Beben auf Java Sorge über nachlassendes Interesse


Die Hilfsorganisation Care fürchtet, dass sich die Not im indonesischen Erdbebengebiet verschärfen könnte. Grund sei die nachlassende internationale Aufmerksamkeit. Zudem drohe nun auch noch ein Vulkanausbruch auf Java.

Die Hilfsorganisation Care International Deutschland ist besorgt über nachlassende internationale Aufmerksamkeit für die Folgen des Erdbebens auf der indonesischen Insel Java. Es sei zu befürchten, dass sich die Not dramatisch verschärfe, wenn die Hilfe nicht stärker werde, sagte Care-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Jamann. Vor allem mangele es an sauberem Wasser. Mit dem möglichen Ausbruch des Vulkans Merapi drohe in der Region eine weitere humanitäre Katastrophe. Care ist seit 1967 in Indonesien tätig und leistet Nothilfe im Erdbebengebiet in Java.

Insgesamt seien mehr als 300.000 Menschen auf Java durch das Beben der Stärke 6,2 am 27. Mai heimatlos geworden, so Jamann nach einer Reise in die Region. Es werde noch ein Jahr oder länger dauern, bis die betroffenen Menschen wieder angemessen untergebracht seien. Dringend gebraucht würden noch zeitweilige Unterkünfte, Decken und Haushaltsgegenstände. Auch die medizinische Versorgung müsse verstärkt werden. Dem Ausbruch infektiöser Krankheiten und Seuchen müsse vorgebeugt werden.

Im Jahr 2005 - nach dem Tsunami vom 26. Dezember 2004 - verzeichnete Care mehr als doppelt so hohe Spendeneinnahmen wie im Jahr davor. Einnahmen von rund 18,2 Millionen Euro standen Ausgaben von knapp 13,7 Millionen Euro gegenüber. Der Großteil der noch nicht verausgabten Mittel werden in den nächsten Jahren in der vom Tsunami betroffenen Region für Rehabilitations- und Wiederaufbauprogramme eingesetzt.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker