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Rostock-Lichtenhagen Sonnenblumenhaus: Mann nach Angriff mit Flüssigkeit im Krankenhaus – Polizei dementiert Berichte über Lebensgefahr

Rostock Lichtenhagen Sonnenblumenhaus
Das Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen
© Bernd Wüstneck/dpa
Ein 25-Jähriger wurde in Rostock in seiner Wohnung Opfer eines Anschlags mit einer unbekannten Flüssigkeit. Er musste im Krankenhaus behandelt werden. Berichte über einen Säureangriff konnte die Polizei nicht bestätigen

In Rostock-Lichtenhagen ist es nach einer mutmaßlichen rechten Provokation bei einer Demonstration zum Gedenken an das rassistische Pogrom vor 30 Jahren zu einer Attacke mit einer ätzenden Flüssigkeit auf einen 25-Jährigen gekommen. Der Mann sei am späteren Samstagabend an seinem offenen Wohnungsfenster von Unbekannten besprüht worden, erklärte die Polizei in der mecklenburg-vorpommerschen Stadt am Sonntag. Die Täter hatten zuvor dagegen geklopft, woraufhin der Mann öffnete.

Die noch unbekannte Flüssigkeit traf den Mann laut Polizei im Gesicht und auf dem unbekleideten Oberkörper, wo sie Brennen und starke Rötungen verursachte. Um welche Flüssigkeit es sich handelte war auch am Sonntagnachmittag noch nicht bekannt, wie ein Polizeisprecher gegenüber dem stern angab. Anders als von lokalen Medien berichtet, die von einem Säureangriff schrieben, habe sich allerdings weder die Haut des Betroffenen abgelöst, noch bestehe oder bestand Lebensgefahr, so der Sprecher weiter. Das Opfer wurde nach einer Dekontamination durch die Feuerwehr zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht. Eine Fahndung nach den Tätern blieb erfolglos, die Polizei ermittelt wegen einer gefährlichen Körperverletzung.

Wohnung des Opfers offenbar im Sonnenblumenhaus in Lichtenhagen

Nach Angaben der Ermittler könnte die Tat im Zusammenhang mit einem Vorfall bei einer vorherigen Demonstration in Erinnerung an die schweren rassistischen Ausschreitungen in Rostocker Stadtteil Lichtenhagen vor 30 Jahren stehen. In einem Antifa-Kanal bei Twitter wurde ein Video von einem Mann an einem Fenster im Erdgeschoss verbreitet. Laut zugehörigem Text soll dieser den Hitlergruß gezeigt und ein T-Shirt mit rechtem  Aufdruck getragen haben.

Demnach sollte sich die Wohnung direkt im sogenannten Sonnenblumenhaus-Block befunden haben, wo das Pogrom stattfand. Auch die Hausnummer war in dem Video klar zu erkennen. Die Polizei bestätigte, dass sie auch wegen des Geschehens aus dem fraglichen Twitter-Video ermittelt und eine Strafanzeige dazu prüft.

In Rostock-Lichtenhagen hatte vor 30 Jahren ein Mob aus Rechtsextremisten und Randalierern tagelang unter Beifall von Schaulustigen versucht, Unterkünfte von Ausländern zu stürmen. Die Bilder gingen um die Welt und sorgten für Entsetzen. In den vergangenen Tagen wurde der Ereignisse gedacht. Am Samstag gab es eine Demonstration gegen Rassismus durch Lichtenhagen, laut Polizei nahmen 3600 Menschen teil. Die Veranstaltung verlief demnach friedlich.

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rös AFP

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