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Acht Tote: Taiwans Generalstabschef stirbt bei Helikopterunglück

Es sollte ein Routinebesuch bei den Soldaten sein. Doch auf dem Flug verunglückt der Militärhubschrauber mit Taiwans Generalstabschef und anderen hochrangigen Offizieren an Bord. Acht Menschen sterben. Noch ist die Ursache ein Rätsel.

Rettungskräfte am Wrack des abgestürzten Helikopters in Taiwan

Rettungskräfte am Wrack des abgestürzten Helikopters in Taiwan

AFP

Taiwans Generalstabschef Shen Yi-ming und sieben weitere Militärangehörige sind bei einem Hubschrauberunglück im Norden des asiatischen Landes ums Leben gekommen. Fünf Passagiere der insgesamt dreizehn an Bord überlebten und wurden in Krankenhäuser gebracht, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Das Unglück ereignete sich etwa eine halbe Stunde nach dem Start in einer bergigen Region nahe der Hauptstadt Taipeh, wie es weiter hieß. Um 8.22 Uhr hätten die Luftfahrtbehörden den Kontakt zum Helikopter verloren, etwa 15 Minuten nach dem Start.

Luftwaffengeneral Shen Yi-ming, Generalstabschef von Taiwan

Luftwaffengeneral Shen Yi-ming, Generalstabschef von Taiwan

DPA

Luftwaffengeneral Shen, 62, der seit Juli den Posten innehatte, sei auf dem Weg zu einem routinemäßigen Truppenbesuch im Osten der Inselrepublik gewesen, hieß es weiter. Demnach waren 13 Menschen an Bord des Helikopters des Typs UH-60M Black Hawk. Der Hubschrauber war einer von insgesamt 60, die die USA 2010 nach Taiwan verkauft hatten, teilte Taiwans Nachrichtenagentur Central News Agency mit.

Das Verteidigungsministerium sprach von einer Notlandung und kündigte eine Untersuchung an, um die Ursache zu klären. Zuvor hatte Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen das Ministerium gebeten, eine Untersuchung einzuleiten. "Wir müssen den Grund für den Vorfall herausfinden", sagte sie vor Journalisten, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. "Vor allem müssen wir die Stabilität unserer militärischen und nationalen Verteidigung gewährleisten", wird die Präsidentin weiter zitiert.

Unglück überschattet Wahlkampf

Das Unglück ereignete sich rund eine Woche vor den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Taiwan, die am 11. Januar abgehalten werden. Tsai, die eine Wiederwahl anstrebt, hat ihre Wahlkampfaktivitäten bis Samstag eingestellt, berichtet Reuters weiter. "Heute ist ein Tag, an dem wir zutiefst traurig sind, weil einige unserer angesehensten Generäle im Dienst gestorben sind", erklärte die Präsidentin. Auch Tsais Herausforderer Han Kuo-yu und seine oppositionelle Kuomintang-Partei setzten den Wahlkampf wegen des Unglücks für zwei Tage aus.

In den vergangenen Jahren hatte es mehrere Unfälle mit Hubschraubern des Typs Black Hawk gegeben, die Taiwan von den USA gekauft hatte. Washington ist der mächtigste inoffizielle Verbündete und führende Rüstungslieferant Taiwans. 2018 kamen beim Absturz eines Hubschraubers eines staatlichen Rettungsdienstes sechs Menschen ums Leben. Der Unfall wurde auf menschliches Versagen zurückgeführt. 2016 und 2018 verunglückten zudem zwei Helikopter bei der Landung. Verletzt wurde dabei niemand. 

Taiwan wird von Peking als Teil der Volksrepublik China angesehen, obwohl es nie dazu gehört hat. Der Streit um den Status des Inselstaates geht auf den Bürgerkrieg in China zurück, als die Truppen der nationalchinesischen Kuomintang nach ihrer Niederlage gegen die Kommunisten Maos 1949 nach Taiwan geflüchtet waren.

Weitere Quellen: Reuters, Central News Agency

rw / DPA / AFP