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Tödliche Schüsse bei Routinekontrolle: Augsburger Polizistenmörder weiter auf der Flucht

Noch immer gibt es keine Spur von den beiden Motorradfahrern, die in der Nacht in Augsburg einen Polizisten erschossen haben. Bayerns Innenminister spricht von einem "gemeinen Verbrechen", die Polizei gab erste Details der Bluttat bekannt.

Nach den tödlichen Schüssen auf einen Polizisten in Augsburg hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die Tat als "gemeines Verbrechen" scharf verurteilt. Die beiden flüchtigen Motorradfahrer stammten vermutlich aus der schwerkriminellen Szene, sagte Herrmann am Freitag in Augsburg. Die Täter hätten bei einer Routinekontrolle unvermittelt geschossen und den 41-jährigen Beamten mehrmals getroffen.

Die 30-jährige Kollegin des Getöteten habe nach den Schüssen der Verdächtigen mehrmals zurückgefeuert, erklärte der Polizeipräsident des Präsidiums Schwaben Nord, Gerhard Schlögl. Sie habe aber die Männer vermutlich nicht getroffen. Die Beamtin erlitt selbst einen Streifschuss an der Hüfte. Der getötete Polizist habe zwar eine schusssichere Weste getragen, die Kugeln hätten ihn jedoch jenseits des Schutzbereiches getroffen.

Hoffnung auf DNA-Material

Mehrere Menschen seien nach der nächtlichen Tat überprüft worden, sagte Schlögl. Leider habe die Polizei bisher aber keine heiße Spur. Wichtig sei das Kennzeichen des Täter-Motorrades der Marke Honda CB 500. Dabei habe es sich um eine Kennzeichen-Doublette gehandelt, sagte der Ermittler. Außerdem habe man am Tatort mehrere Gegenstände gefunden, zu denen man aber aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen könne. Man sei jedoch zuversichtlich, auf verwertbares DNA-Material zu stoßen

Das Waldgebiet, in dem die Täter verschwunden waren, werde weiter durchsucht. Seit der Tat gegen 3 Uhr in der Nacht fahnden mehrere hundert Beamte nach den flüchtigen Männern. Das Gebiet um das Stauwehr Hochablass und der nördliche Teil des Augsburger Stadtwaldes wurden weiträumig abgesperrt.

Staatsanwalt ermittelt wegen Mordes

Oberstaatsanwalt Günther Zechmann bestätigte, dass seine Behörde wegen Mordes ermittle. Die Verfolgungsjagd sei sehr ungewöhnlich gewesen: "Das war ein Tatablauf, den sich auch hartgesottene Ermittler nicht ohne weiteres vorstellen können. (...) Wie James Bond über die Lech-Brücke in Augsburg." Zechmann vermutet, dass die Täter mit den tödlichen Schüssen ein Verbrechen verdecken wollten. Möglicherweise sei es dabei um ein Drogengeschäft gegangen. Die Polizeistreife habe sie zur Unzeit überrascht.

kng/DPA / DPA