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Nach "heute-show"-Angriff: Erneuter Übergriff auf Journalisten: Mutmaßlicher Rechtsextremer geht auf WDR-Team los

In der Dortmunder Innenstadt wurden am Samstag zwei WDR-Reporter angegriffen. Der Täter ist ein mutmaßlicher Rechtsextremer.

Ein in Plastikfolie eingewickeltes WDR-Mikrofon

Als Schutz vor dem Coronavirus wickeln Reporter ihre Mikrofone mit einer Plastikfolie ein 

Picture Alliance

Es ist der dritte Angriff auf ein Kamerateam des öffentlich-rechtlichen Rundfunks innerhalb von zehn Tagen: In Dortmund ist am Samstag ein Mann auf zwei Journalisten des WDR losgegangen. Das berichtet der Sender auf seiner Homepage. Demnach ereignete sich der Vorfall auf einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in der Dortmunder Innenstadt. Dortmund hatte die Demonstration wegen einer befürchteten Unterwanderung von Neonazis verboten. Dennoch versammelten sich zahlreiche Menschen in der Innenstadt.

Zwei WDR-Journalisten filmten das Geschehen, als ein Mann einen der Reporter beschimpfte und ihm die Kamera aus der Hand schlug. Dabei traf die Kamera den Kollegen am Kopf und verletzte ihn leicht. Die Polizei nahm den mutmaßlichen Täter fest. Es handelt sich dabei um einen mutmaßlich Rechtsextremen. Die Journalisten haben Anzeige erstattet.

"Ein Angriff auf die Pressefreiheit"

Die Chefredakteurin der Landesprogramme des WDR, Gabi Ludwig, sagte: "Unsere Aufgabe ist es, Hintergründe zu recherchieren und Zusammenhänge aufzuzeigen. Von dieser Aufgabe lassen wir uns durch einen solchen Angriff nicht abbringen. So eine Tat ist nicht nur ein Angriff auf die Pressefreiheit, sie ist letztlich eine Bedrohung unserer Demokratie."

Erst am 1. Mai gingen 15 Personen auf ein Team der ZDF-"heute-show" los. Die Angreifer verletzten mindestens fünf Menschen. Auch ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler sprach von einem Angriff auf die Pressefreiheit. 

Kurz danach wurde ein Kamerateam der ARD in Berlin angegriffen. Der Vorfall ereignete sich vor dem Reichstagsgebäude, wo sich bis zu 400 Menschen versammelt hatten. Ein Teilnehmer löste sich nach Angaben der Sicherheitskräfte aus der Menge und versuchte, einen Tonassistenten zu treten. Dabei traf er die Mikrofon-Angel, die gegen den Kopf des Kameramanns schlug. Der 46-jährige Tatverdächtige habe versucht zu flüchten, sei dann aber von Polizisten festgenommen worden. 

Mit Material der dpa

ame