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Sekte: Katy war eine Sklavin. Dann stellte sie Fragen. Zum Beispiel: War ihr Vater wirklich ein Gott?

Die Sekte war alles. Katy wurde hineingeboren und mit den anderen wie eine Sklavin gehalten. Es gab nur einen Herren: ihren Vater.

Sektenleben: Katy war Sklavin. Bis sie begann, sich Fragen zu stellen

Katy färbt sich heute die Haare blond. Sie trägt bunte Kleidung. Die Zeit der Dunkelheit in der Sekte ist vorbei. Sie weiß: Es gibt keine letzten Wahrheiten, an denen man sich festhalten kann.

Es sind die vermeintlich selbstverständlichen Dinge des Lebens, für unsereins banal und lächerlich, die manchmal vor ihr liegen und sich zu immensen Hürden türmen. Wie Normalität definieren, wenn drei Jahrzehnte nichts normal war? Wenn man mit 30 die Kindheit und Jugend und überhaupt alles nachholen muss. Lernen muss, wie man eine Straße überquert und wie eine Ampel funktioniert. Lernen muss, wie Bus fahren geht oder welche Bedeutung Geldmünzen haben. Lernen muss, den Menschen in die Augen zu schauen und nicht auf den Boden. Lernen muss, frei zu sein. Lernen muss: zu leben. Ihre Haare sind jetzt blond gefärbt, die Klamotten bunt, die Sprache ist klar und fest, die Stimme sanft, sehr sanft. Mit dieser Stimme sagt sie an einem heißen Sommertag in Leeds, Yorkshire: "Ich habe verziehen." Und dass sie nicht leben könne, ohne verziehen zu haben, denn: "Nur das Vergeben macht mich frei."

Politischer Wirrkopf

Dies also ist die Geschichte der Katy Morgan-Davies, das ist ihr heutiger Name, geboren am 7. Januar 1983 im Balham-Hospital, London, als Prem Maopinduzi, so steht es auf der Geburtsurkunde, und das heißt übersetzt "Liebe die Revolution". Als der Vater, Aravindan Balakrishnan, geläufig aber als Genosse Bala oder schlicht AB, vor der Krippe mit dem Baby stand und das Kind darin schrie, schüttelte er den Korb, und die Frauen um ihn herum schwiegen, weil sie immer schwiegen, und er sprach: "Dieses Kind wird eines Tages mein größter Feind." Er sollte recht behalten. Aber das würde noch mehr als 30 Jahre dauern. 30 Jahre, die Prem als Gefangene in seiner Kultgemeinschaft fristen würde, gemeinsam mit bis zu acht Frauen, die ihm hörig waren. 30 Jahre Lügen, 30 Jahre Schläge und Misshandlungen. Fantastereien, Machtspiele und Gewaltexzesse. Physisch wie psychisch.

Die Geschichte beginnt in Indien, wo Aravindan Balakrishnan 1940 geboren wird, mit seinen Eltern aber nach Malaysia auswandert und von dort, als junger Mann, nach London immigriert, 1963. Er ist gebildet und klug, bekommt an der berühmten London School of Economics ein Stipendium, ist aber schon damals ein politischer Wirrkopf und wird wegen seiner extremen Ansichten sogar aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen. Ein treuer Jünger Maos fortan, der im Londoner Süden seine Gefolgschaft aufbaut. Es sind die wilden Siebziger in Brixton, diesem multiethnischen Sprengel, Heimat vieler Radikaler und Spinner.

Zeitweise lebten Aravindan Balakrishnan und seine Untertaninnen zu zehnt unter einem Dach, das Bad als einziger Rückzugsort.

Zeitweise lebten Aravindan Balakrishnan und seine Untertaninnen zu zehnt unter einem Dach, das Bad als einziger Rückzugsort.

Bala ist beides.

"Project Prem"

Er gründet ein "Worker's Institute of Marxism-Leninism-Mao Zedong Thought" in der Acre Lane, faselt von der Revolution und davon, dass die Chinesen spätestens 1977 die Welt unterwerfen werden. Diese Art von Irrsinn und Verblendung wird die folgenden Jahrzehnte bestimmen, und es ist eines von vielen Rätseln, warum diesem merkwürdigen kleinen Mann mit Hornbrille eine ganze Reihe von jungen, begabten und gescheiten Frauen bedingungslos verfallen, warum sie mit ihm einen Kult bilden und sich einer aberwitzigen Gehirnwäsche aussetzen. Sich Jahrzehnte verschanzen in Wohnungen und Häusern, immer wieder umziehen quer durch London, von Clapham nach Streatham, Wembley, Herne Hill, Brixton, kreuz und quer durch die Stadt. Nachdem Genosse Bala Ende der 70er Jahre beschlossen hat, es sei Zeit, abzutauchen, "togo covert", wie er das nannte. Und erst wieder aufzutauchen, wenn er die Macht über die Welt ergriffen habe, "togo overt", wie er das nannte. Denn er glaubte, und das wirklich und immer noch, er sei: Gott. In diese Welt wird am 7. Januar 1983 die kleine Prem geboren, gezeugt von Bala mit der Kommunardin Sian Davies, aber das weiß niemand im Kollektiv, lediglich Balas Frau Chanda. Bala sagt, während Sians Bauch langsam schwillt, es seien nur Blähungen – bis die Wahrheit im Krankenhaus von Balham das Licht der Welt erblickt, Prem, oder genauer: Genossin Prem, denn alle sind Genossen und Genossinnen, ob Kleinkind oder erwachsene Frau. Aus Prem wird Balas persönliches Projekt, "Project Prem". Keine Liebe, keine Zuwendung, keine Berührungen. Ein Kind, das nicht Kind sein darf. Prem wird wie eine Maschine behandelt, die funktionieren soll. Man wird ihr jahrelang erzählen, sie habe keinen Vater und auch keine Mutter. Sie stamme aus dem Reagenzglas, ausgebrütet von einer Maschine. Prem soll irgendwann die Kinder aller Nationen führen, wenn Bala den faschistischen Staat besiegt hat und er über die Welt herrscht, spätestens 1992.

Erst spät bekam Katy, damals Genossin Prem, ihr eigenes Zimmer mit eigenem Bett

Erst spät bekam Katy, damals Genossin Prem, ihr eigenes Zimmer mit eigenem Bett

Meine ersten Kindheitserinnerungen sind seine Schläge. Alle wurden geschlagen. Nur seine Frau und deren kranke Schwester nicht. Jeder lebte in Angst. Jeder versuchte, seine Haut zu retten. Er schlug die Frauen und mich zu Brei, und ich war ein Kind. Er schlug mit der Hand, manchmal mit einem Lineal oder einem Holzbesen. Manchmal nahm er meine kleine Hand und schlug mich mit der eigenen Hand. Das Schlimmste war, wenn er seinen Pantoffel auszog und mich damit schlug und sagte: "Du bist den Dreck auf meinen Schuhen nicht wert" oder "Du bist es nicht wert, die Scheiße zu essen, die ich als Kleinkind geschissen habe." Manchmal nahm er mich danach in den Arm und sagte: "Was verursacht diesen Riss zwischen uns?" Und obwohl ich erst drei Jahre alt war, wusste ich, was ich zu antworten hatte: "Ich bin schuld." Dann ließ er von mir ab.

Sie leben in einem kleinen Haus in Clapham: Bala, seine aus Tansania stammende Frau Chanda, deren Schwester Shobha, Aisha aus Malaysia, Studentin und erste Commonwealth-Stipendiatin ihres Landes, die Krankenschwester Oh, die Engländerinnen Leanne, Cindy und Sian, Josie schließlich, eine hochbegabte Violinistin aus Belfast, deren Vater während des Zweiten Weltkriegs in Bletchley Park an der Seite des Mathematik-Genies Alan Turing die Enigma-Maschine der Nazis knackte. Sie alle verletzlich und schwach oder einsam, und deshalb sind sie an Bala geraten, der auf alles Antworten gibt, selbst wenn die bizarr oder verrückt sind. Sians Vater hat sich das Leben genommen, da war sie 17, sie suchte ebenso nach einem Ersatz wie Josie, die sich mit ihren Eltern überwarf, weil die ihr musikalisches Talent nicht richtig zu würdigen wussten. Bala gaukelt ihnen eine heuchlerische Stabilität vor und kreiert seine eigene Weltordnung. Bala doziert über Politik, er zürnt über das Establishment, lobt den Genossen Mao, wird ihn später verwerfen, ist launisch und übellaunig. Aber die Frauen hängen an seinen Lippen. Ihr Tag streng reglementiert, putzen, einkaufen, kochen – und Bala lauschen.

Gruppierung "Kinder Gottes": Diese Frau entkam einer religiösen Sex-Sekte

Rauch in Y-Form

Prem nun, das Kind, ist eigentlich nicht vorgesehen in diesem System und ergo Bedrohung. Die Behörden, der faschistische Staat, könnten auf die wunderlichen Dinge aufmerksam werden, die hinter diesen Mauern geschehen, und deshalb darf sie so gut wie nie nach draußen. Sie darf nicht mit anderen Kindern spielen. Sie schaut nur aus dem Fenster, und auch das ist eigentlich verboten. Prem lernt dafür sehr früh lesen und schreiben. Sie lernt, dass AB Gott ist und unsterblich und nicht altert. Abends sitzen sie um den Tisch, AB erzählt vom faschistischen Staat, der nahenden Revolution, und die Frauen rezitieren die Gebote eines Tyrannen. "AB hat die Macht über die Welt. Über die Sonne, den Mond, die Erde, die Sterne."

"AB ist Natur

AB ist unsterblich

AB ist Gott", notiert Prem in ihr Tagebuch, das ihr Verbündeter wird.

Bala in den Siebzigern, schon damals politisch verblendet

Bala in den Siebzigern, schon damals politisch verblendet

Sein Geburtstag, der 16. Juli, ist so heilig wie der Tag seiner Zeugung, 16. Oktober, und große Weltereignisse, sagt er, geschahen zu seinen Ehren; der Test der ersten Atombombe in der Wüste von Neu Mexiko, 16. Juli 1945; der Start der ersten Mondrakete "Apollo 11", 16. Juli 1969. All das für Bala. Die Frauen glauben das. Wer nicht glaubt, wird ausgegrenzt, lächerlich gemacht oder zu Klump geprügelt. Bala kann Frost über die Erde schicken und verheerende Brände auslösen und Erdbeben, als Vergeltung für seine Feinde. Oder für Ungehorsam im Kollektiv.

Prem ist drei Jahre alt, als 1986 die Raumfähre "Challenger" explodiert, der Rauch nimmt die Form eines Ypsilons an, ein Zeichen natürlich. Bala schreit: "Warum fordert ihr mich heraus, warum hinterfragt ihr mich?" Das Y am Himmel, das im Englischen so ausgesprochen wird wie "Why", warum, ist der Beweis. Die Frauen und die kleine Prem sind verantwortlich für den Tod von sieben Menschen. Prem denkt: "Ich muss ein besserer Mensch werden."

Ich wusste nicht, dass er mein Vater war. Ich wusste auch nicht, wer meine Mutter war. Ich weiß noch, dass ich schon als Kind dachte, dass sich das irgendwie falsch anfühlt. Immer wenn ich aus dem Fenster schaute und andere Mütter sah, die ihre Kinder streichelten, fühlte sich das falsch an. Ich glaube, ich habe gefragt, warum andere Kinder in den Arm genommen werden. Es hieß dann, ich sei undankbar. Und: "Du weißt nicht, was gut für dich ist." Die anderen Frauen sagten, Genosse Bala sei ein Glück für mich. Aber mein Gefühl sagte mir: Das stimmt nicht.

"Ugly Whites"

Das Kollektiv lebt überwiegend von der Wohlfahrt. Die Behörden ahnen nichts von Prems Existenz, es existiert nur eine Geburtsurkunde. Nachbarn wundern sich gelegentlich über diesen seltsamen Clan, stellen aber keine Fragen. Vielleicht ist London zu groß und zu verrückt und voller seltsamer Menschen. Einmal, Prem ist vielleicht fünf oder sechs, sieht sie ein Nachbarskind, und die Kleine will mit Prem sprechen und spielen, aber Prem darf nicht sprechen und nicht spielen, und Sian und Aisha ziehen sie zurück und schimpfen: "Genossin! Das Mädchen ist ein Agent des faschistischen Staates. Sie planen, dein Blut zu trinken und dich zu essen in einem satanischen Ritual." Andere Kinder spielen, sie muss Tagebuch führen und den Erwachsenen zuhören. Ihre Tage, notiert sie, sehen so aus:

1. Den geliebten Genossen Bala begrüßen, danach Diskussion

2. Singen

3. Schreiben

4. Essen

5. Mittagsschlaf

6. Waschen

7. Studieren und lesen

8. Mit Genossin Sian den Tag zusammenfassen, darüber debattieren, ob ich heute ein guter Soldat für Bala war

9. Essen

10. Mit dem Genossen Bala zusammenkommen und Diskussion

Gerard Stocks und Yvonne Hall haben schon viele Frauen befreit. Aber noch nie hatten sie einen Fall wie diesen.

Gerard Stocks und Yvonne Hall haben schon viele Frauen befreit. Aber noch nie hatten sie einen Fall wie diesen.

Das Leben der kleinen Prem besteht aus Ödnis und Langeweile, Lektionen und Wutausbrüchen des Vaters. Sie freut sich, wenn ein Klempner kommt, um den Wasserhahn zu reparieren. Sie freut sich, wenn die Uhr umgestellt wird, weil es etwas Abwechslung in den immer gleichen Alltag bringt. Sie freut sich, wenn die Verwandtschaft von Balas Frau einen Besuch ankündigt, denn dann, denn nur dann, darf sie das Haus verlassen, weil auch von den Verwandten niemand wissen darf, dass es sie gibt. Bala, Josie, Aisha und Sian gehen mit ihr in den Zoo oder auch ins Restaurant, und Prem ist überwältigt von der Welt da draußen. So bunt und laut und schrill, die fremden Gerüche, die Busse, die U-Bahn, die Luft aufwirbelt, wenn sie in die Station rast, das Licht der Sonne, die Wärme auf der Haut. Vor allem die Menschen faszinieren sie, weil sie so anders wirken als die Menschen, die sie im Kollektiv stets die "ugly Whites" nennen, die hässlichen Weißen. Kinder rennen und lachen, ein Junge schläft auf den Schultern seines Vaters, eine Mutter küsst ihre Tochter, sie wirken nicht wie Agenten eines faschistischen Staates.

Drei  Minuten fürs große Geschäft

Prem sieht keine Monster, sie sieht zuvorkommende, liebevolle Menschen. Und das ist der Moment, in dem die Saat des Zweifels gelegt wird. Sie ist sechs Jahre jung, sie weiß alles über Mao, aber nicht, wie man schaukelt oder rennt. Jahre später erlaubt ihr Bala bei einem der Ausflüge, auf eine Schaukel zu klettern. Sie sitzt darauf, aber es bewegt sich nichts, sie hat es nie gelernt. Bala sagt, sie sei ein Nichts. Nutzlos. Sie werde vielleicht nie die Kinder der Welt führen können, wenn sie erst einmal von "covert" zu "overt" gingen. Er sagt auch, er könne Gedanken lesen, und droht den Kommunarden damit, dass sie in Flammen aufgehen, wenn sie schlecht über ihn denken.

Die Frauen halten das für die Wahrheit, auch Prem. Sie beginnt aber, sich eine eigene Welt zu bauen. Die Welt der Träume und der Fantasie. Es ist ihre erste Flucht, "mein Gehirn ist mein Rückzugsort". Diese Welt gehört nur ihr allein. Niemand hat Zugang zu ihr. Sie ist fast nie für sich, nur im Badezimmer, auch wenn davor immer jemand aus dem Kult steht und über die Zeit wacht – kleines Geschäft eine Minute, großes Geschäft drei Minuten. Die Toilette wird neben der Fantasie ihr zweites Refugium, und die Kloschüssel und die Armatur des Waschbeckens werden ihre Freunde. Manchmal umarmt sie das kalte Porzellan und küsst den Wasserhahn, "du bist auf meiner Seite".

Das ist die Kindheit von Prem.

Meine Kokons hatten mehrere Lagen. Es gab das Klo und den Wasserhahn. Und es gab das Leben von anderen Menschen, in das ich mich hineinträumte. Es war wie eine alternative Realität in meinem Kopf. Wie ein Nest, das ich mir baute und das immer größer wurde. Ich begann David Rockefeller zu verehren, weil Bala ihn hasste. Ich mochte den britischen Premier John Major, weil Bala ihn hasste. Und ich las. Ich las alles, was ich in die Hände bekommen konnte. Bala gab uns manchmal Zeitungen und Magazine, ausgewählte Artikel über die Gräuel des faschistischen Staates. Wenn er Zeitung las, konnte ich die Artikel sogar auf dem Kopf lesen und rückwärts. Ich muss Abertausende von Büchern gelesen haben und wusste Bescheid über das Weltgeschehen. Ich fühlte mich, als sei ich zum Lesen und Schreiben geboren. Denn ich schrieb ja meine Tagebücher, von denen er glaubte, es seien Lobpreisungen auf ihn. Aber ich schrieb: "Ich hasse AB, und ich liebe David Rockefeller." Dann hatte ich Furcht, ich könnte in Flammen aufgehen, weil er ja meine Gedanken lesen konnte. Aber nichts passierte. Er konnte meine Gedanken nicht lesen. Da merkte ich: Bala ist nicht Gott.

Das Brandzeichen von Sarah Edmondson.

Bye, bye

Das Jahr 1992 kommt und geht, aber die Weltrevolution bleibt stecken in diesem Verlies. Bala ist – entgegen seiner Voraussage – also doch nicht Gott. Cindy und Leanne haben das Kollektiv verlassen, nach Jahren der Schläge, des Missbrauchs und, wie sich später vor Gericht in ihrem Fall erweisen wird, der Vergewaltigungen. Prem wird sie nie wiedersehen. Bala ersinnt stattdessen einen neuen Mitbewohner: JACKIE. Die Buchstabenkombination steht für "Jehova, Allah, Christ, Krishna and Immortal Easwaran"; JACKIE ist eine Gedankenkontrollmaschine, die über die Geschicke der Welt wacht und entscheidet. "JACKIE", sagt Bala, "weiß alles, kontrolliert alles und führt meine Befehle aus." JACKIE ist zornig, böse, unnachgiebig. JACKIE kann Katastrophen auslösen und töten. Die Frauen glauben an Balas Worte und an JACKIE, einige im Übrigen bis heute. Die Jahre vergehen in Ödnis; Prem liest und liest und liest. Die nächsten Olympischen Spiele kommen, immer noch keine Weltrevolution. Aber Veränderung im Haus. Genossin Sian, Prems leibliche Mutter, verhält sich zunehmend merkwürdig. Sie befiehlt dem Mädchen eines Tages, sein Tagebuch zu holen, und sie diktiert: "Du verdankst dein Leben Genossin Sian, deiner Schatz-Mutter." Tage später schreit Sian, Bala tobt, er schäumt und droht. Sian hatte ihn zu fragen gewagt: "Wenn du wirklich Gott bist, warum wirst du dann älter?" Am zweiten Weihnachtstag 1996 stürzt Sian Davies aus dem Badezimmerfenster. Sie liegt schwer verletzt auf den Betonplatten im Garten und wispert Bala zu: "Töte mich."

Sie kommt ins Krankenhaus und bleibt dort sieben Monate. Im April besucht Prem die Frau, von der sie nicht weiß, dass sie tatsächlich ihre Mutter ist. Sian liegt gelähmt im Bett, und als Prem geht, dreht sie sich um und sagt erstmals und wie aus tiefer Intuition: "Bye, bye, Mummy". Sian, die bis dahin härteste und unnahbarste Genossin, erwidert: "Bye, bye, Baby." Es sind nach all den Jahren der Entwöhnung, der Gefühlskälte und Schläge versöhnliche Worte. Und es sind die letzten Worte, die Prem von ihr hört. Sian Davies stirbt im August 1997. Es wird nie abschließend geklärt, ob ihr Fenstersturz ein Unfall oder ein Selbstmordversuch war.

Kurz nach Sians Tod tötet JACKIE eine englische Prinzessin in einem Autotunnel in Paris.

Höllenloch

Ich glaube, dass es meine Mutter war, die aus Bala diese kranke Figur machte. Sie gab ihm diese Idee. Er war immer schon intolerant und autoritär. Aber als sie in das Kollektiv kam, machte sie ihn zum Gott. Sie addierte zu all den politischen Aktivitäten noch dieses übernatürliche Element. Und er, dieser Narzisst, mochte das natürlich. Ich hatte irgendwie das Gefühl, Sian könnte meine Mutter sein. Aber sie war zugleich die Person, die zu mir am bösesten war. Balas Frau war auch böse, im Nachhinein ist klar, warum. Sie sah in mir das uneheliche Kind. Aber meine eigene Mutter? Ich weiß inzwischen eine Menge darüber, wie Kulte funktionieren. Ich weiß, dass sie die Gefühle kappen wollten, um sie zu fokussieren auf den Führer. Ich könnte mir vorstellen, dass meine Mutter in ihrem Inneren ein guter Mensch war. Denn irgendwann durchschaute sie offenbar alles. Es war, als sei sie aus diesem Fluch aufgewacht. Ich wünschte, sie würde leben und wir könnten über alles reden. Aber dafür ist es zu spät.

Prem lebt ein falsches Leben im falschen. Aber sie weiß, dass es ein richtiges Leben geben muss. Sie ist belesen und intelligent, ihr IQ liegt jenseits der 120. Am 11. September 2001 tötet JACKIE 3000 Amerikaner in den Zwillingstürmen von New York City. Bala feiert und jubelt, dies sei die Vergeltung für die Verbrechen Amerikas. Prem geht zum Weinen auf die Toilette. 2004 stirbt Genossin Oh an den Folgen eines Schlaganfalls, ihre Angehörigen werden darüber nicht informiert. Prem ist nun eine junge Frau, ihr Körper verändert sich. Sie liest Tolkien und "Harry Potter", ihre Tagebucheinträge werden fragender, zorniger, zweifelnder. Sie durchschaut längst den Vater als Despoten und denkt manchmal an Flucht. Sie sagt zu Bala, dass Vögel fliegen müssen. Fragt ihn, wann die Zeit dafür käme, und er sagt, die Vögel am Himmel lebten gefährlicher als Vögel im Käfig, und falls sie gehe, würde die Welt explodieren, "es ist deine Wahl".

Sie nennt Bala nun Vater, weil sie ahnt, dass er ihr leiblicher Vater ist, und der hat nichts dagegen. Sie sehnt sich nach Freunden, aber die einzigen Freunde neben Wasserhahn und Toilette und sind die vielen Bücher und das Papier, auf das sie ihre Gedanken niederschreibt. Sie tagträumt sich in ihre Ersatzwelten, idealisiert die Helden aus den Büchern, Professor Dumbledore aus "Harry Potter" und Tolkiens mächtigen Zauberer Gandalf. Vergleicht ihren Vater mit den bösen Antipoden Voldemort und Sauron. Am zweiten Weihnachtstag 2004 löst JACKIE einen Tsunami aus, 250.000 Menschen in Südostasien sterben, ihr Vater gibt Prem die Schuld. Sie hält ihn zunehmend für verrückt und krank, aber sie hat zugleich Angst, vor ihm, den anderen Frauen und JACKIE. Will einerseits unbedingt raus und hat andererseits keine Ahnung, wie es wäre. "Warum", notiert Prem, "warum bin ich gefangen in diesem Höllenloch? All meine Probleme haben mit der Verrücktheit meines Vaters zu tun. Ich bin ihn leid, leid, leid! WANN werde ich frei sein …?"

"Haus-Elfen"

Es gehört zu den bemerkenswerten Volten dieser Geschichte, dass Prem, eine junge Frau von Anfang 20, tatsächlich einmal zu flüchten versucht, am 2. Mai 2005. Sie hat sich da innerlich längst abgenabelt vom Kult, ihr Vater sitzt in der Badewanne, die Kommunarden Aisha und Josie sind zum Einkaufen. Und dann geht sie los, einfach los durch den Hinterausgang, ohne Ziel, wohin die Füße sie tragen. Ein Passant fragt die orientierungslose Prem, ob sie Hilfe brauche, und sie antwortet, auf seine Füße starrend: "Ich bin weggelaufen." Der Mann erklärt ihr, wo die Polizei ist, "hinter der Ampel". Prem weiß alles über Politik und Medizin, kennt Hemingway und Mandela, aber in ihren Büchern steht nicht, wie eine Ampel funktioniert. Sie schafft es irgendwie zur Polizei, sagt einer Beamtin, dass sie von zu Hause getürmt sei. Sagt ihr aber nicht, dass sie 22 lange Jahre lang gehalten wurde wie eine Sklavin. Sagt ihr auch nicht, dass noch andere Frauen dort leben, gehalten wie Sklaven. Erzählt nichts vom Missbrauch, von den Schlägen, von der Verachtung, von der Gewalt und von JACKIE. Sie will frei sein und zugleich das Kollektiv nicht zerstören. Sie will fliegen, aber die Flügel tragen nicht.

Noch nicht.

Die Beamtin ruft Bala an, Prem kehrt zurück ins Irrenhaus. Bala schlägt sie am nächsten Morgen und nennt sie Verräterin und faschistische Agentin. Es werden weitere acht Jahre vergehen. Acht Jahre in der Hölle, die anfangs etwas erträglicher werden, weil Josie und Aisha sich mehr kümmern und sie sogar so etwas entwickeln wie Nähe und Zusammenhalt, sie nennen sich "Haus-Elfen".

Und dann: verliebt sie sich.

Verliebt sich in einen Jungen aus der Nachbarschaft, Roddy. Den sie aus dem Fenster beobachtet und ihm Briefe und Gedichte widmet und sie ihm schickt. Der ihre Blicke aus dem Fenster erwidert. Irgendwann klopft Roddy nachts an ihr Fenster, sie lässt ihn herein, die Leidenschaft größer als die Angst vor Entdeckung. Sie nennt sich Rose. Roddy und Rose. Es ist der erste Freund ihres Lebens, der erste Mann ihres Lebens, der erste Kuss ihres Lebens, der erste Sex ihres Lebens. Sie muss nun nicht mehr Toiletten und Wasserhähne umarmen und liebkosen. Prem wird schwanger.

Ich konnte und wollte Roddy nicht alles erzählen. Ich wollte ihm nicht erzählen, dass ich gefangen gehalten werde. Es war mir peinlich. Und ich wollte nicht peinlich auf ihn wirken. Ich sagte, meine Eltern stammten aus Asien und seien sehr streng, und das verstand er. Er verstand, hatte aber keine Ahnung, wie ernst es war. Er kam fünfmal in mein Zimmer. Heute weiß ich, dass Roddy mich auch ausgenutzt hat. Aber damals war es gut für mich.

Gehirnwäsche

Beim fünften Besuch werden sie entdeckt, weil sein Handy klingelt, er flüchtet aus dem Zimmer. Prem hat Roddy nicht mal verraten, dass sie schwanger ist. Bala tobt, er schreit: "Du bist mein!" Er schlägt sie und tritt ihr in den Bauch. Dadurch verliert sie das Baby. Prem geht nun durch merkwürdige Gefühlslagen. Wut und Hass auf Bala, ihren Erzeuger, fortan "Dark Lord" oder "Lord Monster". Zugleich Mitleid mit den anderen aus dem Kult. Rätseln auch darüber, warum die Frauen nicht endlich sehen, was offensichtlich ist. Dass Bala ein Fantast und Lügner ist, der ihr Gehirn gewaschen hat. Sie ärgert sich, dass Aisha und Josie, die Schule und Universität besuchten, seit Jahrzehnten ihrem Peiniger huldigen. Sie ist in diese Hölle geboren worden. Die anderen sind freiwillig in sie hinabgestiegen. "Wenn ich, die nie zur Schule gehen durfte, sehe, dass Bala ein Verrückter ist – warum dann nicht sie?"

Sie bricht mit dem Kollektiv, mit dem Vater hat sie das schon lange, und durchläuft mehrere Phasen. Sie nennt sie "Tage des Vergebens", "Erleuchtung", "Ketten brechen" und schließlich, die schwerste: sich von JACKIE befreien. Sie ist physisch gefangen in diesem Käfig, aber frei wie ein Vogel im Geist. Eines Tages schreibt sie ihren Namen noch einmal auf ein Stück Papier – Prem Maopinduzi. Sie spuckt darauf, zerreißt ihn, wirft ihn ins Klo, uriniert darauf und zieht ab. Prem ist tot. Sie ist nun ein Phoenix, geboren aus der Asche von Prem. Die Genossen ahnen nichts von Prems Tod. Sie braucht nur Zeit. Und Zeit ist das Einzige, was sie im Überfluss hat. Sie weiß nun, wie sie in der Hölle überleben kann: Sie spielt mit Bala und den anderen.

"Harry Potter" und Tolkien hatten einen großen Einfluss. Ich las sie immer wieder. Wenn Bala wissen wollte, warum gerade diese Bücher mich so faszinierten, sagte ich: "Es geht um Könige wie dich." Es gab noch was anderes: Wenn ich etwas wollte, ein Kleid zum Beispiel, dann sagte ich: "Ich möchte ein neues Kleid für deinen Geburtstag." Er fiel darauf rein. Die Wahrheit schrieb ich in meine Kladden. Ich hatte Angst, dass meine Geheimnisse rauskommen und ich bestraft würde. Es war furchtbar und zugleich auch amüsant, weil ich entdeckt hatte, wie ich mich schützen konnte – indem ich vorgab, ihm zu folgen, und das Gegenteil tat. Er hatte mich immer wieder gequält und gesagt, ich würde zu seinem größten Feind. Und wenigstens diese Prophezeiung wurde wahr.

Freiheit

Es ist das Jahr 2011, Prem, die sich selbst jetzt Rosie nennt, spricht mit den Ratten und Mäusen unter den Dielen, es sind ihre neuen Freunde, manchmal huscht eine Ratte durch die Küche, und sie starren sich an. Zugleich entwickelt sie eine Strategie: nähert sich Josie und Aisha, und die erwidern ihre Nähe. Bala schlägt und verflucht die beiden, weil Gefühle das Kollektiv gefährden. Und Rosie macht sich diesen Riss im Kult zunutze. Ihr geht es körperlich schlechter. Sie verliert dramatisch an Gewicht, irgendetwas stimmt nicht mit ihr. Josie macht sich ernsthafte Sorgen und flüstert eines Tages, Frühjahr 2013, dass sie einen Weg nach draußen finden müssen. An einem Abend läuft im Fernsehen eine Sendung über misshandelte Frauen, darunter erscheint die Nummer einer Hotline. Josie merkt sich die Nummer und ruft heimlich an.

Es ist das Ticket in die Freiheit.

Sie werden, streng vertraulich, weitergeleitet an eine Hilfsorganisation für die Opfer von moderner Sklaverei in Leeds, die "Palm Cove Society". Geführt von einem Ehepaar, das Jahre zuvor sein Hab und Gut verkaufte, um anderen zu helfen, Yvonne Hall und ihr Mann Gerard Stocks. Josie spricht am Telefon mit Yvonne. Sie nennt Rosie Tochter, und sie sagt: "Sie muss hier raus. Sie ist krank." Und dann geht alles ganz schnell, viel schneller, als die Frauen sich gedacht haben. Man vereinbart einen Fluchttermin, 25. Oktober 2013, 3 Peckford Place, 11.15 Uhr vormittags, keine Minute früher oder später. An diesem herbstlichen Morgen geht Bala einkaufen, und Josie und Rosie schlüpfen aus der Hintertür, beladen mit Taschen und Tüten, und auf der anderen Straßenseite wartet Polizei in Zivil und das Ehepaar aus Leeds. Gerard erinnert sich später an die beiden Gestalten, Josie vorneweg, gefolgt von einer jüngeren Frau, die kaum gehen kann. Schwach und unsicher auf den Beinen. Yvonne und Gerard, die viele Formen von moderner Sklaverei kennen, haben so etwas noch nie gesehen. Rosie, stellt sich heraus, leidet unter schwerer Diabetes. Ein paar Tage später nur, und sie wäre in ein lebensgefährliches Koma gefallen.

Am selben Tag noch räumt die Polizei die Wohnung in Brixton, und auch Aisha kommt frei. Die drei sagen bei der Polizei aus, dann fahren sie nach Leeds. Sitzen hinten im Wagen, stellen Fragen, wie sie Kinder stellen, "Warum sind einige Lichter bei den Autos weiß und andere rot?". Sie reden eine ganz eigene Sprache. Eine beginnt einen Satz, die zweite führt ihn fort, die dritte beendet ihn. "Sie waren wie Roboter", sagt Gerard, wie Maschinen, seit Jahrzehnten programmiert von einem Despoten. Es wird nun darauf ankommen, dieses Programm umzuschreiben.

Gefangener Vogel

Der 25. Oktober 2013 ist wie eine Neugeburt für Rosie. Sie ist frei. Theoretisch jedenfalls. Praktisch muss sie die elementaren Dinge des Lebens lernen. Muss lernen, Menschen in die Augen zu schauen, wenn sie spricht, und nicht auf die Füße. Muss lernen, wie man Bus fährt und sich orientiert. Sie lebt 14 Monate bei Yvonne und Gerard, die sie bis heute wie eine Tochter behandeln. Sie ist über 30, aber, was ihre sozialen Fähigkeiten anbelangt, auf dem Stand einer Sechsjährigen.

Die Frauen, sagt Yvonne Hall heute, hatten Probleme zu vertrauen. Ihr Vertrauen war gebrochen worden, jede musste ihren Weg finden, damit umzugehen. Josie fiel das am schwersten, sie hat sich nie gelöst, sie leidet unter dem Stockholm-Syndrom, hat Bala vor Gericht unterstützt. Sie redet nicht mit der Presse des faschistischen Staates.

Aisha, inzwischen 73 Jahre alt, lebt in einem kleinen Apartment der Hilfsorganisation. Sie glaubte anfangs auch noch an die Macht von JACKIE, löste dieses Band aber. Sie hat auf ihre alten Tage noch einmal studiert. Arabische Wissenschaften.

Rosie hat noch einmal einen neuen Namen angenommen. Sie heißt jetzt Katy Rose Morgan-Davies. Es ist der Nachname ihrer Mutter. Sie hat unter diesem Namen ihre Erinnerungen verfasst mithilfe einer Journalistin, das Buch heißt "Caged Bird", gefangener Vogel.

Kathartischer Akt

An diesem heißen Sommertag sitzt Katy im Büro von Yvonne und Gerard. Manchmal giggelt sie an unpassenden Stellen, weil sie als Kind nie gelernt hat, zu lachen und zu kichern wie ein Kind. Vermutlich wird Katy nie ein völlig normales Leben führen können, zumindest nicht normal nach der Definition von vermeintlich Normalen. Aber sie ist einen gewaltigen Weg gegangen, der ein wenig erinnert an das Schicksal der Elisabeth Fritzl, 24 Jahre eingesperrt und vergewaltigt vom eigenen Vater in einem Bunker in Niederösterreich. Katys Akzent ist milder geworden und trägt jetzt mehr weiche Züge und nicht mehr das harte indische Idiom des Kults. Sie färbt ihre Haare blond, sie trägt farbenfrohe Kleider. Sie spricht mit sanfter Stimme. Selbst über ihren Vater Bala, der im Januar 2016 zu 23 Jahren Haft verurteilt wurde wegen Sklaverei, Kindesmissbrauch, Gewalt und Vergewaltigung von Cindy und Leanne, die er zwang, sein Ejakulat zu schlucken, das er "Lebenselixier" nannte. Die beiden Frauen schwiegen jahrzehntelang und sagten erst während der Verhandlung gegen Bala aus.

Zum Kernpunkt des Prozesses wurden Katys Tagebücher, in denen alles stand, die ganze furchtbare Wahrheit aus drei Jahrzehnten. Die Jury zweifelte keine Sekunde. Bala sitzt im Gefängnis, aber die Frage ist, ob ein Gefängnis für ihn der richtige Ort ist. Vor Gericht sagte er, dank seiner Macht sei Jeremy Corbyn Parteivorsitzender von Labour. Er sprach auch von JACKIE. Bala lebt in seiner eigenen Welt, wurde aber dennoch nicht für unzurechnungsfähig erklärt.

Katy ist jetzt 35. Sie hat Prüfungen in Englisch und Mathematik bestanden mit glänzenden Noten. Sie engagiert sich für die Labour-Party und lebt in einer kleinen Wohnung in Leeds. Vor einiger Zeit reiste sie nach London und fuhr dort die Stätten und Häuser ihrer Kindheit und Jugend noch einmal ab. Es war ein kathartischer Akt. Sie will nun Soziologie und Psychologie studieren, um zu verstehen. Denn die große Frage des "Warum?" kann sie nicht beantworten. Sie hat Bala verziehen, weil sie mit dem Gefühl von Wut und Hass nicht leben kann. Sie will nicht so sein wie Bala, der ihr aus dem Gefängnis noch nachruft, dass er sie hasst. Sie sieht ihren Vater und den Kult vielmehr in größeren Zusammenhängen.

Die Sekte kennt nur schwarz und weiß

Ich interessiere mich für Verhalten. Warum denken viele Menschen nur in den Kategorien schwarz und weiß? Warum sehen sie nicht die Grautöne? Im Kult sahen alle nur schwarz und weiß. Aber mir geht es nicht mehr nur um das Haus und den Kult. Es geht mir um die Welt. Diese Dinge passieren im Kleinen wie im Großen. Ganz Nordkorea huldigt einem Kult. Das möchte ich verstehen. Ich glaube daran, dass man alles, wirklich alles mit der Zeit überstehen kann. Ich will viel reisen. Ich will andere Länder sehen, die ich nur aus Büchern und dem Fernsehen kenne. Ich will Menschen treffen und helfen, wenn ich kann. Ich will fliegen. Denn ich bin frei.

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