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Mecklenburg-Vorpommern Schwesig zu Brand in Flüchtlingsunterkunft: "Hetze und Gewalt dulden wir nicht"

Brand in Flüchtlingsunterkunft in Mecklenburg Vorpommern
Die Feuerwehr war mit 20 Fahrzeugen und rund 120 Einsatzkräften vor Ort
© Jens Büttner / DPA
In der Nacht ist eine Unterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine nahezu vollständig ausgebrannt. Im Raum steht Brandstiftung. Nun soll ein Gutachter die Ursache klären.

Nach dem Feuer in einem als Flüchtlingsunterkunft genutzten Hotel in Mecklenburg-Vorpommern soll ein Brandgutachter die Ursache klären. Der Löscheinsatz dauere noch an, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen. Der Sachverständige komme im Auftrag der Staatsanwaltschaft zum Einsatz, wenn es die Standsicherheit der Brandruine ermögliche. Bisher wird wegen des Verdachts der Brandstiftung ermittelt.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) schließt einen politischen Hintergrund des Brandes nicht aus. "Eins muss für alle klar sein: Menschen, die vor Krieg flüchten, brauchen unseren Schutz und unsere Unterstützung. Hetze und Gewalt dulden wir nicht!", twitterte Schwesig am Donnerstag im Zusammenhang mit dem Feuer am späten Mittwochabend. Konkreter wurde sie vor ihrem Besuch vor Ort zunächst nicht.

Inzwischen hat das Land eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Die Führung wird vom amtierenden Leiter des Staatsschutzes der Kriminalpolizeiinspektion Schwerin übernommen. Unterstützt wird die Ermittlungsgruppe von Ermittlern des Kriminalkommissariats Wismar.

Noch am Tage des Brandes hatte die Polizei die Unterkunft – ein Hotel – wegen einer Hakenkreuz-Schmiererei auf dem Eingangsschild aufgesucht, wie Landrat Tino Schomann mitteilte. Der Verursacher konnte bislang nicht ermittelt werden.

Das Feuer in dem großen reetgedeckten Gebäude in Groß Strömkendorf, in dem 14 Geflüchtete aus der Ukraine wohnten, war am Mittwochabend ausgebrochen. Verletzt wurde niemand. Ein Brandmelder hatte angeschlagen.

Als die Feuerwehr eintraf, versuchten bereits Mitarbeiter der Einrichtung und einige Passanten den Brand mit Feuerlöschern zu bekämpfen. Das gesamte Strohdach brannte. "Das Dach ist gerade vor meinen Augen eingebrochen. Nur die Außenwände stehen noch", sagte der Sprecher des Landkreises. Auf in Medien veröffentlichten Fotos waren meterhohe Flammen und eine starke Rauchentwicklung zu sehen. 

Die Geflüchteten konnten in anderen Unterkünften untergebracht werden. Auch die drei Beschäftigten, die sie betreuten, blieben unverletzt. Den Sachschaden schätzt die Polizei nach ersten Ermittlungen auf mindestens eine höhere sechsstellige Summe. Es handelt sich demnach um ein Gebäude in Holzständerbauweise.

Bürgermeister nach Brand in Flüchtlingsunterkunft "erschrocken und verärgert"

Bürgermeister Tino Schmidt (SPD) zeigte sich betroffen. "Ich bin erschrocken und verärgert", bisher habe es in der Region keine Anzeichen für rechtsmotivierte Umtriebe gegeben, erklärte Schmidt mit Blick auf die noch ungeklärte Brandursache.

Man habe ein sehr gutes Verhältnis zu den Kriegsflüchtlingen, sagte Schmidt. So waren in dem Hotel zeitweise bis zu 170 Menschen aus der Ukraine untergebracht. Im Sommer habe man zusammen mit den Flüchtlingen und dem DRK, dass die Einrichtung betreut, noch ein fröhliches Sommerfest gefeiert. In dem ehemaligen Hotel seien seit dem Frühjahr bereits Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine untergebracht. Die Meisten seien vom Kreis inzwischen in andere Unterkünfte gebracht worden.

kng DPA

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