VG-Wort Pixel

"Erster Anhaltspunkt" Juwelenraub im Grünen Gewölbe: Soko Epaulette ermittelt Verdächtigen in Berlin

Polizisten der Sächsischen Polizei vor dem Residenzschloss in Dresden
Am 25. November 2019 stiegen Unbekannte ins weltbekannte Grüne Gewölbe in Dresden ein und entkamen mit Kunstschätzen, die bis heute verschollen sind.
© Robert Michael / DPA
Neun Monate nach dem spektakulären Kunstraub im weltbekannten Grünen Gewölbe von Dresden meldet die Soko Epaulette einen kleinen Erfolg. In Berlin identifizierten die Ermittler einen Mann, der mit den Dieben in Kontakt gestanden haben soll.

Am 25. November jährt sich der spektakuläre Überfall auf das Grüne Gewölbe in Dresden, bei dem noch immer unbekannte Diebe mehrere Kunstobjekte und Juwelen von unschätzbarem Wert entwendeten. Nach monatelangen Ermittlungen haben Beamte der Soko Epaulette offenbar die erste wirklich heiße Spur gefunden. Bei einer Razzia in Berlin stellten sie umfangreiches Beweismaterial sicher. Das teilte die Staatsanwaltschaft Dresden am Mittwoch mit.

Verdächtiger wohl mit Tätern in Kontakt

Demnach durchsuchten Ermittler am Mittwoch ein Internet-Café im Berliner Stadtteil Neukölln. Auch die Wohnung eines dort Beschäftigten war Gegenstand der Ermittlungen. "Wir gehen davon aus, dass er mit den Tätern in Kontakt stand", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden. Es bestehe der Verdacht, dass er ihnen auf fiktive Personalien registrierte SIM-Karten verkauft hat oder sie zum Vertrieb an das Café gab, die von den Tätern benutzt wurden. Ob er deren Verwendung kannte, ist bisher unklar und der Mann nicht tatverdächtig.

Die Ermittler nahmen Geschäftsunterlagen, Mobiltelefone und Speichermaterial mit, die nun ausgewertet werden. Sie hoffen, dass sie zu den Käufern der SIM-Karten führen und die Täter des Coups identifiziert werden können, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden. Es sei "ein erster Anhaltspunkt" zur Aufklärung des Falles.

Überraschungcoup macht weltweit Schlagzeilen

Zwei Unbekannte waren am frühen Morgen des 25. November mit Gewalt in das berühmte Schatzkammermuseum des 18. Jahrhunderts im Erdgeschoss des Residenzschlosses eingedrungen. Sie hatten ein Fenstergitter durchtrennt, das Fenster herausgestemmt, im Juwelenzimmer mit einer Axt Löcher in die Vitrine mit den prächtigsten Stücken gehackt und zugegriffen. Der Coup, der weltweit Schlagzeilen machte, dauerte nur wenige Minuten. Als die Polizei eintraf, waren Diebe und Beute verschwunden.

Im Januar 2020 hatten Unbekannte zwei der gestohlenen Schmuckstücke, darunter den Bruststern des Polnischen Weißen Adler-Ordens, einer israelischen Sicherheitsfirma per Mail zum Kauf angeboten. Die Firma ist nach eigenen Angaben mit der Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen im Grünen Gewölbe beauftragt sowie mit der Untersuchung des Einbruchs.

js DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker