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Britische Atomanlage: Ungewöhnlich hohe Strahlenwerte in Sellafield

Im Umfeld der Atomanlage im britischen Sellafield sind erhöhte Strahlenwerte festgestellt worden. Die Regierung beschwichtigt. Dennoch sollen viele der Mitarbeiter lieber zu Hause bleiben.

An der umstrittenen britischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield ist erhöhte radioaktive Strahlung gemessen worden. Alle nicht dringend benötigten Mitarbeiter wurden daraufhin am Freitag angewiesen, zu Hause zu bleiben. Dies sei allerdings nur eine Vorsichtsmaßnahme, teilte der Betreiber mit. Sowohl das Unternehmen als auch die britische Regierung erklärten, für die Öffentlichkeit bestehe keine Gefahr. Es gebe keinen Hinweis auf einen atomaren Störfall.

Im größten Atomkomplex Europas kam es bereits mehrfach zu Zwischenfällen, darunter der schwerste Atomunfall in der britischen Geschichte: 1957 brach in einem der Reaktoren ein Brand aus, wodurch radioaktives Material freigesetzt wurde. 2005 wurde radioaktiver Abfall entdeckt, der vermutlich über Monate hinweg ausgetreten war. Diesmal sei an einem Fühler am Außenzaun Radioaktivität gemessen worden, der über dem Niveau der natürlich auftretenden Strahlung gelegen habe, teilte der Betreiber der Anlage im Nordwesten Englands mit. Sämtliche Abteilungen hätten aber bestätigt, dass der Betrieb normal laufe. Die britische Regierung teilte mit, sie stehe in ständigem Kontakt mit den Betreibern der 480 Kilometer nordwestlich von London gelegenen Anlage und sehe keinen Anlass, von einem schwereren Vorfall auszugehen.

Auf dem Gelände des Komplexes befindet sich unter anderem ein 150 Meter langes Abklingbecken zur Lagerung verbrauchter Brennelemente. 2009 bezeichnete der stellvertretende Geschäftsführer von Sellafield, George Beveridge, dieses als "das gefährlichste Industriegebäude in Westeuropa".

she/Reuters / Reuters
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?