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Thailand: Illegaler Handel: Wie auf Facebook gefährdete Tierarten angeboten werden

Auf Facebook werden nicht nur Posts geschrieben und Freundschaftsanfragen versendet, sondern auch mehr und mehr bedrohte Tiere gehandelt – zumindest in Thailand. Das hat eine NGO herausgefunden.

Tropfenschildkröte

Unter anderem Tropfenschildkröten wurden in den Facebook-Gruppen angeboten. Die Tierart ist akut vom Aussterben bedroht.

Picture Alliance

2016 gab es auf zwölf Facebook-Gruppen aus Thailand, in denen vom Aussterben bedrohte Tiere zum Verkauf angeboten wurden, berichtet die Tierschutzorganisation Traffic. Innerhalb eines einzigen Monats im Jahr 2016 wurden dort 1500 Wildtiere zum Verkauf angeboten. Dabei handelte es sich sowohl um lebende als auch tote Tiere, auch einzelne Körperteile wurden anscheinend angepriesen.

Wie die BBC unter Berufung auf Traffic berichtet, wurden in den Gruppen insgesamt 200 angeboten. 105 davon waren nach thailändischem Gesetz geschützt, in zwei Fällen – dem Fischotter und der Tropfenschildkröte – ist der Verkauf sogar überall auf der Welt verboten.

Schon ein Exemplar weniger kann das Überleben einer Spezies gefährden

Auch ein Schildschnabel sei angeboten worden. Bei dieser extrem seltenen Vogelart, die in beheimatet ist, hat es nach Angaben von Traffic bereits "ernsthafte Auswirkungen" auf das Überleben der gesamten Spezies, wenn nur ein Exemplar aus der Wildpopulation entfernt wird.

Die Tierschutzorganisation Traffic, die sich insbesondere mit illegalem Tierhandel beschäftigt, hatte in einer großangelegten Studie den Tierhandel im Internet untersucht. Dazu analysierte sie die einschlägigen Facebook-Gruppen aus 2016 und 2018. Zwei Jahre nach der ersten Erhebung waren zwei der zwölf Gruppen nicht mehr aufzufinden gewesen. Allerdings hatte sich die Mitgliederzahl in den Gruppen beinahe verdoppelt. Innerhalb von zwei Jahren war sie von 106.000 auf mehr als 203.000 angestiegen.

Illegaler Wildtierhandel auf Facebook wird zum Problem

"Der wachsende Online-Wildtierhandel erhöht den Druck auf ohnehin schon bedrohte Tierarten, die bisher nicht gesetzlich geschützt werden", erklärte Kanitha Krishnasamy, Traffic-Regionaldirektor in Südostasien. Auch die Tierschutzstiftung WWF erklärte gegenüber der , illegaler Wildtierhandel sei ein ernstzunehmendes Problem und spiele sich zunehmend im Internet ab.

Facebook erlaubt in seinen Nutzungsbestimmungen den Verkauf von bedrohten Tierarten nicht. Entsprechende Seiten würden so schnell wie möglich entfernt, sagte eine Sprecherin. Das Netzwerk arbeite in dieser Hinsicht mit Organisationen wie Traffic zusammen.

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