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Prozess: Wie dieses Affenselfie zum Welthit wurde - und dann alle ins Unheil reißt

Naruto, der Schopfmakake, schießt ein Selfie und wird zum Welthit. Alle sind begeistert: ein grinsender Affe! Doch dann beginnt jahrelanges Zerren um die Bildrechte vor Gericht. Nun gibt es ein Urteil, das niemanden so wirklich glücklich machen dürfte. Naruto schon gar nicht.

Das berühmte Affen-Selfie von 2011: Schopfmakake Naruto hantiert mit der Kamera und knipst das legendäre Foto

Das berühmte Affen-Selfie von 2011: Schopfmakake Naruto hantiert mit der Kamera und knipst das legendäre Foto

Naruto grinst. Er grinst so breit in die Kamera, dass es beinahe unnatürlich wirkt. Ist das Foto überhaupt echt? Ist es. Geschossen hat es - Naruto selbst. Naruto, der Schopfmakake. Passiert ist das vor rund sieben Jahren auf der indonesischen Insel Sulawesi, als sich der seltene Affe die Kamera von Tierfotograf David Slater "lieh" und einfach abdrückte. Klick, schon passiert. Fertig war das Affenselfie, das die Welt begeistern sollte. Guck mal, der Affe, schau mal, wie der grinst!

Tierfotograf David Slater grinste zu Beginn vielleicht auch noch. Ist ja schon gut, das Foto. Doch das Lächeln verschwand allzu bald aus seinem Gesicht. Dann nämlich, als das Naruto-Selfie hunderttausendfach gedruckt wurde, er dafür allerdings keinen Cent sah. Er, der doch, nun ja, das Foto zwar nicht geschossen, aber immerhin möglich gemacht hatte. Wie konnte es denn sein, dass das große Geld einfach an ihm vorbeifloss?

Affenselfie als Welthit - nur wer hält daran die Rechte?

Nach seiner Indonesien-Reise hatte Fotograf Slater das Bildband "Wildlife Personalities" herausgebracht. Nur interessierte sich kaum jemand dafür, da zahlreiche Websites, unter anderem Wikipedia, die Fotos kostenlos anboten. Denn wer die Urheberrechte an dem Affenselfie besitzt, galt als rechtlich nicht geklärt. Lagen sie bei Slater, dem Fotografen, der das Foto nicht schoss, oder doch bei Naruto, dem verschmitzt grinsenden Affen, der sich des Selfies möglicherweise gar nicht bewusst war?

Die Sache ging vor Gericht, immer und immer wieder. Erst klagte Slater gegen Wikipedia, dann schaltete sich die Tierschutzorganisation Peta ein und klagte im Namen des Affen. Nun scheint die Rechtsfrage nach Jahren endgültig geklärt: Am Montag sprach ein Gericht in den USA sein Urteil. Nur richtig glücklich ist auch danach wohl keiner der Beteiligten.

Gericht urteilt: Ein Affe kann nicht klagen

Der Rechtsstreit kurz zusammengefasst: 2015 zog die Tierschutzorganisation Peta gegen Fotograf Slater vor Gericht - in Narutos Namen, wohlgemerkt. Der Affe habe das Bild bewusst geschossen, argumentierte Peta und wollte dem Fotografen die Rechte am Bild streitig machen. Nun entschieden die Richter am Bundesberufungsgericht in San Francisco: Ein Affe ist kein Mensch und kann wegen angeblichen Urheberrechtsverletzungen nicht klagen.

Peta bekommt also kein Geld und muss zudem die Anwaltskosten für Slater tragen. Eine bittere Niederlage. Es ist nicht die erste: Bereits erstinstanzlich war die Tierschutzorganisation mit ihrem Anliegen gescheitert. Nun könnte sie noch vor den Obersten Gerichtshof ziehen, doch ein Erfolg gilt auch da als unwahrscheinlich. Peta zog vor Gericht und wurde abgestraft. 

Doch auch für Fotograf Slater endet die Geschichte wenig versöhnlich. Das Affenselfie soll ihm alles genommen haben - sein Geld, seinen Job, seine Freude am Fotografieren. Vergangenes Jahr sagte er: "Ich wünschte, ich hätte die verdammten Fotos nie gemacht. Sie haben mich finanziell und emotional ruiniert." Er sei pleite, wurde berichtet, er arbeite mittlerweile als Tennislehrer, um an etwas Geld zu kommen. Nun heißt es auf Slaters Facebook-Seite, er freue sich sehr über das Urteil.

Er habe viel gelernt, schreibt der Fotograf, und die Schopfmakaken hätten zumindest jede Menge Aufmerksamkeit erfahren. Doch, schreibt Slater weiter, gerade sein Fall könne nun zu einer möglichen Schwächung der Rechte von Tieren beitragen. "Dieser Ironie bin ich mir durchaus bewusst."

Am Ende also hätte selbst Naruto Grund sein Grinsen einzustellen. Doch der weiß davon nichts - und grinst einfach weiter.  

pg/fin
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.