HOME

Trotz nachlassenden Schneefalls: Es bleibt gefährlich glatt

Tief Monika beschert Deutschland ein Wechselbad der Wettergefühle: In Sachsen-Anhalt herrschte Winter mit Eisregen, Schneefall und Schneeverwehungen. In Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat sich die Lage wieder entspannt.

Der Winter hat Deutschland auch bei nachlassenden Schneefällen weiter fest im Griff. An den Alpen seien innerhalb von zwölf Stunden immer noch zehn Zentimeter Neuschnee möglich, teilte der Deutsche Wetterdienst in Offenbach am Freitagmorgen mit. Vor allem in höheren Lagen können Sturmböen von 60 bis 80 Kilometer pro Stunde zu Schneeverwehungen führen. Die Meteorologen warnen Autofahrer besonders vor Blitzeis, das in kürzester Zeit Straßen in gefährliche Rutschbahnen verwandelt.

Chaos herrschte weiter in Sachsen-Anhalt. Winterwetter mit Eisregen, Schneefall und Schneeverwehungen führten dort am Donnerstag zu 426 Verkehrsunfällen, wie die Polizei mitteilte. Dabei wurden 2 Personen getötet und 36 verletzt. Durch Schneeverwehungen, örtlich bis zu anderthalb Meter Höhe, kam es zu stundenlangen Sperrungen und Staus durch liegen gebliebene Fahrzeuge. Besonders betroffen waren die Landkreise Harz, Börde, Salzland, Stendal und Mansfeld-Südharz sowie der Saale- und Burgenlandkreis. Polizei, Rettungskräfte und das THW waren im Einsatz, um Fahrzeuge zu bergen und Kraftfahrer zu versorgen.

Behinderungen auf der rheinland-pfälzischen Autobahn 3

Schnee- und Eisglätte führten in der Nacht zum Freitag auf der rheinland-pfälzischen Autobahn 3 bei Montabaur zu erheblichen Behinderungen. Betroffen waren insbesondere die Abschnitte zwischen Diez und Montabaur in Fahrtrichtung Köln sowie zwischen der Anschlussstelle Ransbach-Baumbach und der Raststätte Heiligenroth in Richtung Frankfurt. Dort staute sich der Verkehr auf eisglatter Fahrbahn zeitweise bis zu 14 Kilometer. Staus gab es auch auf der Autobahn 48 zwischen Bendorf und dem Dreieck Dernbach. Am frühen Morgen entspannte sich die Situation jedoch rechtzeitig zum Berufsverkehr, wie die Polizei mitteilte.

Beruhigt hat sich auch die Lage in Nordrhein-Westfalen. Allerdings kam es dort seit Donnerstagmittag bis zum frühen Freitagmorgen noch zu 359 Wetter-Unfällen mit 4 Schwer- und 21 Leichtverletzten. Es entstand ein Schaden von rund einer dreiviertel Million Euro. 135 mal war die Polizei darüber hinaus unterwegs, um Gefahrenstellen zu beseitigen und liegen gebliebenen Autofahrern Hilfe zu leisten.

Schnee und Glätte in der bayerischen Oberpfalz

In der bayerischen Oberpfalz sorgten anhaltende Schneefälle und Glätte für Behinderungen. Bei der Einsatzzentrale in Regensburg wurden von Donnerstagnachmittag bis Freitagmorgen knapp 100 Unfälle und Störungen gemeldet. Eine junge Frau kam bei einem Zusammenstoß auf glatter Fahrbahn ums Leben, sechs Personen wurden verletzt. Auf der Autobahn 3 rutschte am Morgen kurz vor Wörth-Ost in Richtung Passau ein Sattelzug in den Graben und kippte um. Der Fahrer kam mit leichten Verletzungen davon. In Fahrtrichtung Nürnberg blieb bei einer Baustelle zwischen Parsberg und Velburg ein Sattelzug hängen und blockierte die gesamte Fahrbahn. Auch drei Räumfahrzeuge standen im Stau. Zwischen Beratzhausen und Neumarkt blieben in beiden Fahrtrichtungen zahlreiche Lkw an Steigungen liegen.

Wie die Polizei Heidelberg am frühen Freitagmorgen mitteilte, ist die Bundesstraße 37 in Heidelberg nach 24 Stunden Sperrung wieder durchgängig befahrbar. Als der Neckar am Donnerstag über die Ufer getreten war, musste die Straße im Bereich der alten Brücke gesperrt werden. Nun ist der Fluss bei einem Pegelstand von 3, 40 Meter wieder in sein Bett zurückgekehrt, die B 37 wurde vom Schlamm gereinigt und ist wieder frei.

Dietmar Kroschky, DAPD / dapd