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Video Russland will ukrainische Getreideexporte wieder blockieren

STORY: Russland hat eine erneute Blockade ukrainischer Getreideexporte angekündigt. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte am Samstag mit, Russland werde sich nicht mehr an das internationale Abkommen halten, das ukrainische Getreideausfuhren über das Schwarze Meer trotz des russischen Angriffkriegs ermöglicht hatte. Dies gelte für unbestimmte Zeit, hieß es in einem von Reuters eingesehenen Brief Russlands an UN-Generalsekretär Antonio Guterres. Als Begründung gab das russische Verteidigungsministerium an, die Ukraine habe am Samstag nahe der Krim-Hafenstadt Sewastopol Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte mit Drohnen angegriffen, unterstützt von britischen Spezialisten. Laut dem Sprecher entstand nur geringer Schaden entstanden. Die Sicherheit des für die Getreidetransporte eingerichteten Korridors sei jedoch nicht mehr gewährleistet. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte eine scharfe Reaktion der Vereinten Nationen und der G20-Staaten. "Wie kann Russland zu den G20 gehören, wenn es absichtlich dafür sorgt, dass auf mehreren Kontinenten Hungersnöte entstehen? Das ist Blödsinn. Russland hat keinen Platz in den G20", sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. Auch die USA kritisierten Moskaus Schritt scharf. Die Ukraine und Russland zählen weltweit zu den größten Getreideexporteuren. Viele Entwicklungsländer sind abhängig vom Import des Grundnahrungsmittels zu niedrigen Preisen. Das von den UN und der Türkei im Juli vermittelte Abkommen sollte den weltweiten Anstieg der Getreidepreise dämpfen. Russland und die Ukraine hatten Getreidefrachtschiffen, die ukrainische Häfen verlassen, sicheres Geleit zugesagt. Das ukrainische Getreide will Russland nach Angaben seines Agrarministers auf dem Weltmarkt ersetzen.
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Die Ankündigung schürt Sorgen vor einem Anstieg der Weltmarktpreise und Hungersnöten in armen Ländern. Der ukrainische Präsident Selenskyj forderte eine scharfe Reaktion der UN und der G20-Staaten.

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