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Afghanistan: Mindestens 26 Tote nach Doppelanschlag in Kabul

Erneut hat ein Selbstmordattentat Afghanistan erschüttert. 26 Menschen starben, Dutzende wurden verletzt, als zwei Bomben vor einem Sportclub in Kabul detonierten. Der vermeintlich vom IS ausgeführte Anschlag hatte es auf die schiitische Minderheit abgesehen.

Nach einem Anschlag in Afghanistans Hauptstadt Kabul räumen Männer die Straßen auf

Einen Tag nach dem Anschlag in Afghanistans Hauptstadt Kabul haben die Aufräumarbeiten begonnen

AFP

Ein Wrestling-Club in Kabul ist Ziel eines Doppelanschlags geworden. Zwei Bomben rissen am Mittwoch mindestens 26 Menschen in den Tod. Die Zahl der Verletzten habe 91 erreicht, sagte ein Sprecher des afghanischen Gesundheitsministeriums. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag für sich.

Selbstmordanschlag in vorwiegend schiitisch geprägtem Stadtteil

Der Anschlag ereignete sich in einem überwiegend von Schiiten bewohnten Stadtteil. Polizeisprecher Haschmat Stanikasi sagte, zuerst habe sich ein Selbstmordattentäter in der Sporthalle in die Luft gesprengt. Als sich daraufhin Sicherheitskräfte und Journalisten am Anschlagsort versammelten, sei ein mit Sprengstoff präpariertes Auto explodiert.

Der Leiter des Wrestling-Clubs Maiwand, Pahlawan Schir, sprach von mehr als 30 Toten. Viele von ihnen seien Wrestler gewesen, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Er selbst sei während des Anschlags nicht in dem Gebäude gewesen. Augenzeugen berichteten in sozialen Netzwerken, der Selbstmordattentäter habe zunächst Sicherheitsleute getötet, bevor er sich in die Luft gesprengt habe.

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Unter den Todesopfern waren zwei Journalisten des größten afghanischen Privatsenders Tolo News, wie der Sender mitteilte. Moby Group, das Medienunternehmen, dem Tolo News angehört, habe in den vergangenen zwei Jahren elf Mitarbeiter verloren, hieß es in einer Pressemitteilung des Senders. Vier weitere Journalisten wurden verletzt.

Der IS reklamierte den Anschlag über seinen Propagandakanal Amak für sich. Die sunnitische Miliz zielt meist auf Angehörige der schiitischen Minderheit in Afghanistan.  Die radikalislamischen Taliban hatten die Verantwortung für den Doppelanschlag vom Mittwoch bereits zuvor von sich gewiesen.  Der letzte größere Anschlag auf Schiiten in Kabul war am 15. August. Damals sprengte sich ein Attentäter in einem Bildungszentrum in einem Schiitenviertel in die Luft. Auch dazu bekannte sich der IS.

fri / AFP / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?