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Brand in Obdachlosenheim: Opferzahlen steigen weiter an

Einen Tag nach dem Brand im polnischen Kamien Pomorski ist die Zahl der Toten gestiegen. Eine Frau wird weiterhin vermisst, 20 Menschen wurden verletzt. Ministerpräsident Donald Tusk will die Überlebenden nun finanziell unterstützen.

Die Zahl der Todesopfer nach dem Brand in einer Obdachlosenunterkunft in Polen ist am Dienstag auf 22 gestiegen. Eine junge Frau werde noch vermisst, sagte der Bürgermeister von Kamien Pomorski (Cammin), Bronislaw Karpinski. Polizisten und Staatsanwälte suchten das ausgebrannte Gebäude auf Hinweise nach der Brandursache ab. Die Regierung von Ministerpräsident Donald Tusk beriet unterdessen über Finanzhilfen für die betroffenen Bewohner der Unterkunft.

Der Brand brach am Ostermontag aus ungeklärter Ursache etwa eine Stunde nach Mitternacht aus und erfasste sehr schnell alle drei Etagen des ehemaligen Hotels. Die Identifizierung der Toten gestaltete sich schwierig, da viele bis zu zur Unkenntlichkeit verbrannten.

Insgesamt sollen sich 77 Menschen in dem Gebäude in Kamien Pomorski im Nordwesten des Landes befunden haben. Unter den Opfern sei auch mindestens ein acht Monate altes Kind gewesen, heißt es.

"Ich rief noch: 'Spring!'"

Einige Überlebende konnten sich mit einem Sprung aus dem Fenster des dreistöckigen Gebäudes retten. Augenzeugen zufolge reichten die Rettungsleitern nur bis zum ersten Stock. "Ich rief meiner Schwester im zweiten Stock zu: 'Spring!' Aber sie sprang nicht. Dann war es zu spät“, sagte ein Zeuge dem Fernsehsender TVP. Die Fernsehbilder zeigten, wie hohe Flammen aus den Fenstern des Hotels in den Nachthimmel schlugen. Das Haus sei "wie eine Fackel" niedergebrannt, berichteten Zeugen. Mehrere Einwohner des Ortes warfen der Feuerwehr vor, die Löschaktion ohne die nötige Ausrüstung durchgeführt zu haben. Ministerpräsident Donald Tusk eilte zum Ort der Brandkatastrophe, um sich selbst ein Bild von der Lage vor Ort zu machen.

DPA/Reuters/AP / AP / DPA / Reuters
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?