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Nach Orlando-Massaker Muslim rührt mit Blutspende gegen den Hass

Mahmoud ElAwadi wollte mit seiner Blutspende ein Zeichen gegen Gewalt setzen - und die Gesellschaft zu mehr Toleranz aufrufen
Mahmoud ElAwadi wollte mit seiner Blutspende ein Zeichen gegen Gewalt setzen - und die Gesellschaft zu mehr Toleranz aufrufen
© Screenshot/www.facebook.com/mahmoud.elawadi.9
Wie andere gläubige Muslime auch begeht Mahmoud ElAwadi derzeit den Ramadan. Dass er tagsüber nicht trinken und essen darf, hielt ihn nicht davon ab, sein Blut für die Opfer des Orlando-Massakers zu spenden. 

49 Menschen kamen bei dem Massaker im Schwulen-Club "Pulse" in Orlando ums Leben. Weitere 50 Menschen verletzte der möglicherweise islamistisch motivierte Attentäter zum Teil schwer. Um die Versorgung der Opfer sicherzustellen, werden in der fünftgrößten Stadt Floridas seither jede Menge Blutkonserven benötigt.

Auch Mahmoud ElAwadi wollte nicht nur tatenlos zusehen, sondern selbst helfen. Auf Facebook postete der gläubige Muslim bereits am Sonntag ein Bild, das ihn beim Blutspenden mit einer Kanüle im Arm zeigt. Sein Zeichen gegen Gewalt und für mehr Toleranz wurde seitdem mehr als 180.000 Mal geteilt. Wohl auch, weil ElAwadi sein Posting mit den richtigen Worten versah.

Blutspende trotz Ramadan

Ja,  er sei ein stolzer Muslim, schrieb er unter das Bild. Und: Ja, er habe - genau wie Hunderte andere Muslime auch - sein Blut gespendet, obwohl er wegen des Fastenmonats Ramadan derzeit tagsüber nichts essen oder trinken könne.  

Er sei traurig, frustriert und wütend, dass "ein verrückter Typ sich Muslim nennt und diese beschämende Tat beging", führte ElAwadi aus. Dass Tausende Menschen spenden wollten, obwohl sie teilweise fünf bis sieben Stunden warten müssten, zeuge von der Größe der USA. "Gemeinsam werden wir gegen Hass, Terrorismus, Extremismus und Rassismus stehen", führt er aus.

Neben der Aufforderung, es den bisher schon Spendewilligen gleichzutun, appelliert ElAwadi zum Schluss an die Gesellschaft selbst: "Lasst uns unsere Hautfarben, Religionen, ethnische Herkünfte, sexuelle Orientierung und politischen Ansichten beiseite lassen, damit wir uns vereinigen gegen all jene, die versuchen, uns weh zu tun".

mod

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