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Rostock Mann sticht mit Messer auf Säugling ein – schwerste Verletzungen

Blick auf den Rostocker Stadtteil Dierkow. Hier ereignete sich das Unglück in der Nacht zu Sonntag
Blick auf den Rostocker Stadtteil Dierkow. Hier ereignete sich das Unglück in der Nacht zu Sonntag
© Jens Büttner / ZB / DPA
Schreckliche Tat in Rostock: Ein Mann hat dort mit einem Messer auf einen Säugling eingestochen. Anschließend sprang er vom Balkon.

Schreckliche Tat in Rostock: Ein Mann hat in Rostock mit einem Messer auf einen Säugling eingestochen und dem Baby dabei schwerste Verletzungen zugefügt. Das drei Monate alte Kind wurde in der Universitätsklinik Rostock notoperiert, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Ein weiteres, neun Jahre altes Kind, das sich in der Wohnung aufgehalten habe, sei unverletzt geblieben. Die 18 Jahre alte Mutter des Säuglings erlitt nach Angaben der Staatsanwaltschaft einen Schock und konnte bisher nicht vernommen werden.

Nach der Tat stieg der 40-jährige Mann über die Brüstung des Balkons der Wohnung im fünften Obergeschoss und stürzte in die Tiefe, wie es weiter hieß. Dabei kam er ums Leben. Ein Polizist habe noch versucht, ihn zu halten, den Sturz aber nicht verhindern können. Nachbarn hatten kurz vor Mitternacht die Beamten gerufen, weil aus der Wohnung lautes Geschrei drang. 

Tat ereignete sich in Rostock-Dierkow

Wie der "NDR" berichtet, ereignete sich die Tat um kurz vor Mitternacht in der Wohnung der 18-jährigen Mutter des Babys im Stadtteil Dierkow. Der Mann soll in die Wohnung eingedrungen sein, die junge Frau bedroht und anschließend die Tür verbarrikadiert haben.

Danach soll der Mann laut "NDR" das drei Monate alte Kind gepackt, immer wieder über die Balkonbrüstung gehalten und gedroht haben, es fallenzulassen. Polizei und Anwohner spannten daraufhin Decken auf, um das Baby auffangen zu können.

Möglicherweise Beziehungstat

Die Ermittler halten eine Beziehungstat für möglich, obwohl zunächst unklar blieb, ob der Mann der Vater des Kindes war. Die Mutter habe einen Schock erlitten und bislang nicht vernommen werden können, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Rostock. Mit weiteren Ermittlungsergebnissen sei frühestens am Montag zu rechnen.

Der Deutschen Kinderhilfe zufolge steht bei rund einem Viertel aller Kinder, die durch Mord oder Totschlag ums Leben kommen, eine Trennung der Eltern und ein Streit um das Sorge- und Umgangsrecht im Hintergrund. Der Vorstandsvorsitzende Reiner Becker beruft sich bei dieser Angabe auf eigene Erhebungen und eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen. "Wir brauchen mehr Sensibilität bei den Jugendämtern, Familiengerichten und bei der Polizei, auch an eine derartige Möglichkeit einer Eskalation einer Trennung zu denken, um dann so schnell wie möglich vorbeugend tätig zu werden", forderte Becker am Sonntag.

mik DPA

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