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Sicherheitslücke am Airport: Testperson schmuggelt Paket in Passagierjet

Von Kameras heimlich dokumentiert ist ein Paket am Düsseldorfer Airport unkontrolliert in einen Passagierjet gelangt. Der Flughafenverband reagiert gereizt. Das Ganze erinnert an frühere Vorfälle.

Einfahrt zum Airport Düsseldorf

Hier wird die Luftfracht kontrolliert: Das Tor 1 des Flughafens in Düsseldorf.

Beschäftigte am Düsseldorfer Flughafen können Pakete unkontrolliert in Flugzeuge schmuggeln. Das hat ein WDR-Reporterteam mit Kameras dokumentiert. Über einen nicht durch Wachleute gesicherten Personaleingang an einer Frachthalle hatte ein Mitarbeiter ein Paket auf das Gelände mitgenommen und in einen Luftfrachtcontainer gelegt. Der Container wurde ohne weitere Kontrolle des Inhalts in einen Passagierjet geladen. 

Ende Mai hatte die EU-Kommission Deutschland bereits wegen möglicher Mängel bei den Sicherheitskontrollen an Flughäfen verklagt. Ende 2014 hatten Prüfer Sicherheitsrisiken an deutschen Flughäfen aufgedeckt - unter anderem in Düsseldorf und Frankfurt/Main. Laut Medienberichten gelang es den Prüfern bei jedem zweiten Versuch, Waffen oder gefährliche Gegenstände durch die Passagierkontrolle zu schmuggeln. Als Hauptgrund wurde die schlechte Schulung des Personals der beauftragten Unternehmen genannt. 

Cargo-Halle gehört nicht zum sicherheitssensiblen Bereich

Bei dem jüngsten Vorgang in Düsseldorf handele es sich nicht um einen Verstoß gegen geltende Sicherheitsrichtlinien, betonte ein Flughafensprecher. "Die von dem WDR-Team beschriebene Zutrittssituation zur Frachthalle nehmen wir dennoch sehr ernst und werden zeitnah das Gespräch mit dem Luftfahrtbundesamt suchen", heißt es in einer Stellungnahme des Airports. 

Der Flughafensprecher räumte ein, dass der Container auf dem Weg zum Flugzeug nicht mehr geröngt werde. Die Frachthalle selbst zähle nicht zum sicherheitssensiblen Bereich. Zugang hätten dennoch nur Mitarbeiter, die sicherheitsüberprüft seien. 

"Der WDR hat Mitarbeiter zu einem Rechtsbruch angestiftet", kritisierte der Geschäftsführer des Flughafenverbands ADV, Ralph Beisel. "Der Mitarbeiter hat sich weder illegal Zutritt verschafft, noch einen gefährlichen Gegenstand an Bord geschmuggelt. Aus unserer Sicht ist das kein Rechtsbruch", entgegnete eine WDR-Sprecherin. 

Sicherheitschecks alle fünf Jahre

Der Airport und der Flughafenverband wiesen darauf hin, dass die Beschäftigten sehr aufwendig sicherheitsüberprüft würden. Die Überprüfung wird alle fünf Jahre wiederholt. Allerdings hatte bis zum vergangenen Jahr auch ein radikaler Islamist im Sicherheitsbereich des Airports in der Gepäckabfertigung gearbeitet. 

Zudem werden die Beschäftigten üblicherweise trotz der Überprüfung beim Betreten des Sicherheitsbereichs kontrolliert. Der Zugang zur Frachthalle erfolge dagegen lediglich über ein Drehkreuz unter Verwendung einer Chipkarte, die bei Verlust oder Diebstahl auch in die Hände Dritter gelangen könne, berichtete der WDR.

DPA