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South Lakes Safari Zoo: 500 tote Tiere - trotzdem bleibt Skandalzoo geöffnet

Mehrere Hundert tote Tiere, eine zu Tode gebissene Tierpflegerin: Dem South Lakes Safari Zoo im englischen Cumbria drohte eigentlich die Schließung. Trotzdem bekam der Besitzer eine neue Lizenz.

Der Eingang des South Lakes Safari Zoos in England

Im englischen South Lakes Safari Zoo starben fast 500 Tiere in vier Jahren

Fast 500 Tiere mussten in den vergangenen Jahren im South Lakes Safari Zoo ihr Leben lassen. Dem Tierpark im englischen Cumbria drohte im März die Schließung. Kaum zwei Monate später entschieden jetzt die Behörden: Der Zoo darf weitermachen. Der Betreiber bekam eine neue Lizenz.

Die Bilder, die im Netz kursierten und von Besuchern geknipst wurden, waren grausam: Ein ausgemergeltes Känguru, welches total abgemagert in seinem Gehege lag. Pinguine in einem Becken ohne Wasser. Und eine Giraffe, die am Kopf blutete, weil der Käfig zu klein war. 

Fast 500 tote Tiere in vier Jahren

486 Tiere ließen zwischen Januar 2013 und September 2016 ihr Leben in dem Tierpark. Die Kadaver waren in einem erbärmlichen Zustand: Ein Jaguar fraß seine eigene Pfote, zwei Schnee-Leoparden fand man zum Teil aufgegessen in ihrem Gehege, einen Affen eingeklemmt hinter einer Heizung, eine Pantherschildkröte war erfroren, während eine Spornschildkröte an einem elektrischen Zaun einen Stromschlag erlitt. Sechs Löwenjunge wurden sogar eingeschläfert, obwohl sie laut Gutachten völlig gesund waren - nur, weil das Gehege zu klein war. An die Öffentlichkeit drang nichts, weil die Tierpfleger angewiesen wurden, die Entsorgung der Kadaver geheimzuhalten.

Als das Schicksal der Tiere öffentlich wurde, machte kurz darauf im Internet eine Petition die Runde, welche die Schließung des Zoos forderte. Bislang fand sie mehr als 260.000 Unterstützer. Trotzdem entschieden die Behörden jetzt, dass der Zoo geöffnet bleibt. Grund ist ein neuer Besitzer. Nachdem ein Lizenzantrag des alten Betreibers und Gründers David Gill aufgrund der katastrophalen Bedingungen abgelehnt wurde, wird das Unternehmen seit Januar 2017 von der Cumbria Zoo Company Limited (CZCL) geführt.

Im Juni vergangenen Jahres wurde Gill wegen des Todes einer Tierpflegerin zu einer Geldstrafe von umgerechnet rund 300.000 Euro verurteilt. Die Frau war 2013 von einem Sumatra-Tiger zu Tode gebissen worden.

Wie britische Medien berichten, soll sich Gill inzwischen komplett aus dem Management zurückgezogen und sich die Zustände im South Lakes Safari Zoo seit der Übernahme erheblich verbessert haben.

Die Tierschutzorganisation Captive Animals' Protection Society zeigte sich dennoch enttäuscht über die Lizenzerteilung. "Vielleicht hat es einige Verbesserungen in den letzten Monaten gegeben", so eine Mitarbeiterin gegenüber BBC. "Aber es ist kein neuer Zoo. Es gibt eine Geschichte von Leid und Vernachlässigung".


jek
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