Nach wie vorher ist das Stereotyp weit verbreitet, Männer seien die besseren Autofahrer. Eine Studie des Verkehrsministeriums in Baden-Württemberg zeigt nun das Gegenteil – zumindest, wenn es um den Punkt Sicherheit geht. Laut der Erhebungen der Behörde verursachen männliche Autofahrer (86 Prozent) erheblich mehr Unfälle mit Personenschaden als Autofahrerinnen (32 Prozent). Bei tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmenden sind Männer in 70 Prozent der Fälle die Verursacher. Die Gründe dafür sind nicht neu.
Männer sind risikobereiter im Straßenverkehr
Ein weitläufiger Irrtum ist, dass Männer mehr Unfälle bauen, weil sie auch mehr Kilometer hinter dem Steuer zurücklegen. Die aktuellen Zahlen entkräften dieses Argument: Bei den gefahrenen Kilometern beträgt das Verhältnis zwischen Mann und Frau 60 zu 40. Bei den Unfällen mit Todesfolge aber 70 zu 30.
Bei 1.000 von Autofahrern verursachten Unfällen sterben durchschnittlich zwölf Personen, bei Autofahrerinnen sind es sechs Todesopfer. Der Grund dafür ist, dass Männer im Straßenverkehr ein höheres Risiko eingehen als Frauen, wie Auswertungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg und Studien der Bundesanstalt für Straßenwesen belegen. Sie verstoßen nicht nur öfter gegen Verkehrsregeln, sondern werden auch häufiger mit Strafen belegt. Das liegt laut Expertinnen und Experten vor allem an einer höheren Risikobereitschaft, Konkurrenzverhalten und sozialen Rollenbildern.
Dass Männer risikobereiter im Straßenverkehr sind, zeigen auch die Geschlechterunterschiede bei den Unfallursachen. So haben im letzten Jahr laut dem Innenministerium Baden-Württemberg 1.425 Männer einen Unfall unter Alkoholeinfluss in dem Bundesland verursacht. Bei Frauen waren es dagegen nur 140. Auch bei Unfällen, denen überhöhte Geschwindigkeit vorausgegangen ist, zeigt sich ein eindeutiges Bild. Während im letztem Jahr 4.638 Autofahrer einen Unfall wegen zu schnellen Fahrens verursacht haben, passierte das nur 1.300 Autofahrerinnen.
Kampagne zielt auf null Verkehrstote
Gerade vor Feiertagen wie dem Vatertag kann Gruppendynamik und Alkoholeinfluss zu mehr Verkehrsunfällen führen. Aus diesem Grund richtet sich die seit 2023 vom Verkehrsministeriums Baden-Württemberg laufende Verkehrssicherheitskampagne "Team Vison Zero" aktuell gezielt an Männer. Etwa mit Slogans wie "Deine Mutter fährt besser als du" oder "Deine Mutter kriegt jede Kurve" sollen männliche Autofahrer dafür sensibilisiert werden, dass umsichtiges und vorausschauendes Fahren keine Schwäche, sondern eine Stärke ist.