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Mädchen waren teilweise erst 14 "Deal seines Lebens" rettete ihn 2007 – Milliardär Epstein erneut wegen Sexhandels verhaftet

Bereits 2007 ermittelten die Behörden wegen Sexhandels mit Minderjährigen gegen US-Milliardär Jeffrey Epstein
Bereits 2007 ermittelten die Behörden wegen Sexhandels mit Minderjährigen gegen US-Milliardär Jeffrey Epstein
© Uma Sanghvi / Palm Beach Post / DPA
Vor Jahren sollte ihm schon einmal der Prozess gemacht werden – damals kam er mit einem vergleichsweise glimpflichen Deal davon. Nun haben US-Ermittler den Milliardär und registrierten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein erneut festgenommen.

US-Milliardär Jeffrey Epstein ist am Samstag an einem Flughafen in New Jersey verhaftet worden. Das berichten mehrere Medien, unter anderem "The Daily Beast", NBC New York und die Nachrichtenagentur Reuters. Zudem hätten FBI-Agenten sein Haus in Manhattan durchsucht.

Es ist nicht das erste Mal, dass der 66-Jährige festgenommen wird und wie schon damals, vor etwas mehr als zwölf Jahren, geht es den Berichten zufolge auch dieses Mal wieder um Sexhandel mit und sexuellen Missbrauch von Minderjährigen. 

2007 rettete er sich mit einem Deal vor einer langen Haftstrafe, ausgehandelt auch mit Alex Costa, damals Staatsanwalt für den Süden Floridas, heute Arbeitsminister unter Donald Trump. Sollte er dieses Mal ohne Deal verurteilt werden, könnte ihm drohen, dass er das Gefängnis nicht mehr lebend verlässt.

Ein Vertrauter: Epstein ist ein "klasse Typ"

Der ehemalige Hedgefund-Manager gilt laut US-Medien als reicher und vor allem in der Politik gut vernetzter Investor. Er pflegte um die Jahrtausendwende unter anderem Kontakt zu Ex-US-Präsident Bill Clinton und dessen heutigem Nachfolger Donald Trump. Letzterer sagte 2002 laut "Business Insider" über Epstein: "Ich kenne Jeff seit 15 Jahren. Klasse Typ. Macht Spaß, mit ihm Zeit zu verbringen. Er mag hübsche Frauen so sehr wie ich sie mag, manche von ihnen etwas jünger."

Genau diese Vorliebe für junge Frauen ist es, die ihn 2007 ins Visier der Ermittler geraten ließ und auch jetzt für seine Verhaftung gesorgt hat, denn ganz offenbar mag er sie etwas zu jung.

Jugendliche Prostituierte auf Pool-Partys

Den Berichten zufolge soll sich Epstein Anfang des Jahrtausends mehrfach an Mädchen herangemacht haben, manche bis zu 14 Jahren jung. Mehrere Dutzend von ihnen soll er in der Regel in eine seiner Wohnungen gelockt haben, um sich gegen Geld von ihnen massieren zu lassen. Dann hätte er sich an ihnen vergangen. Mitarbeiter sollen gegen Geld neue Mädchen für ihn aufgetrieben haben. Auch vorherige Opfer seien für ihn auf der Suche nach neuen gewesen. Auf berüchtigten Pool-Partys soll er die jungen Mädchen auch seinen Gästen gegen Geld für sexuelle Handlungen überlassen haben.

2007 wurde der Mann in Florida festgenommen, wenngleich er stets beteuerte, es habe sich um einvernehmlichen Sex gehandelt und er habe immer gedacht, die Mädchen seien 18 Jahre alt. Ihm drohte damals nach US-Recht eine Freiheitsstrafe von mehreren Jahrzehnten. Allerdings handelte er mit den Anklägern, darunter Trumps heutiger Arbeitsminister, den "Deal seines Lebens" aus, wie es der "Miami Herald" später nannte. So bekannte sich Epstein in zwei minder schweren Prostitutions-Anklagepunkten für schuldig, zahlte einigen Opfern Entschädigungen und saß 13 Monate seiner 18-monatigen Haftstrafe ab. Während der 13 Monate durfte er zudem an sechs von sieben Wochentagen tagsüber das Gefängnis verlassen, um zu arbeiten. Epstein wird seit dieser Zeit als Sexualstraftäter in einer entsprechenden Datenbank geführt. Laut Medien soll das FBI damals 36 minderjährige Opfer identifiziert gehabt haben.

Jeffrey Epstein drohen Jahrzehnte Haft

Im Februar dieses Jahres entschied ein Richter in Florida, dass die Staatsanwaltschaft ein Gesetz zum Schutz von Opfern verletzt hätte, weil sie es 2007 verpassten, mehr als 30 junge Mädchen über den Deal zu unterrichten. Diese hätten so nicht die Chance gehabt, gegen das Verfahren Einspruch einzulegen. Für Epstein hatte dieser neue Richterspruch jedoch zunächst keine Konsequenzen. Ein solches Fehlverhalten rechtfertige nicht, dass der komplette Deal gekippt werde, hieß es vom Justizministerium.

Nun soll Epstein in New York der Prozess gemacht werden. Bei einer Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs von sowie des Sexhandels mit Minderjährigen drohen ihm laut US-Medien bis zu 45 Jahre Haft. Dieses Mal geht es um Vergehen an Dutzenden minderjährigen Mädchen, die sich zwischen 2002 und 2005 zugetragen haben sollen. An diesem Montag soll Epstein einem Richter in Manhattan vorgeführt werden.

Reuters zitiert einen Anwalt, der mehrere von Epsteins mutmaßlichen Opfer vertritt: "Ich habe viele Anrufe bekommen seit gestern Abend von zahlreichen Opfern, die vor Freude weinten. Eine sagte immer wieder, wie froh sie sei, dass man ihn endlich von der Straße geholt hätte."

Quellen:"The Daily Beast" / CNN / NBC / Reuters / "Business Insider"

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