Bohrinsel gesunken Golf von Mexiko droht Öl-Inferno

Zwei Tage nach einer Explosion ist im Golf von Mexiko die US-Bohrinsel "Deepwater Horizon" gesunken. Experten fürchten, dass aus dem Bohrloch im Meeresboden mehrere Millionen Liter Öl in die Gewässer vor der Küste Louisanas gelangen könnten. Auch Barack Obama hat sich eingeschaltet.

Im Golf von Mexiko droht eine Ölkatastrophe: Zwei Tage nach einer schweren Explosion ist eine brennende US-Bohrinsel am Donnerstag vor der US-Küste gesunken. Die "Deepwater Horizon" verschwand rund 190 Kilometer südlich von New Orleans (US-Bundesstaat Louisiana) in den Fluten. Elf Arbeiter blieben weiterhin verschollen. Die US-Küstenwache befürchtet, dass mehrere Millionen Liter Öl in den Golf gelangen könnten.

Wie das "Wall Street Journal" berichtete, sei der Ölkonzern British Petrol (BP) kurz davor gewesen, einen großen Ölfund an der Stelle bekanntzugeben, an der sich die Plattform befand. Aus dem unterseeischen Bohrloch könnten nach Angaben der US-Küstenwache täglich bis zu 1,13 Millionen Liter Rohöl ausströmen, außerdem befanden sich auf der Plattform rund 2,5 Millionen Liter Diesel. Ob bereits Rohöl ausgeströmt ist, ist bislang noch unbekannt. Es gebe aber erste Hinweise auf einen etwa 1,5 mal 8 Kilometer großen Ölteppich, sagte eine Sprecherin.

US-Präsident Barack Obama verspricht Hilfe

US-Präsident Barack Obama will alles tun, um eine mögliche Umweltkatastrophe abzuwenden. In einer Erklärung des Weißen Hauses hieß es, Obama habe "jede erforderliche Hilfe" der Bundesregierung für die Rettungs- und Katastrophenschutzmaßnahmen zugesagt. Die "Antwort" auf das Unglück habe höchste Priorität. Die zuständigen Ministerien seien angewiesen worden, entsprechende Maßnahmen in die Wege zu leiten.

British Petrol teilte unterdessen mit, dass man Schiffe und Flugzeuge zum Unglücksort geschickt habe, um den Bohrinsel-Betreiber Transocean dabei zu unterstützen, die Ölverschmutzung unter Kontrolle zu bringen. "Wir sind entschlossen, alles in unserer Macht stehende zu tun, um die Ölverschmutzung in Schach zu halten und die Situation so sicher, schnell und effektiv wie möglich zu lösen", erklärte BP-Chef Tony Hayward.

Klage gegen Ölfirmen eingereicht

Laut Auskunft der Küstenwache befindet sich ebenfalls ein Umwelt-Ermittlerteam auf dem Weg zur Unglücksstelle rund 80 Kilometer südöstlich der Ortschaft Venice (Louisinana). Dort hofften Angehörige der Vermissten noch immer auf ein Lebenszeichen. Doch ein Polizeisprecher äußerte sich weniger optimistisch. "Mit jeder Stunde, die verstreicht, ohne dass wir sie finden, schwindet auch die Überlebenschance", sagte Michael O'Berry dem TV-Sender CNN. Hubschrauber und Schiffe waren am Nachmittag (Ortszeit) in dem Gebiet auf der Suche nach den Opfern.

Am Dienstag hatte es auf der mobilen Plattform von der Größe zweier Fußballfelder aus bislang ungeklärten Gründen eine Explosion gegeben. 115 Arbeiter konnten nach Angaben von Transocean aus dem Flammenmeer gerettet werden, 17 von ihnen verletzt. Angehörige eines Vermissten erstatteten inzwischen Anzeige gegen die an der Bohrinsel beteiligten Firmen.

DPA/APN/AFP DPA

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