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Tuğçe-Prozess: "Da wurden die Mütter beleidigt von A bis Z"

Verhandlungstag zwei im Prozess um den Tod der Lehramstsstudentin Tuğçe Albayrak. Der Angeklagte Sanel M. hat den tödlichen Schlag eingeräumt. Doch wie kam es dazu? Der Weg zur Wahrheit ist mühsam.

Von Sonja Jordans, Darmstadt

Der 18-jährige Angeklagte Sanel M. am ersten Prozesstag im Landgericht Darmstadt

Der 18-jährige Angeklagte Sanel M. am ersten Prozesstag im Landgericht Darmstadt

Die junge Frau schlägt ihre Hände vors Gesicht, weint. "Ich hab dieses Geräusch gehört, einen Schlag oder Aufprall, und plötzlich haben alle gestockt", bringt sie mühsam hervor. "Und dann habe ich gesehen, wie Tuğçe da lag". Mit den Aussagen der Freundinnen von Tuğçe Albayrak ist am Montag der Prozess um den Tod der 23-jährigen Lehramtsstudentin vor dem Landgericht Darmstadt fortgesetzt worden.

Sanel M., 18, ist angeklagt, der jungen Frau im November vergangenen Jahres vor einem Offenbacher Schnellrestaurant einen Schlag verpasst zu haben, infolge dessen Tugçe ins Koma fiel und starb. Vorausgegangen sein soll eine Auseinandersetzung auf der Toilette des Schnellrestaurants. Tuğçe habe sich eingemischt, als einige Jungs – darunter der Angeklagte – zwei Mädchen auf der Toilette belästigt hätten. Die Mädchen hatten am ersten Prozesstag jedoch ausgesagt, sie hätten sich nicht bedroht gefühlt.

Wie es dann zu der Situation auf der Toilette kam und wie dieses Treffen zwischen dem späteren Opfer und Sanel M. genau abgelaufen sein soll, das versucht die Kammer am zweiten Prozesstag zu klären. Einfach - so zeigen es bereits die ersten Minuten dieses Verhandlungstages - wird es nicht werden. Immer wieder muss der Vorsitzende Richter die Zeuginnen ermahnen, nur das zu sagen, was sie tatsächlich gesehen haben – und nicht das, was sie später gelesen, auf einem Überwachungsvideo gesehen oder erzählt bekommen haben. "Bitte spekulieren Sie nicht, sagen Sie nur, was sie tatsächlich gesehen haben", muss der Richter immer wieder einhaken. Doch das ist leichter gesagt als getan. "Ich bin total verwirrt, seit ich dieses Video gesehen habe", sagen mehrere der befragten Zeuginnen aus.

Satz des Tages: "Ich weiß nicht"

"Dieses Video" ist die Aufzeichnung einer Überwachungskamera des Schnellrestaurants. Kurz nach der Tat war es im Internet aufgetaucht, eine kommentierte Version wurde zudem von einer Zeitung veröffentlicht und hat die Erinnerungen der Mädchen durcheinandergebracht. Es zeigt, in reichlich schlechter Qualität, die letzten Sekunden bis zum Schlag, den Sanel M. bereits zu Prozessbeginn eingeräumt hatte.

Ob Sanel M. das Mädchen Tuğçe nun mit der rechten oder der linken Hand geschlagen hat, wo er stand, wo sie stand, wer auf wen zuging, all das ist inzwischen wohl nicht mehr klar. "Ich weiß nicht" ist der wohl am häufigsten gesagte Satz des Tages. Lediglich bei den Eckdaten jener verhängnisvollen Nacht sind sich die Zeuginnen – allesamt Freundinnen von Tuğçe –einig: Eine fröhliche Geburtstagsfeier sollte der Abend sein. Ein Mädchen aus der Gruppe war 21 Jahre alt geworden. "Wir waren erst in einem Club, danach sind wir zu Mc Donalds", sagen die Freundinnen allesamt aus. Dort hätten Sanel und seine Freunde von Anfang an "Stress gemacht, gepöbelt, beleidigt", so die Mädchen.

Verwirrende Aussagen der Freundinnen

Doch dann wird es ungenau. "Wir haben gegessen, und plötzlich ist Tuğçe aus dem Nichts aufgesprungen, hat ihr Tablett auf den Tisch geschmissen und ist zu den Toiletten nach unten gegangen", schildert etwa ihre Freundin Alma. Ob Tuğçe laute Stimmen oder eine Diskussion aus dem ein paar Treppenstufen tiefer gelegenen Toilettenbereich gehört habe und deswegen hochgesprungen war, wisse Alma nicht mehr. "Es war laut, da war viel los um diese Zeit." Ihre Schwester Aidina dagegen hatte kurz zuvor ausgesagt, Tuğçe habe Streit gehört, habe deswegen ihr Tablett "hingeschmissen" und sei die Treppe hinabgerannt. "Ich bin hinterher."

Und wieder sagen die Mädchen unterschiedlich aus. Eine der Zeuginnen berichtet, Sanel sei kurz darauf von einem Sicherheitsmitarbeiter "im Schwitzkasten" die Treppe hinaufgeführt und aus dem Restaurant geworfen worden. "Dabei hat er Tuğçe bedroht und gesagt: 'Du wirst schon sehen, was du davon hast'", so eine Zeugin vor Gericht. Das jedoch hatte sie in ihrer polizeilichen Vernehmung kurz nach der Tat nicht berichtet. Das Gericht weist darauf hin, doch die Zeugin beharrt auf ihrer Aussage. "So war es."

Eskalation auf dem Parkplatz - Einigkeit im Gerichtssaal

Eine andere Zeugin sagt, Sanel habe Tuğçe lediglich mit einem "bösen Blick" bedacht. Draußen auf dem Parkplatz sei die Situation plötzlich eskaliert. "Wir kamen später mit dem Auto an und haben da schon gesehen, dass was los ist", sagt eine weitere Freundin von Tuğçe aus. Ein Pulk Jungs und die Mädchen um Tuğçe hätten "Stress" gehabt. "Es ging hin und her, da wurden die Mütter beleidigt von A bis Z", berichtet die Zeugin. Irgendwann habe Sanel sowohl Tuğçe als auch ihre Mutter beleidigt, sie als "Nutten" beschimpft. Tuğçe habe daraufhin "Hurensohn" entgegnet. Wann und wo, ob Tuğçe dabei auf Sanel zuging oder dieser auf Tuğçe , auch darüber berichten die Zeuginnen unterschiedlich.

"Ich weiß nicht, das Video hat mich verwirrt", heißt es wieder. Doch in einer Sache sind sich alle Zeuginnen einig: "Dann kam der Schlag". Daraufhin sei Tuğçe umgefallen "ohne Reaktion, wie ein Brett", sagt ein Mädchen. "Mit geschlossenen Augen, ohnmächtig" ein anderes. Aidina, angehende Krankenschwester, schildert unter Tränen, wie sie diese Minuten erlebte: "Tuğçe lag einfach da, überall war Blut." Sie habe ihrer Freundin den Kopf gehalten. "Ich habe versucht, sie zu stabilisieren, aber sie hat so gekrampft", so die Freundin, die neben Tuğçe kniete. Aus deren linkem Ohr sei Blut gelaufen. "Alles war ganz schnell gegangen. Nur Sekunden, dann war alles vorbei".

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(