lukrativen Job in einer der renommiertesten Anwaltskanzleien Londons zu ergattern. Dabei war er kein ausgebildeter Anwalt, hatte die Prüfung an der "City Law School" in London nicht bestanden und nie eine Zulassung erhalten.

Mit gefälschten Zertifikaten und einem geschönten Lebenslauf hatte er den Job erhalten. Seinen Vorgesetzten gegenüber behauptete er, sein Studium mit besonderer Auszeichnung abgeschlossen zu haben. Als seine Arbeitgeber allerdings noch weitere Unterlagen von ihm einforderten, wurde Willey erst richtig kreativ. Wie sich später herausstellte, hatte er sich in den E-Mail-Account eines Kollegen gehackt und aus dessen Mails eine im Anhang gespeicherte PDF-Kopie eines Zulassungsbescheids kopiert. Das Dokument bearbeitete er später, so dass seine Daten darauf auftauchten, und gab es als sein eigenes Zertifikat aus.

Willeys Fälschungen waren äußerst geschickt

Außerdem nutzte er die Daten eines weiteren Kollegen, um vorzugeben, er wäre in der Anwaltskammer registriert und hätte zuvor schon mehrere Fälle verhandelt. Als seine Chefs jedoch von der Anwaltskammer aufgefordert wurden, die Registrierungsnummer des neuen Mitarbeiters zu schicken, flog der Schwindel auf. Zwar hatte Willey geschickt eine gefälschte E-Mail mit einer falschen Nummer an die Geschäftsführer der Anwaltskanzlei geschickt – als diese jedoch eben jene Mail an die Anwaltskammer weiterleiteten, bemerkte man dort sofort die Ungereimtheiten.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Willey bereits 18 Klienten vor Gericht vertreten. Alle Urteile in diesen Fällen könnten nun null und nichtig sein – der erste seiner Fälle wird bereits neu verhandelt. Zudem hatte der 27-jährige Schwindler gutes Geld verdient: Neben fast 1000 Euro für Reisekosten und Spesen hatte er für seine Anwaltstätigkeit mehr als 18.000 Euro erhalten. Gelohnt hat sich all die Mühe letztlich dennoch nicht: Wegen Betrugs in mehreren Fällen und Urkundenfälschung wurde Scott Willey jetzt zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Da konnte ihm auch sein Anwalt nicht helfen.

Quelle: "Metro UK"

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