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Kampagne zur WM: Burger King bietet russischen Frauen Geld für Baby mit Fußball-Star

In Russland sorgt Burger King mit einer geschmacklosen Werbe-Aktion für Empörung. Die Fastfood-Kette bot russischen Frauen für Babys von Fußball-Stars Geld und lebenslange Versorgung mit Burgern an.

Ein lebender Werbetraeger von Burger King weist den Passanten in der Moskauer Innenstadt den Weg

Ein lebender Werbeträger von Burger King weist Passantinnen in der Moskauer Innenstadt den Weg.

Picture Alliance

Die russischen Frauen lassen sexistische Kommentare meistens unbeeindruckt an sich abprallen. Doch eine Werbe-Aktion von Burger King ging selbst ihnen zu weit. In dem russischen sozialen Netzwerk VKontakte startete die Fastfood-Kette einen geschmacklosen Aufruf. "Im Rahmen seiner sozialen Verantwortung bietet Burger King allen Frauen, die von Weltfußball-Stars schwanger werden, eine Belohnung an", heißt es dort im ersten Satz. "Jede von ihnen bekommt 3 Millionen Rubel und eine lebenslange Versorgung mit Burgern." Die Summe entspricht etwa 41.000 Euro. 

Und warum das Ganze? Burger King liefert die Erklärung selbst: "Indem die Mädchen die besten Fußballer-Gene ergattern, werden sie den Grundstein für den Erfolg der russischen Nationalmannschaft für mehrere Generationen legen. Vorwärts! Wir glauben an Euch!", feuert Burger King die russischen Frauen zum Schluss an.

Massiver Stitstorm gegen Burger King 

Das Ergebnis fiel aber wohl anders aus, als es sich Burger King vorgestellt hat. Anstatt den Fußball-Stars der WM hinterherzujagen, stürzten sie sich die russischen Damen auf den Fastfood-Riesen. Im Netz hagelte es wütende Kommentare. "Habt ihr diesen Müll von Burger King gesehen? Diese Äußerungen werten die Frauen ab. Absolut beleidigend, die Feministin in mir ist empörter denn je", schrieb etwa eine Nutzerin auf Twitter. "Burger King, du bist einfach widerlich", wendete sich eine andere direkt an die Fastfood-Kette. "Ich setzte nie wieder einen Fuß in einen Burger-King-Laden. Es gibt so viel ekelerregende Werbung und niemand unternimmt etwas dagegen", kommentierte eine weitere Twitter-Nutzerin.

Auch bei VKontakte, dort, wo die Kampagne gestartet worden war, kritisieren die Menschen Burger King aufs Schärfste. Viele lassen regelrechte Schimpfkanonaden über das US-Unternehmen ergehen. "Lasst uns doch mal gewöhnliche Mädchen zu Prostituierten machen", schrieb etwa ein User voller Sarkasmus.

Der Shitstorm war so groß, dass Burger King nach nur wenigen Tagen die Kampagne zurücknehmen musste. In einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur AP sagte Burger King, dass das Angebot "nicht unsere Marke und unsere Werte repräsentiert und wir Schritte unternehmen, um sicherzugehen, dass so etwas nicht noch einmal passiert".

Die Anzeige wurde von der offiziellen Seite der Fastfood-Kette bei Vkontakte entfernt. Im Netz kursiert sie aber natürlich weiter.

ivi
Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?