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Nach geheimen Verhandlungen Ukraine und Russland einigen sich offenbar: Getreide-Exporte sollen bald wieder möglich sein

Ein weißer Mann in sportlicher Kleidung schaufelt Getreide auf einen Berg, der ihn bei weitem überragt
In Silos in der Ukraine lagern Millionen Tonnen Getreide, die wegen der russischen Blockade bislang nicht exportiert werden konnten
© Uncredited/AP / DPA
Millionen Tonnen Getreide aus der Ukraine können wegen der russischen Blockade der Schwarzmeer-Häfen nicht exportiert werden. Doch nun ist offenbar ein Kompromiss gefunden, der eine Welternährungskrise abwenden könnte.

Bei Verhandlungen in der Türkei haben sich Russland und die Ukraine offenbar auf einen Kompromiss geeinigt, der Getreideexporte aus der Ukraine ermöglicht. Das unter UN-Beteiligung verhandelte Abkommen soll am Nachmittag unterzeichnet werden.

Bisher bekannt ist, dass die Ausfuhr von Millionen Tonnen Getreide aus dem Kriegsland Ukraine von den Konfliktparteien unter UN-Führung gemeinsam überwacht werden soll. Die Einigung zum Ende der russischen Getreideblockade im Schwarzen Meer sieht ein gemeinsames Kontrollzentrum in Istanbul vor, das von den Vereinten Nationen geleitet und mit Vertretern Russlands, der Ukraine und der Türkei besetzt sein soll. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur (DPA) aus Diplomatenkreisen in New York. Zudem wurden Details zu den neuen Sanktionen der EU gegen Russland bekannt.

Kontrollzentrum checkt Getreideexporte und Seeweg

Das angestrebte Abkommen zu den ukrainischen Getreidelieferungen sieht vor, das in dem Kontrollzentrum in Istanbul auch die genauen Koordinaten für den humanitären Korridor auf dem Seeweg zwischen der Ukraine und dem Bosporus festgelegt werden. Zudem einigten sich die Parteien nach DPA-Informationen darauf, dass Schiffe mit dem Ziel Ukraine zunächst in Istanbul durchsucht werden, um sicherzustellen, dass sie keine Waffen oder Ähnliches geladen haben.

Eine weitere Kontrolle solle es dann in der Türkei geben, wenn Schiffe aus der Ukraine das Schwarze Meer wieder verlassen wollen. Damit solle sichergestellt werden, dass ausschließlich Getreide an Bord ist. Schiffe in dem humanitären Korridor und die beteiligten Häfen dürften dabei nicht angegriffen werden. Das Abkommen soll den Angaben zufolge zunächst für vier Monate gelten.

tkr DPA

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