USA Blutbad in US-Schule


Bei einem Amoklauf im US-Bundesstaat Minnesota hat ein Schüler ein Blutbad angerichtet und sich danach selbst umgebracht. Die Täterbeschreibung einer US-Zeitung liest sich wie ein Klischee.

Gegen 15 Uhr fielen die ersten Schüsse in der Red Lake High School. Was sich danach ereignete, ruft Erinnerungen wach an das Schulmassaker in Columbine im Bundesstaat Colorado. Im April 1999 hatten zwei Jugendliche in der Columbine High School zwölf Schüler und einen Lehrer getötet und danach Selbstmord begangen. Ähnliches spielte sich offenbar auch in Red Lake, einem Indianerreservat im US-Staat Minnesota, ab. Wie die US-Bundespolizei FBI mitteilte, habe ein fünfzehnjähriger Schüler drei Mitschüler, eine Lehrerin und einen Wachmann erschossen.

Täter schoss willkürlich um sich

"Er ist in die Schule reingegangen und der Erste, den er erschossen hat, war der Sicherheitsmann an der Tür", berichtet eine Lokaljournalistin, die nach der Tat mit Schülern und Lehrern gesprochen hatte. "Offenbar, lief er den Flur entlang, schoss dabei um sich und ging dann in einen Klassenraum. Er erschoss mehrere Schüler, einen Lehrer und dann sich selbst", sagt auch Roman Stanley. Er war kurz nach den Schüssen mit der Feuerwehr angerückt. Ein Schüler schildert später, wie der Amokläufer seine Opfer offenbar willkürlich auswählte: "Er richtete seine Waffe auf einen Jungen, überlegte es sich dann aber anders, winkte ihm lächelnd zu und erschoss jemand anderen."

Augenzeugin Sondra Hegstrom konnte im letzten Momen vor dem Täter flüchten: "Ich sah ihm in die Augen und rannte in einen Klassenraum und versteckte mich", sagte sie der US-Zeitung "The Pioneer". Auch die Lehrerin Diane Schwanz konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Der Zeitung berichtete sie, dass der Amokläufer versucht habe, die Tür zu ihrem Klassenraum aufzubrechen. "Ich habe mich einfach auf den Boden gelegt und die Polizei gerufen", so die Lehrerin. Sie habe kaum fassen können, was passierte.

Vor der Tat Großeltern erschossen

Eine Stunde nach der Tat entdeckte die Polizei, dass der Täter zuvor auch seine Großelter in deren Haus erschossen hatte. Die Großeltern lebten in einem Reservat, das von Ojibwa-Indianern bewohnt wird. Der Großvater des Schülers soll lange Jahre als Polizist in dem Indianerreservat gearbeitet haben. Roman Statley vermutet, dass der Schüler, die Polizei-Waffe seines Großvaters benutzt habe. Schüler sagten, bei der Waffe habe es sich um eine Schrotflinte oder ein Gewehr gehandelt.

Motiv bleibt unklar

Das Motiv für die Bluttat blieb zunächst unklar. Der FBI-Agent Paul McCabe lehnte jede Stellungnahme zu einem möglichen Motiv ab. Dafür seien die Untersuchungen noch nicht weit genug, so McCabe. Zurzeit stehe lediglich fest, dass der Täter alleine war.

Nach einem Bericht der Zeitung "Pioneer Press" soll sich der Amokläufer in rechtsextremen Internet-Foren als Bewunderer von Adolf Hitler bezeichnet haben. Dort sei er unter dem deutschen Namen "Todesengel" aufgetreten, meldet die Lokalzeitung. Der Schüler sei stets in einem dunklen Trenchcoat zur Schule gekommen und habe am liebsten Musik des Schockrockers Marilyn Manson gehört.

Die Zeitung berichtete weiter, dass nach Einschätzung von Verwandten der Schüler oft gehänselt wurde und er jetzt "ausgerastet" sei. Der Vater habe vor vier Jahren Selbstmord begangen und die Mutter läge nach einem Verkehrsunfall mit Gehirnschaden in einem Heim.

DPA/Reuters DPA Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker